Lokalsport

Fassungslos in der Box

Für Wolf Henzler wird das 24-Stunden-Rennen in Le Mans zum Kurzprogramm

Tragischer hätte es für Rennprofi Wolf Henzler nicht kommen können: Beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans schied das Manthey-Team nach nur rund 75 Minuten aus. Der Porsche 911 RSR, zum Ausfallzeitpunkt von Patrick Pilet gesteuert, musste wegen eines Schadens im Antriebsbereich neben der Strecke ausrollen.

Le Mans. Das Rennfahrertrio mit Henzler, Frédéric Makowiecki und Patrick Pilet, das in der Klasse für GTE-Pro-Fahrzeuge startete, gab sich während der Trainingsläufe und dem Qualifying noch optimistisch. In der Nacht zum Donnerstag hatten die Manthey-Piloten versucht, eine bessere Qualifying-Zeit herauszufahren. Doch dann verhinderte der Unfall eines Konkurrenten dieses Vorhaben, da die Geschwindigkeit verringert werden musste und dadurch eine Zeitverbesserung unmöglich wurde. Am Ende stand der Manthey-Porsche auf dem achten Startplatz ihrer Klasse.

Patrick Pilet übernahm den Start des Rennens auf der 13,629 Kilometer langen Rennstrecke in der Sarthe. Es lief für das Porsche-Trio aus der GTE-Pro-Kategorie anfangs sehr gut. Der Manthey-Porsche lief problemlos und gab keinerlei Anlass zur Sorge. Kurz vor der Einfahrt zur ersten Schikane an der langen Hunaudieres-Geraden verlor der Wagen mit der Startnummer 92 dann aber im Heckbereich Öl, auf dem ein nachfolgender LMP2-Sportwagen ins Schleudern geriet, mit einem weiteren Konkurrenten kollidierte und mit einer beschädigten Fahrzeugfront ins Kiesbett rodelte. Pilet steuerte den im Heckbereich bereits züngelnden Manthey-Porsche noch in sichere Gefilde und konnte aus dem leicht brennenden RSR recht schnell aussteigen, dieweil das Feuer von flinken Streckenmarschalls schnell gelöscht werden konnte.

Danach rückte das Safetycar aus und umkurvte den Kurs etwa 20 Minuten, wonach die Streckenfreigabe erfolgte. Für einen der beiden Man­they-Porsche war somit die 83. Auflage des Langstrecken-Klassikers recht früh zu Ende. Das Schwesterauto mit der Nummer 91 erreichte mit Jörg Bergmeister, Richard Lietz und Michael Christensen noch den fünften Rang in der GTE-Pro-Kategorie.

Als Wolf Henzler vom Renn-Aus erfuhr, setzte erst einmal Schockstarre bei ihm ein – mit versteinerter Miene realisierte er in der Box, dass am heutigen Tag definitiv nichts mehr gehen sollte. Als er am nächsten Tag in seinem Dienst-Porsche die rund 800 Kilometer nach Hause fuhr, war seine Stimmung naturgemäß am Tiefpunkt.

Die Zuffenhausener Sportwagenschmiede hatte in Le Mans in diesem Jahr trotzdem Grund zum Riesenjubel. Erstmals seit dem Wiedereinstieg in die LMP1-Klasse im Vorjahr verbuchte Porsche mit den Mannschaften Niko Hülkenberg/Earl Bamber und Nick Tandy (Erster) sowie Marc Webber/Timo Bernhard und Brendon Hartley (Zweiter) einen Sieg – es war sogar ein Doppelsieg. Den letzten Erfolg dieser Art gab es 1998, als Laurent Aiello/Allan Mc Nish/Stéphane Ortelli im Porsche 911 GT1 vor ihren Markenkollegen Jörg Müller/Uwe Alzen und Bob Wollek gewannen.

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