Lokalsport

Fast alles spricht für eine VfL-Niederlage

Ist der VfL nicht verbandsligatauglich? Nach der jüngsten Flopserie des Fußballverbandsligisten rückt diese Frage immer mehr in den Mittelpunkt. Beim Titelanwärter Olympia Laupheim droht den Kirchheimern am morgigen Rückrundenstart (Anpfiff: 14 Uhr) schon wieder Ungemach.

REIMUND ELBE

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KIRCHHEIM Was waren das noch für Zeiten an der Jesinger Allee: Nur etwas mehr als ein Vierteljahr ist es her, da stiegen die VfL-Kicker mit einem Paukenschlag in die neue Saison ein. Beim Heimspielauftakt am 6. August gab es ein überzeugendes 3:0 über den FV Olympia Laupheim. Kurze Träumereien von besseren Zeiten an der Jesinger Allee folgten.

Anfang Dezember hat sich die Lage drastisch verändert. Nach einer Niederlagenserie mit dem 2:3 beim Drittletzten SV Böblingen am vergangenen Sonntag als negativem Höhepunkt, ist der VfL zum Abstiegskandidaten geworden. Wer auf die Auswärtsbilanz der Kirchheimer schaut, muss sich nicht wundern, dass es fußballerisch nicht gerade rosig aussieht beim Ex-Regionalligisten. Nach wie vor steht das 2:2 in Kirchentellinsfurt beim damals noch nicht stabilen Aufsteiger als einziges Erfolgserlebnis auf gegnerischem Platz zu Buche eine schlechtere Auswärtsbilanz hat keine Kirchheimer "Erste" in den vergangenen zwei Jahrzehnten zur Halbzeit der Saison vorgelegt, nicht einmal beim glücklosen Regionalliga-Gastspiel in der Saison 1997/1998.

Auch der Druck auf Trainer Michael Rentschler wird stärker. "Die Mannschaft ist noch nicht so weit, wie ich mir das erhofft habe", sagte der frühere Regionalligaakteur das Zitat stammt aus der Zeit vor der aktuellen Niederlagenserie. Jetzt müssen Rentschler und sein Team Farbe bekennen und das Ruder herumreisen. Und das ausgerechnet beim FV Olympia Laupheim, der nach Auskunft dessen Trainers Harry Brobeil mit 34 Punkten "voll im Soll ist" und "alle Chancen hat, am Ende der Saison ganz oben zu stehen."

Noch ein Schocker für die derzeit nicht gerade nervenstarken VfL-Kicker: Olympia Laupheim hat in der Vorrunde, bis auf eine Ausnahme (0:0 gegen den FV Illertissen), alle Heimspiele gewonnen. Das schmucke FV-Stadion eine Bastion. Ein Kirchheimer Sieg wäre eine Sensation. Torjäger bei den Oberschwaben ist der ehemalige Heidenheimer Karl-Heinz Linder mit 13 Erfolgserlebnissen, Kopf des Teams der frühere Ulmer Bundesliga-Profi Oliver Unsöld. Der 32-Jährige war Ende der neunziger Jahre auch kurzzeitig als potenzieller Neuzugang beim damaligen Oberligisten VfL Kirchheim gehandelt worden.

Bei den Gastgebern hat sich die Situation nach dem Wirbel um den ehemaligen Mäzen Erlfried König, der mittlerweile inhaftiert ist, längst gelegt. Der von einigen Beobachtern der Szene prognostizierte Niedergang des FVO nach dem Wegfall des wichtigen Geldgebers und Strategen König ist nicht eingetreten. Mit nur einem Punkt Rückstand auf Spitzenreiter TSF Ditzingen starten Harry Brobeils Mannen als Tabellendritter in die Rückrunde. Es spricht somit fast alles für einen Laupheimer Sieg gegen die angeschlagenen Kirchheimer. Vielleicht liegt ja darin die Chance des VfL beim letzten Verbandsligaauswärtsauftritt im Jahr 2005 dass ihn momentan niemand auf der Rechnung hat und er unterschätzt wird.