Lokalsport

Faszinierende Demonstration eines Spitzentrainers

Nach guter Vorplanung und dem Anpacken vieler Hände war es so weit: Die Abteilung Aikido im VfL Kirchheim trug den ersten Lehrgang in ihrer Geschichte aus einen Bundeslehrgang des Deutschen Aikido-Bundes (DAB) für Aikidoka ab dem 1. Kyu. Also für Braungurte und Meister.

KIRCHHEIM 105 Aikidoka, zwischen 16 und 68 Jahren alt, waren dazu gemeldet. Natürlich, denn Karl Köppel, 6. Dan, Vizepräsident (Technik) und Bundestrainer des DAB, stand als Lehrer zur Verfügung: Ein Top-Trainer und Pädagoge. Die Schwerpunkte des Lehrgangs in der Walter-Jacob-Halle waren Randori und Morote Waza. Das bedeutet so viel wie anspruchsvolle Ausweichbewegungen und Techniken auf freien Angriff, von bis zu zwei Angreifern gleichzeitig.

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Nach der Begrüßung begann das Training, wie üblich, mit ausgiebigem Aufwärmen, Dehnen und Kräftigen. Auf Ausweichtechniken in zentrumsorientierter Bewegung folgten Wurftechniken wie Shiho-Nage, Aiki-Otoshi und Kokyu-Nage. Die Ausübenden kamen da ganz schön ins Schwitzen schade, dass die Lüftungsanlage der Halle nicht funktionierte. Die Zuschauer zeigten sich fasziniert von dem, was da auf den Matten abging. Manche erkannten Rotation in fließender Bewegung oder waren gar an den Wiener Opernball erinnert.

Eineinhalb Stunden lang waren Wurftechniken, stetiges Fallen und Aufstehen angesagt, die dann folgende Haltetechnik, Kote-mawashi, kam sehr gelegen. Die Koordinationsfähigkeiten und das schnelle Reaktionsvermögen wurden durch Verkettungen gefordert wie selten: Karl Köppel ließ etwa in zwei Kreisen, innen und außen, Aufstellung nehmen. Die Außenstehenden griffen an, wurden nach innen geworfen und tauschten somit ihre Position. Das Ganze führt zum ständigen Wechsel der Eigenschaften Uke (Angreifer) und Nage (Verteidiger). Köppel hatte ein stets gütig wachsames Auge auf seine "Lehrlinge" und verstand es, gekonnt und freundlich zu korrigieren, was an Distanz und Bewegung nicht ganz stimmte.

Interessant war das Gespräch mit Karl Köppel in gemütlicher Runde: Er habe mit Fußball angefangen und einst als Jugendlicher in Aalen in der A-Jugend gekickt. Sein Nebensitzer in der Aufbauschule hatte ihn zum Aikido gebracht. Hier habe ihm die Atmosphäre besser gefallen, als in seiner Fußballmannschaft. In Aalen und Heidenheim hatte er begonnen und dann, ab Orangegurt, als Trainer gearbeitet. Auf die Frage, was für ihn das Besondere am Aikido sei, antwortete Köppel: "Aikido macht glücklich, da es nicht polarisiert. Es macht mir einfach Spaß, wenn ich Leuten helfen kann, etwa bei Bewegungsabläufen, und wenn ich dann sehe, wie sie sich plötzlich verbessern."

Tags später ging es im Dojo wieder richtig zur Sache. Auf Grund der großen Teilnehmerzahl wurde erneut in zwei Gruppen trainiert, Techniken wurden wiederholt und ausgefeilt. Zum Abschluss des Lehrgangs bedankte sich Köppel bei den Teilnehmern: Der Bundeslehrgang in Kirchheim sei toll gewesen und die Atmos-phäre so gut, wie er sich das vorgestellt hatte. Für seine Arbeit bekam er als kleines Dankeschön ein Geschenk der VfL-Abteilung Aikido aus den Händen von Lehrgangsleiter Volker Kenner. Im Anschluss ging es zum großen Buffet, bestehend aus den Essensspenden vieler Abteilungsmitglieder. Gut gestärkt, nicht ohne sich zum nächsten Mal zu verabreden, ging man schließlich auseinander.

Übrigens: Rund 600 Quadratmeter hatten vor dem Lehrgang mit Matten ausgelegt werden müssen. Das Gros der Matten stammte vom befreundeten Aikido Club Aichtal und der VfL-Abteilung Judo.

js