Lokalsport

Fehlstart zerstört Titelhoffnung

Inline: Julia Grüning wird in Nagold Zweite im Parallelslalom

Viel hat nicht gefehlt: Um ein Haar hätte Neidlingens Inline-Ass Julia Grüning nach ihrem ersten Weltcupsieg auch den deutschen Titel im Parallelslalom abgeräumt. Bei den nationalen Meisterschaften im Inline-Alpin-Slalom in Nagold, musste sie sich im Finale nur knapp ihrer Nationalmannschaftskollegin Claudia Wittmann geschlagen geben.

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Nagold. Spannung pur beherrschte den Rennverlauf in Nagold. Im Paral­lelslalom, bei dem zwei Läufe nebeneinander gesetzt werden und die Läufer im direkten Vergleich gegeneinander antreten, geht es sichtbar um hauchdünne Entscheidungen. Bereits im Viertelfinale standen sich die Favoritin Claudia Wittmann und Ann-Kathrin Stolz vom TV Neidlingen gegenüber. Beide fahren gemeinsam in der Nationalmannschaft. Wittmann, die im Schwarzwald zu den heißen Titelanwärterinnen zählte, setzte sich mit acht Hundertstel Sekunden gegen die Neidlingerin durch.

Julia Grüning bekam es dann im Halbfinale mit Jana Börsig und damit ebenfalls mit einer Kollegin aus dem Kreis der Nationalmannschaft zu tun. Im ersten Durchgang hatte Börsig mit sechs Hundertstel noch die Nase vorn, im zweiten Durchgang unterstrich Julia Grüning jedoch, weshalb sie in der derzeitigen Form zur deutschen Spitze zählt. Grüning sicherte sich mit einem beherzten zweiten Lauf den Einzug ins Finale, wo ihre Gegnerin Claudia Wittmann (FC Chammünster) hieß.

Im Duell der beiden deutschen Topläuferinnen war klar, dass jeder noch so kleine Fehler die Entscheidung bringen würde. Der unterlief schließlich der Neidlingerin, die nicht richtig von der Startlinie kam und dadurch bereits auf den ersten Metern wichtige Zehntelsekunden einbüßte. Wittmann entschied den ersten Lauf für sich, und die Weltcupsiegerin von Genua musste im zweiten Durchgang alles auf eine Karte setzen. Grüning, die gestern übrigens ihren 18. Geburtstag feierte, ging volles Risiko, doch ihre zwölf Hundertstel Vorsprung reichten nicht aus, um am Ende die Nase vorn zu haben.

Am Ende überwog bei der Neidlingerin dennoch die Freude über die deutsche Vizemeisterschaft und auch Ann-Kathrin Stolz konnte mit ihrem Abschneiden unter den besten Acht zufrieden sein. tb