Lokalsport

Feiern unter der Teck und Limburg

Fröhliche Zeiten unter der Teck. Kirchheim hat auch in der kommenden Saison einen Fußball-Oberligisten und Weilheim nach langer Abstinenz wieder ein Team im Bezirks-Oberhaus.

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REIMUND ELBE

Offenburg. Die 90. Minute war gestern Nachmittag im Mannheimer Rhein-Neckar-Stadion angebrochen, als sich VfR-Abwehrspieler Steffen Kohl nach vorne schmuggelte und im richtigen Augenblick zur Stelle war. Der 1,90 Meter große Defensivakteur markierte für den VfR Mannheim gegen den Kehler FV das Tor zum 2:2-Endstand. Ein Treffer mit weitreichenden Folgen für den VfL Kirchheim, nämlich verbunden mit dem Klassenerhalt. Der Kehler FV vergab die letzte Chance, die Teckstädter tabellarisch noch abzuhängen. Für die Mannschaft von Rolf Baumann werden die letzten vier Partien in dieser Runde somit zur angenehmsten Phase der Runde. Nunmehr erscheint sogar noch der Sturm bis auf Platz acht der Tabelle für das Team um Mannschaftskapitän Christopher Eisenhardt möglich. Lediglich vier Zähler Rückstand trennen den auf Platz 13 stehenden VfL von den Stuttgarter Kickers II.

In Feierlaune befindet sich auch die Sportgemeinschaft Erkenbrechtsweiler/Hochwang. Nach drei Siegen in Folge ist der Ligaverbleib seit gestern Nachmittag (2:1 vor 250 Zuschauern im Derby gegen den VfB Neuffen) in trockenen Tüchern. Pikant: Ausgerechnet nach dem Rücktritt des Spielertrainers Antonio Portale setzte die SGEH zum entscheidenden Spurt Richtung Klassenerhalt an. Ungeklärt ist (noch), wer Nachfolger Portales wird. „Es muss nicht zwingend ein Spielertrainer sein“, betont SGEH-Pressewart Benjamin Möll, „unter den rund zehn Kandidaten, die sich bei uns gemeldet haben, sind nicht nur Spielertrainer.“ Frank Zintgraf, Fußball-Abteilungsleiter bei der Sportgemeinschaft, will bis in wenigen Tagen den Nachfolger präsentieren. „Wir wollen mit dem neuen Coach dann die personellen Planungen vorantreiben“, sagt Möll.

In Notzingen ist das Kapitel Bezirkliga dagegen zu Ende. Die 0:4-Pleite beim FV 09 Nürtingen raubte auch die letzte theoretische Chance auf den Ligaverbleib. Zur Hängepartie entwickelt sich derweil die Personalie um Trainer Erwin Glaunsinger. Der vor einem halben Jahr zu den Notzingern gestoßene Übungsleiter, hat seine grundsätzliche Bereitschaft erklärt, im Eichert zu bleiben, drängt jedoch auf eine zügige Entscheidung.

Wunschlos glücklich sind die Weilheimer Fußballer. Durch das gestrige 3:0 in Unterensingen ist die Kreisliga-A-Meisterschaft perfekt. Zudem ist Martin Koch auf das Amt des Abteilungsleiters zurückgekehrt. Nach den Turbulenzen mit Abwahl und anschließender Annullierung (wir berichteten), setzte sich Koch bei der neu angesetzten Wahl mit rund 95 Prozent der Stimmen durch. Wolfgang Hieber, vor einigen Wochen überraschender Wahlsieger, trat diesmal nicht mehr an. Ansonsten heißt es jetzt kräftig feiern unter der Limburg. „Wir werden uns allerdings nicht hängen lassen“, verspricht TSVW-Pressewart Stefan Hein, „dafür wird schon unser Trainer Alexander Hübbe sorgen.“ Kommenden Sonntag lockt der Einzug ins Bezirkspokal-Finale, bereits am Donnerstag gastieren die Ortsnachbarn aus Neidlingen beim neuen Titelträger. „Nach dem letzten Punktspiel in Dettingen am 7. Juni, wird es einen Autokorso nach Weilheim geben“, kündigt Hein an.

Denkwürdig war die Partie des VfL Kirchheim II in Oberboihingen. Weniger wegen des 2:1-Endresultats, sondern wegen einer Nachspielzeit von elf Minuten. Kurios: VfL-Torwart Edgar Porada sah in der nicht gerechtfertigten Nachspielzeit die Gelb-Rote Karte, weil er direkt nach völlig undurchsichtiger Schiedsrichterentscheidung, einen Abstoß aus der Hand, statt per Fuß ausgeführt hatte. „Ich wusste gar nicht genau, was der Schiri von mir wollte“, rätselte der VfL-Keeper noch lange nach dem Abpfiff.