Lokalsport

Feinschliff per Tae Bo

Schnee und Eis prägten die letzten Vorbereitungstage der VfL-Oberligakicker

Fitnessstudio statt Stadionrasen, Hallentraining statt Freilufttests – die Wintervorbereitung der abstiegsbedrohten VfL-Kicker hätte sicher besser laufen können. Dennoch ist Trainer Rolf Baumann optimistisch: „Es funktioniert immer besser“, freut sich der 45-Jährige. Wie gut sein Team tatsächlich in Schuss ist, wird er allerdings erst in einer Woche erfahren: Der für morgen angesetzte Oberligaspieltag wurde komplett abgesagt.

Anzeige

Peter eidemüller

Kirchheim. Not macht erfinderisch: Nachdem sie witterungsbedingt in den vergangenen Tagen kaum im Freien trainieren konnten, vergießen die Kirchheimer Oberligafußballer ihren Vorbereitungsschweiß stattdessen im VfL-Partner-Fitnessstudio „SL“. Mittels der Fitnessgymnastikart Tae Bo holte sich die Mannschaft den letzten Feinschliff vor dem Punktspielwiederbeginn. Dieser hätte eigentlich am morgigen Samstag gegen den ASV Durlach steigen sollen. Doch nachdem Schnee und Eis das Stadion an der Jesinger Allee seit Tagen fest im Griff haben, war an reguläres Fußballspielen nicht zu denken.

Dabei hätte Trainer Rolf Baumann sein Team nur allzu gerne mal wieder in Aktion gesehen. Schließlich liegt der letzte Auftritt des VfL unter Wettkampfbedingungen bereits knapp zwei Wochen zurück. Nach dem Testspiel gegen Böblingen (3:1) mussten die drei weiteren Vorbereitungskicks witterungsbedingt abgesagt werden – kein Wunder also, dass Baumann mit den Hufen scharrt: „Ich will spielen, die Jungs wollen spielen. Es ist höchste Zeit, dass es wieder losgeht.“ Doch nicht alle beim VfL strotzen so vor Tatendrang wie der Übungsleiter. Mit Emrah Polat und Ferdi Er hat Baumann zwei personelle Sorgenkinder. Knieprobleme ließen bei beiden keine nahtlose Vorbereitung zu. Hinzu kamen in den vergangenen Tagen und Wochen die obligatorischen Grippekranken, weswegen stellenweise nur zwölf Mann im Training waren – da kommt die Absage fürs Wochenende garnicht so ungelegen, dem VfL bleibt so eine weitere Woche, um sich im Kampf gegen den Klassenerhalt fit zu machen.

Denn: Der VfL steckt als Tabellenvorletzter tief im Abstiegsstrudel, der definitiv rettende zwölfte Tabellenplatz liegt weit entfernt (siehe Infowinkel). Doch bange machen gilt an der Jesinger Allee nicht. „Auf die Zahl der Absteiger haben wir sowieso keinen Einfluss“, so Baumann, „also holen wir so viele Punkte wie möglich und schauen, wo wir dann stehen.“ Mut macht dem gelernten Physiotherapeuten dabei ein vergangene Woche durchgeführter Leistungstest. „Die Mannschaft ist in Sachen Ausdauer viel weiter als in der Vorbereitung zur Saison im Sommer“, freut sich Baumann, dessen Handschrift immer mehr sichtbar wird. „Es funktioniert immer besser. Die Mannschaft tritt als eingeschworener Haufen auf, der in jedem Training und Spiel fightet.“

Große Hoffnungen liegen in der Rückrunde auf Rückkehrer Antonio Tunjic. Der Stürmer mit serbisch-niederländischem Pass soll trotz seiner 24 Jahre eine Vorbildrolle einnehmen. „Die jungen Spieler können sich an ihm orientieren“, glaubt Baumann, der sich bei einer Personalie nicht in die Karten blicken lässt: der Torwartfrage. Nach dem überraschenden Rückzug von Patrick Gühring, der bis Saisonende pausieren will (wir berichteten), ist der Posten des Stammkeepers vakant. Ob Philipp Uttikal oder Edgar Porada in den ersten Spielen das VfL-Gehäuse hüten werden, will Baumann nicht verraten. „Ich habe eine Entscheidung getroffen, verrate sie aber nicht“, lacht er.