Lokalsport

Felix Pohl holt deutschen Jugendtitel

VfL-Nachwuchsturner Felix Pohl ist neuer Deutscher Jugendmeister seiner Altersklasse. Das zwölfjährige Kirchheimer Ausnahmetalent unterstrich mit einer fast fehlerfreien Kür am gestrigen Sonntag in Spergau bei Leipzig seine Ausnahmestellung.

Bernd Köble

Leipzig. Ein kleiner Wackler in der Standwaage am Boden – mehr Schwächen leistete sich Felix Pohl bei den deutschen Jugendmeisterschaften der Turner am Wochenende nicht. Mit einem so gut wie fehlerfreien Programm holte sich der Zwölfjährige mit der Gesamtpunktzahl von 132,650 im Mehrkampf gestern unangefochten den Titel vor Daniel Uhlig (TG Friesen-Klafeld/128,350) und Vinzenz Haug (KTV Straubenhardt/126,025). Schon nach dem Pflichtprogramm am Samstag war klar, dass dem Kirchheimer der Titel an diesem Wochenende nicht zu nehmen sein würde. Mit Spitzenwertungen am Boden (13,65) und am Pauschenpferd (13,15) legte er in der Kür am Sonntag nach und lieferte damit gleichzeitig auch eine taktische Meisterleistung an diesem Wochenende ab. Bemerkenswert: Mit seiner Siegpunktzahl wäre dem Zwölfjährigen auch in der Altersklasse 13/14 die Goldmedaille sicher gewesen. Verständlich, dass auch Trainerin und Mutter Michaela Pohl hinterher mit ihrem Sprößling um die Wette strahlte: „Ein ganz starker Wettkampf, den er heute gezeigt hat.“

Ohne Medaille, dafür mit einer ebenfalls bemerkenswerten Leistung kehrten die Vereinskollegen Julian Hausch und Marcus Bay (beide ebenfalls in der AK 12) aus Leipzig heim. Beide konnten am Sonntag mit der Kür in der Gesamtwertung nocheinmal Boden gut machen. Julian Hausch (119,725) hatte sein Programm gegenüber den baden-württembergischen Titelkämpfen überarbeitet und mit zusätzlichen Schwierigkeiten versehen. An den Ringen (10,90) und am Barren (11,40) gelang ihm damit eine deutliche Steigerung und die Verbesserung vom elften auf den zehnten Rang. Der größte Sprung nach der Kür gelang Marcus Bay (113,500), der sich nach Leistungssteigerungen vor allem am Boden (12,40) und am Sprung (12,15) vom 20. Platz am Samstag nach dem Pflichtprogramm auf Rang 13 nach vorne kämpfte. Unter den zufriedenen Blicken von Trainer Jürgen Heine, der Platz 15 als Zielvorgabe formuliert hatte.

Der Kohlberger André Schaich (ebenfalls VfL Kirchheim) hatte sich in der Altersklasse 17/18 mit starker Konkurrenz auseinanderzusetzen. Mit Platz fünf in der Gesamtwertung (157,200) war der Schützling von Ex-Weltmeister Valeri Belenki mit sich und seiner Leistung zufrieden. Pech hatte der 18-Jährige ausgerechnet bei seiner Paradedisziplin, dem Sprung, wo er im zweiten Anlauf nicht sauber in den Stand kam. Auch am Boden (14,05) ging Schaich mit der schwierigsten Übung der gesamten Konkurrenz ein hohes Risiko ein und wurde nach einer missglückten Vorwärtsschraube nicht dafür belohnt. In der Einzelwertung verpasste der Kohlberger mit Platz vier an den Ringen nur knapp eine Medaille. Den Gesamtsieg holte sich Philip Sorrer (SC Berlin) mit beeindruckenden 170,700 Punkten.

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