Lokalsport

Felix Pohl holt dritten Titel

VfL-Talent bester deutscher Jugendturner

Felix Pohl (VfL Kirchheim) hat zum dritten Mal in Folge den Titel des deutschen Jugendmeisters im Turnen errungen. Mit 132,90 Punkten distanzierte er die Konkurrenz in der Altersklasse 13/14 deutlich und fügte dem Mehrkampftitel zwei weitere Gold- und zwei Silbermedaillen hinzu.

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Öhringen. Seit seinem Vierfachtriumph bei den deutschen Jugendmeisterschaften im vergangenen Jahr hatte Felix Pohl aufgrund von Verletzungen und Krankheiten das Training immer wieder aussetzen müssen oder konnte etliche Monate nur eingeschränkt trainieren. Erst seit Februar dieses Jahres ging es langsam wieder aufwärts. Die Einsätze in der Oberliga-Mannschaft des VfL waren dabei gute Testwettkämpfe, zeigten aber auch, dass der Abstand zur alten Form noch beachtlich ist. Trotz ansteigender Formkurve standen daher die deutschen Titelkämpfe eher unter dem Motto Standortbestimmung für den 14-jährigen Titelverteidiger. Unbeeindruckt von diesen Unsicherheiten bot Pohl bereits am ersten Wettkampftag mit 14 Pflichtübungen eine sichere Vorstellung. Mit konstant hohen Wertungen zwischen 8,50 und 9,50 Punkten erreichte er insgesamt 54,15 Punkte und ging damit knapp vor Dennis Janetzke (KTV Straubenhardt) und Stefan Kotrini (TuS Chemnitz) in Führung.

Doch entschieden wurde die Meisterschaft wie immer mit den Kürübungen. Felix Pohl begann seinen Kür-Wettkampf am Boden mit einem großen Ausrufezeichen: Rückwärtssalto mit zweieinhalbfacher Schraube und anschließendem Salto vorwärts in den sicheren Stand. Auch die anderen Übungsteile gelangen gut, sodass der Kirchheimer mit 13,50 Punkten und der besten Wertung überhaupt am Boden seinen ersten Platz verteidigte. Am Pauschenpferd dasselbe Bild: Felix Pohl turnte seine schwierige Übung ohne Fehler durch, während alle anderen Konkurrenten Abzüge hinnehmen mussten. Somit betrug der Vorsprung nach dem zweiten Kürdurchgang bereits drei Punkte.

An den Ringen schrumpfte der Vorsprung nach guten Leistungen der Konkurrenten. Die Antwort gab Pohl dann am Sprung: 14,30 Punkte für den schwierigsten Sprung der gesamten Konkurrenz bedeuteten die Tageshöchstnote und wieder einen sicheren Drei-Punkte-Vorsprung. Am Barren und Reck turnte er dann auf Sicherheit und verzichtete am Reck auf die Schraube im gestreckten Doppelsalto. Nach 14 Disziplinen konnte das Kirchheimer Ausnahmetalent 132,90 Punkte für sich verbuchen. 2,5 Punkte mehr als Dennis Janetzke, seinem stärksten Konkurrenten auf Platz zwei. Vinzenz Haug, ebenfalls aus Straubenhardt, konnte sich noch auf den dritten Platz vorkämpfen, so- dass der Dreifacherfolg der Schwaben perfekt war.

Für VfL-Turner Julian Hausch, der vor sechs Wochen erst einen Handbruch erlitten hatte, war der Start in Öhringen lange ungewiss. Er ging daher mit großem Trainingsrückstand in den Wettkampf und konnte nicht an allen Geräten sein volles Programm absolvieren. Nach einigen Absteigern kam er am Ende mit 110,60 Punkten auf den 16. Platz. Sein Vereinskollege Marcus Bay turnte im Rahmen seiner Möglichkeiten. Im Kürdurchgang konnte er sich um drei Plätze steigern und belegte mit 109,70 Punkten Platz 18.

Für Felix Pohl stand mit den Gerätefinals der besten Acht ein weiterer Sechskampf auf dem Programm. Am dritten Wettkampftag machten sich leichte Konzentrationsschwächen bei allen Teilnehmern bemerkbar, so- dass es einige überraschende Ergebnisse gab. Als Favorit am Pauschenpferd musste der Kirchheimer zwei Absteiger hinnehmen und verschenkte damit eine sichere Medaille. Stattdessen holte er sich genauso überraschend den Titel an den Ringen. Nach Ringe- und Mehrkampfgold setzte sich der Kirchheimer am Boden noch einmal mit der schwierigsten Übung durch und holte dort seinen dritten Jugendmeistertitel an diesem Wochenende. Die Silbermedaillen am Reck und am Sprung krönten eine starke Vorstellung. mp