Lokalsport

Fellbacher Auslese macht Lust auf mehr

Karsten Vesterling ist der Mann der Stunde im Trikot des RKV Kirchheim. Nach seinem dritten Platz im badischen Reute war der 21-jährige C-Lizenz-Fahrer am Samstag in den Fellbacher Weinbergen nicht zu schlagen. Der erste Saisonsieg auf der sechsten Etappe zum LBS-Cup öffnet dem Lenninger gleichzeitig die Tür ins Lager der B-Amateure.

BERND KÖBLE

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FELLBACH Ein neunter Platz hätte gereicht, um den Aufstieg perfekt zu machen und in der kommenden Saison als B-Amateur an den Start gehen zu können. Stattdessen präsentierte sich Karsten Vesterling auf dem 80 Kilometer langen Rundkurs durch die Fellbacher Weinberge am Samstag in Siegerlaune. Mit geballter Faust und einem Vorsprung von rund hundert Metern überquerte Vesterling als Erster des 120 Teilnehmer starken Feldes die Ziellinie.

Mehr noch als der Sieg beeindruckte die Art und Weise, mit der Vesterling das Rennen über die gesamte Distanz dominierte. Auf dem schwer zu fahrenden Kurs mit teils steilen Rampen und kniffligen Abfahrten hielt sich der RKV-Fahrer anfangs noch zurück. "Ich versuchte, mich im vorderen Teil des Feldes aufzuhalten, um Stürzen aus dem Weg zu gehen", beschrieb Vesterling seine Taktik nach dem Rennen. Am Berg war es dann der Lenninger, der immer wieder aufs Tempo drückte und versuchte, das Feld zu sprengen. Mit Erfolg: Bereits nach 25 Kilometern und zehn Runden war knapp die Hälfte der Fahrer überrundet. Vesterling: "Ich habe plötzlich gemerkt, dass mir am Berg heute keiner folgen kann." Am ein Kilometer langen Anstieg nach der Ziellinie stellte der Lenninger in der letzten Runde seine Verfolger dann vollends auf die Probe. Seinem energischen Antritt auf den letzten zwei Kilometern konnte nur der Zweitplatzierte Marcus Kühn (RV Stuttgardia) zunächst noch folgen, doch auch der musste am Berg schließlich abreißen lassen.

Mit seinem Erfolg am Samstag hat Karsten Vesterling die B-Lizenz für die kommende Saison bereits in der Tasche. Mit einem weiteren Sieg oder fünf Top-Ten-Platzierungen könnte er sogar noch in diesem Jahr das Plansoll für die A-Lizenz erfüllen. "Ich weiß, dass ich das schaffen kann", meint der 21-Jährige, der nach seiner Berufsausbildung zurzeit nocheinmal die Schulbank drückt, selbstbewusst. "Wenn nicht in diesem, dann spätestens im nächsten Jahr." Nach durchwachsenem Saisonstart, begleitet von Stürzen und Defekten, zeigt die Formkurve des Schützlings von RKV-Trainer Stephan Paul inzwischen steil nach oben. "Die Leistung stimmt momentan", ist Karsten Vesterling zufrieden. "Zuvor war einfach viel Pech im Spiel."