Lokalsport

Fellbacher daheim besser als der VfL

Wenn der SV Fellbach zur Punktehatz ins heimische Stadion einlädt, wird es für die Gegner meistens ungemütlich. Der Verbandsliga-Tabellenführer VfL Kirchheim steht deshalb morgen ab 19 Uhr vor einem denkbar unangenehmen wie auch schwierigen Job.

REIMUND ELBE

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KIRCHHEIM 2:1, 4:2, 1:0, 2:1, 5:0, 4:4 und 1:0 die Fellbacher sind in dieser Saison auf heimischem Gelände ein Wucht. Eine solche Bilanz weist in der Liga nicht einmal der daheim so erfolgsverwöhnte VfL auf. Die konstante Stärke hat den SVF, auswärts beileibe keine Ligagröße, immerhin bis auf Platz fünf gespült und Appetit auf mehr gemacht: Nur sieben Punkte liegen die morgigen Gastgeber hinter dem VfL. Nervenaufreibende Auswärtsauftritte sind die Kirchheimer Kicker mittlerweile gewöhnt wie am vergangenen Samstag, als dem VfL in Illertissen kurz vor dem Abpfiff noch der Ausgleich gelang. In der vergangenen Runde holte der VfL in Fellbach mit einem 1:1 ein Resultat, mit dem die Verantwortlichen unter der Teck angesichts der respektablen Heimbilanz der Gastgeber durchaus leben könnten.

Viel wird möglicherweise davon abhängen, ob sich die Verletztensituation bei den Kirchheimern entspannt. Die zuletzt pausierenden Innenverteidiger Mario Grimm (Grippesymptome) und Andreas Mayer (Leistenbeschwerden) gelten auch für die Partie in Fellbach noch nicht als gesetzt. Des Weiteren ist Angreifer Tiago Santos-Araujo in Illertissen zur Pause mit Rückenschmerzen ausgewechselt ebenfalls ein möglicher Streichkandidat. Der wendige Brasilianer war vor wenigen Wochen bei der Partie in Ludwigsburg nach einem Zweikampf unsanft auf dem Boden gelandet und ist seitdem nicht mehr schmerzfrei. Gerät das bislang meist so vorzüglich funktionierende VfL-Gefüge durch diese Personalprobleme ins Wanken? Der sportliche Leiter des Verbandsliga-Ersten, Norbert Krumm, hält dagegen: "Die Partie in Illertissen hat gezeigt, dass wir jederzeit junge Spieler wie Marco Izzi oder Michael Kutscher bringen können. Falls es personell eng wird, sind eben andere mit dem gleichen Enthusiasmus zur Stelle." Wichtig könnte in diesem Zusammenhang werden, dass die Formkurve bei Kirchheims Mittelfeldregisseur Michael Heilemann langsam wieder nach oben geht.

Beim samstäglichen 1:1 an der Iller gelang dem blonden Dauerläufer deutlich mehr, als in den Begegnungen zuvor.

Noch ist nicht klar, ob das Match auf Kunstrasen (wie in der vergangenen Saison) oder möglicherweise doch im Stadion ausgetragen wird. Unabhängig vom Untergrund: Der VfL Kirchheim steht vor der nächsten Reifeprüfung. Gelingt in Fellbach ein Auswärtscoup, wäre dies nicht nur ein Riesenschritt in Richtung Herbstmeisterschaft, sondern auch ein Wink mit dem Zaunpfahl in Richtung der schärfsten Verfolger: TSV Schwieberdingen (am Sonntag in Gärtringen) und SpVgg Au (Derby gegen Olympia Laupheim) und es würde die Ausgangsposition für den VfL vor dem Verbandsliga-Schlussakkord des Jahres 2006 nochmals verbessern.

VfL:

Gühring Kutscher (Fuchs), Er (Grimm), Mayer (Eisenhardt), Izzi Alban Meha, Polat, Heilemann, Raspe, Isci F. Meha (Santos-Araujo).