Lokalsport

Feuertaufe mit steirischen Peitschenknallern und Schauschießen

BEUREN Seit 1994 ist Curling eine olympische Disziplin und erfreut sich wachsender Beliebtheit. Auch

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CATHERINE SIMON

die sommerliche Variante, das Stockschießen auf Beton oder Asphalt, findet immer mehr Fans. So waren auch am Samstag zahlreiche Interessierte vor Ort, als der Verein Rot-Weiß Austria aus Erkenbrechtsweiler die erste Ganzjahresstockbahn im Landkreis einweihte. Die Anlage mit zwei Bahnen befindet sich neben dem alten Sportplatz an der Beurener Steige. Mit einem echt steirischen Peitschenknall begann das Fest mit Schauschießen und Live-Musik.

Vereinspräsident Alfred Riegler rechnet mit großem Andrang vor allem im Winter und erklärt, viele Firmen hätten bereits jetzt Interesse bekundet, mit ihren Mitarbeitern zum Stockschießen zu kommen. Einige Gründungsmitglieder des Vereins waren extra aus der über 700 Kilometer entfernten Steiermark angereist, um beim Fest dabei zu sein. Riegler dankte allen Sponsoren und Bauherren und hob vor allem die Unterstützung durch den Beurener Bürgermeister Erich Hartmann und den Gemeinderat hervor, die für eine schnelle Genehmigung der Anlage gesorgt hätten.

Bei der Einweihung der neuen Stockbahn am Samstag waren einige Ehrengäste anwesend, darunter Pfarrer Hubert Barth aus Oberlenningen, der Bahn und Spielstöcke sogar mit einer christlichen Weihung bedachte. Hartmann wurde beim Fest vertreten durch den Zweiten Bürgermeister Bernhard Klaß. Der Bürgermeister von Erkenbrechtsweiler, Roman Weiß, sowie der Landtagsabgeordnete Karl Zimmermann aus Kirchheim waren ebenfalls anwesend. Zimmermann schnitt das Band um die geweihten Stöcke zur Eröffnung der Bahn durch und freute sich über die neue Anlage. Er sehe sie als eine Bereicherung für Beuren und sei sicher, dass sie ein zusätzlicher Magnet für die Region werde. Sein erster Selbstversuch im Peitschenknallen wollte dagegen nicht ganz so gut gelingen und so ließ er lieber wieder die Profis aus der Steiermark ran, die es fertig brachten, gleichzeitig auch noch zu jauchzen und zu jodeln.

Über 40 Jahre existiert der Verein Rot-Weiß Austria bereits. Gegründet durch österreichische Aussiedler stand am Anfang der Fußball im Mittelpunkt des Vereinslebens. Mit steigendem Alter der Vereinsmitglieder habe man nun aber eine neue Sportart für sich entdeckt: das Stockschießen. Diese Sportart ist vor allem im Alpenraum verbreitet und wird in Mannschaften von bis zu vier Mitspielern gespielt. Viele der 88 Vereinsmitglieder, die teilweise sogar aus Stuttgart und Ulm kommen, haben in 200 Stunden Eigenleistung beim Bau mitgeholfen, und nun ist man auf die Bahn mit den internationalen Wettkampfmaßen von 30 mal 2,5 Meter schon ein bisschen stolz. Mit speziell geschliffenen Steinen und einer ausgefeilten Bautechnik habe man dafür gesorgt, dass die neue Bahn auch lange schön bleibt und den stärksten Minusgraden trotzt.

Um die Kosten für den Bau der Anlage wenigstens ein wenig wieder hereinzuholen, wurde eine Tombola veranstaltet, bei der jedes Los gewann. Bei den Schauvorführungen im Stockschießen gegen den befreundeten tirolischen Verein aus Loipersdorf zeigten junge und alte Vereinsmitglieder ihr Können beim Punkteschießen durch ein kleines Tor. Auch bei der Jagd auf die Daube, eine kleine schwarze Zielscheibe, an die jede Mannschaft mit ihren Stöcken möglichst nah herankommen muss, zeigten die Protagonisten Können und Geschick.