Lokalsport

Fieberhaft gesucht: Ein neuer Torjäger

VfL mit Sturmproblem – morgen kommt Sambia

Der Hoffnungsträger geht weiter an Krücken. Kirchheims Angreifer Maximilian Laible wird nach seinem Mittelfußbruch der Mannschaft wohl noch bis Ende September fehlen.

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REIMUND ELBE

Kircheim. Gegen Normannia Gmünd war Laible im Stadion. Der aus der Gmünder Jugend stammende Kirchheimer besitzt zweifellos Torjägerqualitäten; ein Kapital, das vermutlich noch wochenlang brach liegt – ein verschärftes Problem für die Kirchheimer, nachdem mit Antonio Tunjic ein anderer Goalgetter von der Jesinger Allee an die Waldau gewechselt war. Die samstägliche 1:2-Pleite hat den Druck auf die Clubverantwortlichen in der Stürmerfrage drastisch erhöht. Mindestens eine weitere Offensivkraft muss her, wollen die Kirchheimer eine nervenaufreibende Zittersaison wie im vergangenen Jahr vermeiden.

Die Bemühungen des sportlichen Leiters Norbert Krumm um personellen Zuwachs scheinen sich bereits auszuzahlen: „Womöglich können wir schon in dieser Woche Vollzug melden“, hofft er. In der vergangenen Woche hatte Krumm Kontakt zu mehreren potenziellen Kandidaten. Thomas Rieth, stellvertretender Abteilungsleiter des VfL, gibt dem sportlichen Leiter für dessen Aktivitäten auf dem Transfermarkt volle Rückendeckung – auch deshalb, weil der Blick auf die Ligastatistik für wenig Frohsinn unter der Teck sorgt. Der VfL ist nach drei Spieltagen mittendrin statt nur dabei – auf einem Abstiegsplatz statt im anvisierten einstelligen Tabellenbereich. Der ansteckende Optimismus und die Aufbruchstimmung vor dem Saisonstart sind notgedrungen Realismus gewichen. Man ist bescheidener geworden und erfreut sich an kleinen Fortschritten.

„Im Vergleich zur Partie in Illertissen hat sich die Mannschaft gesteigert“, sagt VfL-Trainer Dietmar Sehrig, der vor dem Anpfiff der Partie gegen Gmünd von seinen Spielern „Herzblut und Leidenschaft“ gefordert hatte. Engagement ließen die Kirchheimer gegen Normannia Gmünd in der Tat nicht vermissen, wohl aber Konzentration. Für den VfL waren es die Gegentore Nummer fünf und sechs, die aus Standardsituationen resultierten. Sechs von insgesamt acht erhaltenen Treffern wohlgemerkt. Für Kirchheims jungen Ersatzkeeper, Philipp Uttikal (wird im November 19), waren die ersten beiden Oberligapartien eine bittere Lektion. Vier Gegentore kassierte der Stellvertreter von Stammtorwart Patrick Gühring am vergangenen Mittwoch in Illertissen, ein haarsträubender Fehler folgte am Samstag. Einen vom ehemaligen VfL-Mittelfeldregisseur Steffen Kaiser (33) mit Effet in den Fünfmeterraum geschlagenen Eckball lenkte der Youngster ins eigene Tor. „Dem Jungen muss man auch einen Fehler verzeihen“, meint Norbert Krumm. Ob derweil Kapitän Gühring bereits in Hoffenheim (Freitag, 20 Uhr) wieder im Kirchheimer Tor stehen wird, ist weiter offen. Heute wird die Naht an der rechten Wade (Folge einer Fleischwunde in der Saisonvorbereitung) nochmals von ärztlicher Seite inspiziert. „Es wäre mehr als ärgerlich, wenn ich zu früh anfange und sich die Naht erneut öffnet“, gibt Gühring zu bedenken.

Morgen geht es für den VfL erst einmal entspannter zu. Die Nationalmannschaft Sambias gastiert zum Freundschaftsspiel an der Jesinger Allee. Die Afrikaner hatten vor rund zwei Jahren die Qualifikation zur Fußball-WM in Deutschland nur knapp verfehlt und wollen das Versäumte nun mit der Qualifikation für die WM 2010 in Südafrika nachholen. Die größten Erfolge für die Republik im südlichen Afrika waren zweite Plätze 1974 und 1994 beim Afrika-Cup. Sportlich noch viel höher zu bewerten ist jedoch der dritte Platz bei den Fußball-Afrikameisterschaften 1996. Sambia wurde Dritter – nicht einmal drei Jahre nach einer furchtbaren Katastrophe: Am 28. April 1993 waren 18 Spieler, der Nationaltrainer und mehrere Verbandsfunktionäre bei einem Flugzeugabsturz vor der Küste von Gabun ums Leben gekommen. Die Mannschaft war damals auf dem Weg zu einem WM-Qualifikationsspiel in Senegal.