Lokalsport

Finale gegen Unbekannt

Owen mit Heimrecht zum Relegations-Auftakt

Ein einziges Tor fehlte den Owener Handballern in der Endabrechnung zum sicheren Klassenerhalt in der Württembergliga. Jetzt heißt es weiter zittern. Eine Vorentscheidung könnte bereits am Samstag fallen. Dann gastiert der Drittletzte der Gruppe Nord, die HSG Steinheim-Kleinbottwar zum Relegations-Hinspiel in der Owener Teckhalle (20.30 Uhr).

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bernd köble

Owen. Das Glück lässt sich nicht beliebig strapazieren. Fünf von insgesamt 18 Saisonpunkten erbeuteten die Owener vor dem letzten Spieltag durch Treffer in letzter Sekunde. Beim Saisonfinale am vergangenen Samstag gegen den Tabellendritten aus Lauterstein waren die Owener der Sensation erneut nahe. Doch diesmal waren die Glücksreserven aufgebraucht. Statt der überlebenswichtigen zwei Punkte, die Platz elf und damit den sicheren Klassenerhalt bedeutet hätten, stand man am Ende mit nur einem Zähler und damit – zumindest vorerst – mit leeren Händen da. Immerhin: Der beherzte Endspurt der Owener mit zuletzt vier Spielen ohne Niederlage macht Fans und Mannschaft in der Teckstadt Hoffnung.

Wenn am Samstag mit der HSG Steinheim-Kleinbottwar der Zwölfte der Württembergliga Nord zum ersten Relegations-Duell in der Teckhalle aufkreuzt, wird die packende Krimi-Reihe ihre Fortsetzung finden. Davon ist zumindest Christoph Winkler überzeugt. Owens Spielmacher und Trainer glaubt fest an eine weitere Nervenschlacht und kennt dafür auch gute Gründe: „Wir schaffen es immer, uns dem Gegner anzupassen – im Guten wie im Schlechten.“ Eine Eigenschaft, mit der der TSV in der zurückliegenden Saison seinen Fans so einiges an Nervenstärke abverlangte. Lediglich fünf Punkte konnten die Owener in der gesamten Hinserie verbuchen – einen Zähler weniger als in den letzten vier Saisonspielen. Es war eine Runde der verpassten Chancen, der großen Enttäuschungen aber auch der unglaublichsten Aufholjagden. Eines war es fast immer: irgendwie eng.

Ob von der Murr nun die besseren Weine oder doch die besseren Handballer kommen, wird man in Owen frühestens am Samstagabend wissen. Mit der Spielgemeinschaft aus dem württembergischen Norden kommt ein weitgehend unbekannter Gegner in die Teckhalle. Nur so viel steht fest: Ein Hochgewächs wird es nicht sein, das die Ballwerfer aus der Destillat-Hochburg am Samstag zu verkosten haben. Eine kompakte Mannschaft vielmehr, die ihr Heil eher im direkten Zweikampf als über einen wurfgewaltigen Rückraum sucht, weiß Christoph Winkler. Der Owener Coach kennt HSG-Trainer Jürgen Buck aus gemeinsamen Regionalligazeiten, als dieser noch das Trikot des TV Oppenweiler trug.

Vor dem Anpfiff in der Teckhalle dürften in Owen etliche Augen auf den letzten und entscheidenden Spieltag in der zweiten Liga gerichtet sein. Dort fällt ab 18 Uhr nämlich die Entscheidung darüber, ob einer der drei Südvertreter HG Oftersheim/Schwetzingen, EHV Aue oder die Concordia aus Delitzsch den Gang in die Relegation antreten muss oder ob es mit der TSG Münster den einzigen Nordvertreter trifft. Ein Absteiger in die Regionalliga Süd setzte in den unteren Spielklassen ein kräftiges Stühlerücken in Gang. Dann müssten die Owener selbst im Falle eines Erfolges in den kommenden beiden Spielen ihre Hoffnungen auf den Klassenerhalt begraben. Keine Variante ohne Konjunktiv, nichts ist zur Stunde sicher. Licht ins Dunkel des Tabellenplatz-Geschachers dürfte also frühestens am 18. Mai fallen, wenn mit den letzten Spielen die Entscheidung in der Abstiegsrelegation der zweiten Liga Süd fällt.

Egal in welche Richtung der Blick des TSV Owen in der kommenden Saison geht, die Planungen laufen auf Hochtouren. Nach der Verpflichtung von Bittenfelds Zweitliga-Torhüter Markus Brodbeck und Neuhausens Rohdiamant Jörn Lehmann, ist mit dem 21-jährigen Benjamin Wedekind vom Landesligisten Wangen/Börtlingen nun auch Ersatz für die Lücke gefunden, die Mannschaftskapitän Lars Kirchner am Kreis hinterlässt. Weiterhin auf der Suche sind die Owener nach einem schnellen Linkshänder für die Rechtsaußenposition. Für alle Neuzugänge gilt auch die Option Landesliga. Doch davon redet in Owen vor dem Rückspiel am kommenden Donnerstag in Kleinbottwar (20 Uhr) noch niemand.