Lokalsport

Fitmachen fürs persönliche Olympia

Wer sammelt die meisten Sportabzeichen ? – Kreissparkasse prämiert aktivste Gruppen

Bernd KÖble

Esslingen. Die Beine in der Horizontalen, kaltes Bier und Fernbedienung in Griffweite. Kräfte schonen und bloß nicht schlapp machen. Vom Abpfiff in Wien zum Radsprint nach Paris und anschließend gleich weiter ins Reich der Mitte. TV-Sportlern bietet der Sommer 2008 kaum Regenerationspausen. Doch wie steht‘s eigentlich mit der eigenen Fitness? Das Deutsche Sportabzeichen gibt da Aufschluss. Ob Mann, Frau, alt oder jung – Wer die altersgerecht aufgelegte Messlatte überspringt, darf sich in jedem Fall als Gewinner fühlen.

Erst recht, wenn er dafür zahlreiche Mitstreiter findet. Die Sparkassen machen sich im Sommer als „Olympia-Partner Deutschland“ für das Sportabzeichen stark. „Wir wollen den olympischen Gedanken auf den Breitensport und die Nachwuchsförderung übertragen“, sagt Martin Turetschek von der Kreissparkasse in Esslingen. Unter dem bundesweiten Motto „Gemeinsam stark“ werden auch im Kreis Esslingen die sportlich aktivsten Gruppen in den Kategorien Sportverein, Schule, Unternehmen und Hochschule gesucht. Dafür übernimmt die KSK nicht nur sämtliche Meldegebühren für Wettbewerbsteilnehmer. Den Siegern winken zudem Preise im Gesamtwert von 5 000 Euro. Prämiert werden in jeder Kategorie die ersten drei Institutionen, die im Verhältnis zu ihrer Mitgliederzahl die meisten Sportabzeichen eingeheimst haben. Teilnahmekarten liegen ab sofort in allen Kreissparkassen-Filialen und am Schalter des Teckboten aus.

Und so geht‘s: Wer für eine der genannten Institutionen an den Start gehen will und mindestens acht Jahre alt ist, holt sich einen Wettbewerbscoupon und gibt diesen einfach bei einem von insgesamt 24 offiziellen Sportabzeichen-Treffs im Kreis Esslingen ab. Dort findet nicht nur die Abnahme der Prüfungen statt, sondern gegebenenfalls auch gemeinsames Training zur Vorbereitung. In der Regel können sich Inte­ressierte an jeden Sportverein wenden. Wichtig: Die jeweiligen Gruppen müssen sich vorher über das Online-Portal www.sportabzeichen-wettbewerb.de registrieren lassen. Prüftermine, Prüfungsorte, Anforderungen und Teilnahmebedingungen gibt es auch unter www.ksk-es.de/sportabzeichen. Letzte Gelegenheit, die Prüfung abzulegen, ist am 31. Oktober, wenn der Wettbewerb endet. Im November werden dann die Sieger des Regionalentscheids gekürt. Mitmachen kann jeder, ohne Mitgliedschaft in einem Verein und ohne eine ausgewiesene Sportskanone zu sein. Wer gesund und halbwegs sportlich veranlagt ist, für den dürften die nach Alter und Geschlecht gestaffelten Anforderungen kaum ein Problem sein.

Das meint auch Susanne Wansky-Domhöver, seit zwei Jahren Sportabzeichen-Referentin in der Leichtathletik-Abteilung des VfL Kirchheim. Seit knapp 100 Jahren gibt es das Deutsche Sportabzeichen. Wäre da nicht der chronische Mangel an ehrenamtlichen Helfern, bei der Abnahme der Prüfungen, die Kirchheimer Langstrecklerin könnte von einem positiven Trend berichten. Denn trotz ihres leicht angestaubten Rufs scheint die traditionsreiche Anstecknadel wieder häufiger den Nachwuchs anzulocken. Zwar stellen die Senioren noch immer das Gros der Absolventen, doch die Zahl der Kinder, die jährlich mitmachen, wächst. Ein Grund dafür mag sein, dass sich der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) neben den klassischen Leichtathletik-Disziplinen inzwischen auch Trendsportarten wie Inline-Skating oder Nordic Walking gegenüber offen zeigt. „Dazwischen gibt es allerdings eine beträchtliche Delle“, sagt Wansky-Domhöver. In der Altersklasse zwischen 20 und 35 Jahren hält sich die Lust aufs Sportabzeichen demnach in Grenzen. „Wer in diesem Alter regelmäßig Sport treibt, für den ist die Prüfung wohl keine echte Herausforderung“, vermutet sie. Für viele Sportler im fortgeschrittenen Alter hingegen, ist der jährliche Fitnesstest ein Indikator für den Stand der eigenen körperlichen Leistungsfähigkeit. Der Vergleich mit den Resultaten früherer Jahre sei für die meisten ein wesentlicher Anreiz.

Aussagekräftig sind die Ergebnisse allemal. Zwar kann sich jeder Sportler aus fünf verschiedenen Übungsgruppen ein individuell zugeschnittenes Paket schnüren und damit so manchen Schwachpunkt umgehen. Doch decken alle Varianten die wichtigsten motorischen Grundlagen wie Ausdauer, Sprungkraft und Schnelligkeit ab. Wer die Sportabzeichenprüfung in allen Disziplinen mit Glanz und Gloria besteht, darf sich folglich als echter Allrounder fühlen.

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