Lokalsport

Fliegen – Pausieren – Fliegen

Einen unregelmäßigen Rhythmus haben die Piloten des 43. Hahnweid-Wettbewerbs in diesen Tagen: zweimal fliegen, einmal pausieren – wie gestern. Nach den Flugtagen am Dienstag und Mittwoch gab es da die Generalabsage aller fünf Wertungsklassen. Am Samstag ist offizieller Wettbewerbsschluss.

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Kirchheim. Mit Aufgaben von deutlich über 400 Kilometern waren alle Klassen voll gefordert. Wachsenden Hochdruckeinfluss hatte Meteorologe Jupp Dahlem aus den Vorhersagekarten ablesen können und damit die flughungrigen Piloten am Dienstagmorgen förmlich elektrisiert. Marc Puskeiler konnte so schon einmal große Strecken vorgeben.

Bereits früh am Morgen mussten Piloten und ihre Helfer die Maschinen fit machen, denn schon kurz nach dem täglichen Briefing um zehn Uhr hieß es Startbereitschaft. In etwas mehr als einer Stunde hatten die 12 Schleppmaschinen der umliegenden Vereine das Starterfeld in den Himmel über der Teck gezogen. Bis auf eine Höhe von 600 Metern, dann beginnt die Suche nach der Thermik und der besten Startposition für den Wettbewerbsflug.

Besonderes Geschick mussten die Piloten der offenen und der 18-Meter-Klasse beweisen. Die zu fliegende Aufgabe war in drei Zielbereiche im Schwarzwald, Odenwald und der östlichen Alb unterteilt. Wieder war es Routinier Reinhard Schramme (Bückeburg), der diese Aufgabe am geschicktesten löste. Mit 580 Streckenkilometern hatte er die größte Strecke zurückgelegt. Mit seinem zweiten Tagesplatz am Mittwoch liegt er in der Gesamtwertung weiterhin klar vor den Ex-Weltmeistern Werner Meuser und Phil Jons (England). Auch in der offenen Klasse mischen die Briten vorne mit. Mit Tagesplatz zwei am Dienstag und einem Tagessieg am Mittwoch (Durchschnittsgeschwindigkeit 132 km/h über 432 Kilometer Distanz) zeigte der Nimbus 4-Pilot Jons, dass er zum Favoritenkreis auf den Gesamtsieg zählt. Eine starke Leistung in dieser anspruchsvollen Klasse zeigt auch Katrin Senne. Mit konstant guten Tagesplatzierungen liegt sie mittlerweile auf Platz drei.

Fest in belgischer Hand ist die Rennklasse. Alle vier Wertungstage hat Jean-Luc Colson für sich entschieden und damit dieser Klasse schon jetzt seinen Stempel aufgedrückt. Sein Landsmann Patrick Stouffs konnte am Mittwoch den Tagessieg in der Doppelsitzerklasse erfliegen und damit den Erfolg des kleinen Teams komplettieren.

Etabliert hat sich die Standardklasse mittlerweile als Einsteigerklasse für junge Piloten. Nachdem viele Vereine über Flugzeuge dieser Bauart verfügen, bietet sich der Hahnweid-Wettbewerb für wichtige Erfahrungen geradezu an. Mit 17 Jahren ist Enrique Levin vom LSV Homberg der Jüngste im Starterfeld. Angeführt wird die Standardklasse vom Stuttgarter Studenten Tobias Lohner. Mit einem Tagessieg zu Beginn des Wettbewerbs legte er die Basis für die Führung.

Standardklasse (nach 4 Wertungstagen): 1. Tobias Lohner (Akaflieg Stuttgart) LS 8, 3 258 Punkte; 2. Michael Klein (SFC Betzdorf-Kirchen) ASW 28, 3 011, 3. Benedikt Goller (LSV Gersthofen) Discus, 2 933; 4. Peter McColgan (LVU Bremerhaven) Discus 2b, 2 806; 5. Michael König (LSV Delmenhorst) LS 8, 2 606; 6. Florian Brix (Flugsportgruppe Augsburg) Discus 2b, 2 595; 7. Edi Inaebnit (SG Bern) Discus b, 2 594; 8. Michael Köhler (LSV Delmenhorst) ASW 24, 2 554; 9. Heinz-Peter Will (SG Augsburg) Discus 2 292; 10. Johannes Breckel (FG Wolf Hirth) Discus 2bx, 2 272

Rennklasse (nach 4 Wertungstagen): 1. Jean-Luc Colson (be/ Aero Club des Ardennes) ASW 27, 22; 2. Thomas Krauss (FG Kornwestheim) Ventus 2ax, 12; 3. Charly Giesen (FSG Bölkow) Ventus 2cx/15m, 8; 4. Oliver Springer (LSV Oldenburg Bad Zwähn) Ventus 2cT/15m, 6; 5. Riedelsheimer, Hans-Joachim Odendahl (Götz Akaflieg Stuttgart) Duo Discus T

18-Meter-Klasse (nach 4 Wertungstagen): 1. Reinhard Schramme (LSV Bückeburg-Weinberg) Ventus 2cxa, 3 258; 2. Werner Meuser (KVFL Marburg) Ventus 2cxa, 3 136; 3. Phil Jones (Lasham) Ventus 2cxa, 2 984; 4. Sebastian Beule (LSV Oeventrop) Ventus 2cxM, 2 955; 5. Norbert Sommer (SFC Hirzenhain) Ventus 2cxT, 2 847; 6. Bernd Gauger (FSV Mössingen) Ventus 2cxa, 2 815; 7. Gunnar Karlsson (Örebro Segelflygklubb) Ventus 2cxT, 2 782; 8. Gundula Goeke (LSV Dinslaken) ASG 29E, 2 772; 9. Bernd Weber (FLG Köngen) Ventus 2cxT, 2 741; 13. Albert Kiessling (FG Wolf Hirth) Ventus 2cxM, 2 504

Offene Klasse (nach 4 Wertungstagen): 1. Joachim Schwenk/Uli Schwenk (LSV Münsingen-Eisberg) EB 28 Edition, 3 743; 2. Alexander Müller/Werner Mertel (LSC Burg Feurstein) EB 28, 3 338; 3. Stefan Senne/Katrin Senne (FSV Sindelfingen) ASW 22BLE, 3 334; 4. Klaus Kalmbach (FSV Tübingen) Nimbus 3T/25.5m, 3 266; 5. Conrad Hartter (FSV Tübingen) Nimbus 4M, 3 254; 6. Steve Jones (Lasham) Nimbus 4M, 3 166; 7. Erwin Sommer (Aero Club Walldorf e.V) ASH 25Mi, 3 131; 8. Walter Eisele/Dr. Jan Krüger/Hartmut Lodes (FLG Köngen) Eta, 3 109; 9. Martin Käppeler, Holger Karow (LVI Altkreis Isenhagen) Nimbus 4DM, 2 815; 13. Willi Balz/Frank Wollmershäuser (FG Wolf Hirth) EB 28, 2 181

Doppelsitzer (nach 4 Wertungstagen): 1. Siegfried Baumgartl/Brigitte Brüning (DUO Project e.V.) Duo Discus T, 3 026; 2. Franz Gall/Hilmar Schill (C Stuttgart) Duo Discus T, 3 016; 3. Klaus Plesser/Heinz-Adolf Schreiber (Luftsportclub Castrop-Rauxel e.V.) Duo Discus T, 2 790; 4. Eckhard Anderten/Max Janssen (LSV Rinteln) Duo Discus, 2 666; 5. Eric Neubronner/Dori Neubronner (LG Hotzenwald) Duo Discus, 2 608; 6. Eric Bocciarelli/Joseph Bocciarelli (Pont Saint Vincent) Duo Discus, 2 491; 7. Patrick Stouffs/Arnaud de Broqueville (Aeoclub des Ardennes) Duo Discus T, 2 449; 8. Goesta Worf/Evi Münzinger (LSR Aalen) Duo Discus, 2 400; 9. Kevin Dilger/Christoph Haußmann, (FSV Nürtingen) Duo Discus T, 2378; 10. Michael Weingart/Peter Kluge/Stefan Kessler (FG Wolf Hirth) Duo Discus, 2 372.