Lokalsport

Flüge zwischen Gewitterfronten

In der zehnten Runde der Segelflug-Bundesliga haben die Piloten der Kirchheimer Fliegergruppe Wolf Hirth den 15. Platz und damit sechs Punkte für die Gesamtwertung erreicht.

KIRCHHEIM Dadurch verloren die Kirchheimer den siebten Platz in der Gesamtwertung und liegen nun mit 90 Punkten auf Rang neun.

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Die Piloten sahen sich schwierigen Wetterbedingungen ausgesetzt: es galt, zwischen Gewittern zu fliegen. Von den ersten sechs Piloten der Fliegergruppe, die erst um die Mittagszeit auf der Hahnweide starteten und die sich erhofft hatten, schnelle Flüge für die Bundesligawertung absolvieren zu können, mussten drei "zu den Kühen", das heißt, sie mussten auf Grund verschlechterter Wetterbedingungen außenlanden.

Ein Hauptproblem war, dass die Schauer die Sonne immer wieder abschatteten und damit die notwendige aufsteigende Energie, die Thermik, oftmals ausblieb. Die Piloten kamen dadurch immer wieder sehr tief in Bodennähe und verloren wertvolle Zeit bis sie sich wieder wie es im Fliegerjargon so schön heißt aus Ameisenkniehöhe herausgebastelt hatten.

Patrick Puskeiler, 18-jähriger Schüler aus Göppingen, der mit zwei anderen Vereinskameraden in die Wertung vom Wochenende aufgenommen wurde, zeigte sich nach dem anspruchsvollen Flug dennoch begeistert: "Ich bin immer wieder in Schauer geraten und nass geworden. Aber der Flug hat trotzdem viel Spaß gemacht." Auch Michael Weingart aus Kirchheim lobte die schönen Seiten des Flugtages: "Wir waren heute leider nicht sehr schnell unterwegs, dafür hatten wir fantastische Ausblicke." Den beiden gelangen trotz der schwierigen Wetterlage Flüge um die 230 Kilometern mit Schnittgeschwindigkeiten von 65 km/h und 77 km/h.

Nachdem damit erst zwei Piloten in der Wertung waren, hofften die Bundesligapiloten auf besseres Wetter. Trotz erneutem gewittrigem Wetter wollten wieder acht Piloten Punkte für den Verein erfliegen und wagten einen Start. Ihre Flüge nach Westen waren jedoch überschattet von Schauern und Gewittern, sodass wiederum zwei Flugzeuge mit den Hängern auf die Hahnweide zurückgeholt werden mussten. Martin Treiber hatte an diesem Tag den besten Riecher und flog Richtung Norden in die etwas trockenere Luft mit besseren thermischen Bedingungen. Somit war er der dritte Pilot, der mit seinem Flug von 278 Kilometern und einer Schnittgeschwindigkeit von 60km/h der Fliegergruppe auf Platz 15 der Rundenwertung verhalf.

Die beiden Fliegerclubs, die den Kirchheimern in der Gesamtwertung bisher dicht auf den Fersen waren, Berlin und Schwandorf, konnten die dort vorherrschende bessere Wetterlage nutzen und überholten. Dennoch hatten die Fliegerfreunde ein paar Gründe zum Feiern: ein bisher eingefleischter Motorflieger aus ihrer Mitte, Frank Wollmershäuser, konnte den für den Segelflugscheinerwerb notwendigen 50-Kilometer-Flug absolvieren. Außerdem kam bei den Außenlandungen keiner zu Schaden und alle jungen Piloten gewannen viel an Flugerfahrung.

kh