Lokalsport

Folgt Frust-Nummer das Lust-Spiel?

Glückliche Fußballer sehen anders aus: Nach dem 0:1 in Dorfmerkingen war den Kirchheimer Kickern beim Gang zum Mannschaftsbus am Gesichtsausdruck der Frust abzulesen. Die Frage ist: Folgt der Frust-Nummer auf der Ostalb nun das Lust-Spiel beim Tabellenvorletzten TSV Schönaich am Sonntag (Anpfiff 15 Uhr)?

REIMUND ELBE

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DORFMERKINGEN/KIRCHHEIM Granteln und Hadern gehört zum Fußballeralltag nach verlorenen Spielen. Die Kirchheimer machten von dieser Frustbewältigung am Mittwochabend im Härtsfeld reichlich Gebrauch. Verteidiger Christopher Eisenhardt ärgerte sich noch Minuten nach dem Abpfiff maßlos über den Freistoß, der zum spielentscheidenden 0:1 geführt hatte. "Das war alles andere als ein Foul von mir, der Pfiff ein Witz. Der Dorfmerkinger Stürmer wurde für seine Cleverness belohnt." Kluges kluger Fall knapp 25 Meter vor dem gegnerischen Tor war jedenfalls die Basis für den SFD-Siegtreffer.

VfL-Kapitän Mario Grimm, für den es übermorgen in Schönaich ebenso ein Wiedersehen bei seinem Ex-Club gibt wie für Mittelfeldakteur Thorsten Raspe, monierte derweil die Abschlussschwäche seines Team. "Solche Hochkaräter muss man einfach nutzen." Mittelfeldspieler Coskun Isci, dem vor der Pause in aussichtsreicher, halbrechter Schussposition der Ball vor dem Schuss "versprang" was zur Folge hatte, dass das Leder auf dem Parkplatz statt im Tor landete schlug zumindest schon wieder etwas (vorsichtig) optimistische Töne an. "Wenn wir in Schönaich auch so eine Einstellung zeigen wie in Dorfmerkingen, muss punktemäßig etwas herausspringen." Das wird aber wohl nur der Fall sein, wenn der VfL in der Böblinger Ecke sein "Qualitätsproblem im Angriff", wie es VfL-Spielertrainer Michael Rentschler formulierte, in den Griff bekommt.

VfL-Spieler Cem Korkmaz geriet derweil zum Gewinner des Abends. Der 21 Jahre alte frühere Bezirksligaspieler, von der Spielanlage an den früheren VfL-Stürmer Nihat Güler erinnernd, machte alles andere als eine schlechte Figur in Dorfmerkingen. Er ist zumindest eine Alternative für Spielertrainer Michael Rentschler.

Einer schaute jedenfalls vorgesten Abend ganz besonders fröhlich drein: Kirchheims Ex-Trainer Norbert Stippel. Erst gab es für sein Team vor wenigen Wochen per WFV-Urteil "geschenkte" Punkte aus dem Hinspiel, nun ein glücklicher Heimsieg. So fiel das Lob für den Gegner leicht(er). "Der VfL hat eine junge Mannschaft mit Potenzial", sagte der Ex-VfL-Trainer, der die Kirchheimer 2003 zum WFV-Pokalsieg geführt hatte. Ganz aus dem Schneider sind die Dorfmerkinger allerdings trotz des Erfolges immer noch nicht mit ihren 28 Punkten der bisherige Viertletzte FV Rottweil fuhr vorgestern durch das locker herausgespielte 4:1 über den Letzten FC Frickenhausen (dem erst in der 90. Minute der Ehrentreffer durch Ali Kütri gelang) die volle Punkteernte ein und schob sich mit 25 Punkten auf Platz elf. Auf dem Relegationsplatz 12, punktgleich, rangiert der FV Illertissen. Was rein rechnerisch heißt, dass die SFD gerade mal drei Zähler mehr, der VfL sogar nur einen Zähler mehr als der Relegations-Kandidat aus dem illertal haben.

Die Kirchheimer wissen somit nun, was das Stündchen geschlagen hat. Dass die Partie beim vermeintlichen Absteiger TSV Schönaich übermorgen jedoch kein Selbstläufer wird, zeigte sich am vergangenen Mittwoch: Gegen Tabellenführer TSG Balingen hielten die Schönaicher bis wenige Minuten vor Schluss ein 0:0.

Dann traf der Ligaerste noch durch Link und Kimmerle Endergebnis 0:2.