Lokalsport

Formcheck vor der Erstürmung des Hausbergs

Jetzt laufen sie wieder. Vier Wochen vor der 23. Auflage des Kirchheimer Silvesterlaufs ist es mit der winterlichen Stille am Teckberg vorbei. Wer die 18 Kilometer lange Strecke mit ihren 470 Höhenmetern bewältigen will, muss vor allem eines sein: gut vorbereitet.

BERND KÖBLE

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KIRCHHEIM Er ist ein heimlicher Klassiker, der eigentlich gar keiner sein will. Den großen Silvesterläufen, die im Ländle Jahr für Jahr mit großen Namen und stattlichen Preisgeldern locken, wollten die Organisatoren vom Lauftreff der VfL-Leichtathletikabteilung jedenfalls nie nacheifern. Brauchen sie auch gar nicht, denn seit seiner Geburtsstunde am 31. Dezember 1981 verbucht der ultimative Formtest am letzten Tag des Jahres einen Teilnehmerrekord nach dem anderen. 480 Laufbegeisterte waren es zuletzt und so könnte der Kirchheimer Lauftreff im 25. Jahr seines Bestehens erstmals die 500-Teilnehmer-Marke knacken.

Bei aller Euphorie ist der Tecklauf dennoch das geblieben, was er von Beginn an sein sollte: Eine Breitensportveranstaltung, die in erster Linie Spaß machen soll ohne Leistungsdruck, ohne Siegerlisten und mit Bestmarken, die allenfalls im privaten Kreis unter der Hand gehandelt werden. Dass die alljährliche Erstürmung des Hausbergs unter teils widrigsten Wetterbedingungen ein Familienfest geblieben ist, ist nicht zuletzt den Veranstaltern zu verdanken, die den durchgefrorenen Läufern bei ihrer Rückkehr in der Fußgängerzone einen buchstäblich warmen Empfang bereiten: mit Fackel-Eskorte, heißen Getränken und selbst gebackenen Plätzchen. "Bei uns läuft man der Freude und Gesundheit wegen", meint Lauftreff-Mitglied Reinhard Köster. "Deswegen gibt es weder Prämien noch Antrittsgelder, dafür aber auch keine Startgebühr."

Ob mit oder ohne Leistungsdruck: So manch einer, der die anspruchsvolle Strecke vom Rathaus in den Burghof der Teck allzu sehr auf die leichte Schulter nahm, musste ihr am Ende Tribut zollen. Schließlich warten 400 der rund 470 Höhenmeter, die auf dem neun Kilometer langen Hinweg zu bewältigen sind, erst auf den letzten drei Kilometern bis zum rettenden Burgtor auf die Läufer. Mit den Kräften haushalten lautet folglich das Erfolgsrezept, soll auch das Silvestermenü am Abend noch richtig munden. Doch auch haushalten will gelernt sein, deshalb legen die Lauftreff-Verantwortlichen die Teckroute nur erfahrenen und gut trainierten Läufern ans Herz.

Wer mitlaufen will, sollte die Strecke vorher zumindest einige Male unter die möglichst griffigen Sohlen genommen haben, um die tückischsten Passagen bereits zu kennen. Die meisten derer, die regelmäßig am letzten Nachmittag des Jahres dabei sind, kennen die Pfade und Wege rund um die Teck ohnehin bei jeder Jahreszeit, denn eine solide Vorbereitung am besten übers ganze Jahr hinweg ist der Grundstein, damit das Unternehmen Silvesterlauf in schöner Erinnerung bleibt. Den Rest erledigen die begeisterten Zuschauer am Streckenrand, die schon so manch Leid geprüftem Kämpferherz den letzten Funken Willenskraft entlockten.