Lokalsport

Formlos, planlos, punktlos

Handball: Owener Krise hält an

Ehingen. Zu Beginn der überaus schwachen Partie in der mit knapp 250 Zuschauern – fast ein Drittel davon waren Owener – spärlich besetzten Ehinger Längenfeldhalle, hatte der TSV Owen zunächst die besseren Möglichkeiten. Owen legte jeweils durch Treffer von Heiko Hoyler und Martin Weiss bis zum 4:4 vor. Es schien so, als hätten sich die Gelbhemden endlich gefangen, doch Steffen Kletts Treffer zum 5:4 bedeutete nach neun Minuten für lange Zeit den letzten Treffer der Teckstädter. Immer wieder rannten sich Klett und Co. in der Abwehr der TSG fest. Ehingen glich durch ihren besten Mann Christopher Kiem zum 5:5 aus.

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Im Anschluss daran erfolgte eine Owener Tiefschlafphase. Fast 15 Minuten gelang den Gelbhemden kein Treffer mehr. Doch die TSG nutzte dies nicht zu einer Vorentscheidung. Das Spiel blieb weiter schwach – „Not gegen Elend“ kommentierte Owens Urgestein Ullo Raichle. Owen mühte sich zwar in der Abwehr und verhinderte eine frühe Vorentscheidung, doch was im Owener Angriff ablief, war mehr als harmlos. Bastian Reckziegel verhinderte mit zwei Paraden beim Siebenmeter einen höheren Rückstand. Mit der Hereinnahme der Youngsters Janick Lehmann, Sebastian Martin und Raphael Schmid änderte sich dies jedoch schlagartig. Owen war in den letzten sechs Spielminuten wie verwandelt. Im Angriff waren die Gelbhemden plötzlich viel torgefährlicher.

Vor allem Spielmacher Janick Lehmann, der trotz Fiebers mitwirkte, zeigte sich als belebendes Element. Er leitete mit seinem Treffer zum 6:9 die Aufholjagd ein. Tor um Tor verkürzten die Teckstädter nun und gingen durch den Treffer von Raphael Schmid zehn Sekunden vor dem Seitenwechsel mit 11:10 in Führung.

15:12 stand es danach – Owens Anhänger hofften. Vergebens. Denn danach war das Selbstvertrauen der Gelben plötzlich wieder wie weggeblasen und die TSG konnte durch vier Treffer in Folge wieder in Führung gehen. Für die Gastgeber war es dabei immer wieder Christopher Kiem, der zum Erfolg kam. Zunehmend scheiterten die Gelbhemden immer wieder an Torhüter Michael Matranga. Trotz der Videoanalyse und der deutlichen Ansprache des Trainergespannes über die Stärken und Schwächen des Ehinger Keepers vergaben die Owener Akteure zahlreiche gute Torchancen. Allein vom Siebenmeterstrich scheiterten sie vier Mal. Die Gastgeber witterten nun die Chance zur Vorentscheidung. Beim Treffer zum 19:18 durch Marius Schmidt lag Owen letztmals in Führung. Fortan passte wenig: Durch zahlreiche Auswechslungen nahm sich der TSVO selbst den Spielfluss.

Ehingen hatte die bessere Schlussphase. Christian Nastea sorgte per Tempogegenstoß für das 23:21, Owen blieb durch Meissner zunächst dran.Ehingen gelang das 24:22, und Owen scheiterte trotz bester Möglichkeiten im Angriff. Allein zwei Strafwürfe vergaben die Teckstädter bei diesem Spielstand. Die TSG spielte die letzten Sekunden dann souverän herunter und markierte durch Niedermayer per Siebenmeter den Endstand zum 25:22. Letztendlich mussten die Teckstädter am Ende wieder erkennen, dass das eigene Angriffsspiel verbessert werden muss. Am kommenden Wochenende ergibt sich die Chance zur Rehabilitation: im Heimspiel gegen den bisher ebenfalls schwächelnden TSV Bad Saulgau. jb

TSG Ehingen: Matranga, Beck – Kley, Vögt­lin, Heck (2), Kiem (9), Nastea (3), Niedermayer (7/1), Dietz, Seewald, Drenovak (4/3), Bosler, Golesne.

TSV Owen: Brodbeck, Reckziegel (bei drei Siebenmetern) – Schmidt (4/3), Dunkel (1), Jörn Lehmann, Weiss (2), Hoyler (3), Schmid (2), Meissner (2), S. Klett (3/1), B. Klett (1), Hanssen, Janick Lehmann (3), Martin (1).

Schiedsrichter: Stefan Jager und Steffen Krahn (VfL Waiblingen).