Lokalsport

Fortuna streikt in Austria

Außer Spesen nichts gewesen so das Fazit nach der Auslandsreise der Weilheimer Handballer ins österreichische Feldkirch. In einem Spiel, das auf Weilheimer Seite geprägt war von Fehlwürfen und Abspielfehlern, gelang es den Limburgstädtern nicht, die sich bietenden Chancen zu nutzen. Am Ende stand der TSV beim 24:28 mit leeren Händen da.

FELDKIRCH Die Niederlage ist umso ärgerlicher, als das Unternehmen "Österreich" von langer Hand geplant war: Die Mannschaft war frühzeitig angereist, hatte eine kleine Trainingseinheit absolviert, um die anstrengende Busfahrt aus den Knochen und Köpfen zu bekommen. Anschließend gab es ein gemeinsames Essen mit den mitgereisten Fans. Trainer Markus Beichter wollte nichts dem Zufall überlassen. Und dennoch verspielte der TSV eine große Chance, sich eine bessere Position in der noch enger zusammengerückten Spitzengruppe zu verschaffen.

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Das Spiel wurde in einer torarmen ersten Hälfte von beiden Seiten äußerst nervös geführt. Der TSV Weilheim kam besser ins Spiel und ging mit 2:0 in Führung. Eine starke Abwehr ließ zu Beginn den Gastgebern nur wenige Chancen zu. Ein Sonderlob verdiente sich dabei TSV-Youngster Björn Bachofer. Im Angriff zeigte der TSV aber bereits jetzt seine zwei Gesichter: Wurden die ersten beiden Tore noch schön herausgespielt, folgten danach mehrere Aktionen, bei denen der Ball direkt in den Armen des Gegners landete und diesen regelrecht zum Ausgleich einlud. Die Folge: nach sieben Minuten stand es 2:2.

Weilheim schien danach kurzzeitig aufzuwachen und ging beim 5:2 und 10:7 mit drei Toren in Führung. Anstatt nun aber einen kühlen Kopf zu bewahren und diesen Vorsprung mit in die Halbzeit zu nehmen, agierten die Gäste in Abwehr und Angriff zunehmend kopflos. Dem HC Feldkirch gelangen so vor der Pause noch vier Tore, sodass die Gastgeber mit 10:11 die Führung mit in die Kabine nehmen konnten. Wer darauf gehofft hatte, dass der TSV nach der Pause konzentrierter zu Werke gehen würde, sah sich getäuscht. Zwar gelang den Limburgstädtern gleich mit dem ersten Angriff der Ausgleich, doch Feldkirch ging wieder in Führung.

Die Gastgeber demonstrierten, wie man mit einfachsten Mitteln zum Erfolg kommen kann. Besonders auf der linken Abwehrseite der Weilheimer zeigte sich die Schnittstelle zwischen Außen- und Halbposition als größte Schwachstelle. Im Gegensatz zu den Vorarlbergern mussten sich die Gäste auf die individuelle Stärke einzelner Spieler verlassen: Volker Allgaier und Marco Schill war es zu verdanken, dass die Limburgstädter dran blieben. Eine Viertelstunde vor dem Ende schien sich das Blatt dann doch noch zu wenden. Gestützt auf das starke Weilheimer Torhütergespann Rehkugler/Müske, die gemeinsam vier von acht Siebenmetern entschärften, gelang dem TSV beim 20:19 erstmals wieder die Führung, die sogar auf 21:19 ausgebaut werden konnte.

Nach fünf torlosen Minuten folgte der Knackpunkt des Spiels: Nach einem Foul an einem Weilheimer Spieler und einem verweigerten Siebenmeter schickte der Unparteiische diesen wegen Meckerns vom Platz. Der HC Feldkirch nutzte die Gelegenheit zum Ausgleich und erzielte mit vier Toren in Folge das vorentscheidende 25:22. Der letzte Funken Hoffnung auf einen Weilheimer Punktgewinn erlosch zwei Minuten vor dem Ende, als gleich zwei Weilheimer Spieler auf die Bank mussten. Am Ende eines fairen Spiels hatte nicht unbedingt die bessere Mannschaft gewonnen, sondern diejenige, der in entscheidenden Phasen weniger Fehler unterliefen und die cleverer agierte.

Als landesligatauglich erwiesen sich auf Weilheimer Seite an diesem Abend nur die etwa 40 mitgereisten Fans, die ihre Mannschaft über 60 Minuten anfeuerten und die sich an diesem Abend mehr Engagement auf dem Platz verdient hätten.

ab

TSV Weilheim:

Müske, Rehkugler Holl, Auweter, Sigel (2), Schill (6), Klein, Bachofer (1), Weiss (3), Bleher (3), Allgaier (8/1), Mauch (1), Bächle.HC Feldkirch:

Satzinger, Hindringer A. Schleimer (1), Khüny J. (5), Vurcer (4/3), Hintringer F. (6), Lampert (8/1), Khüny Ch. (1), Brunner, Veit (2), Hintringer Ch. (1), Lang.