Lokalsport

"Frecher" VfL bietet lange Paroli

Der VfL Kirchheim hat sich gestern Abend mit einer respektablen Leistung aus dem WFV-Pokalwettbewerb 2005/2006 verabschiedet.

REIMUND ELBE

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KIRCHHEIM Achtzig Minuten waren an der Jesinger Allee bei Schmuddelwetter gespielt, als die Ulmer zum partieentscheidenden Angriff ansetzten. Zunächst wehrte der stark agierende VfL-Nachwuchskeeper Norman Volber (18) zwar einen Brachialschuß des eingewechselten Ulmer Torjägers Milton Tembo ab. Im Nachschuss brachte der ebenfalls erst kurz zuvor ins Spiel gekommene Dominik Maier die Kugel jedoch mit einem ebenso wuchtigen Spannschuss vom Elfmeterpunkt im linken unteren Toreck unter.

Verdient oder nicht verdient für den Titelfavoriten der am Freitag beginnenden Oberligasaison? An dieser Frage schieden sich nach dem Abpfiff bei den 350 Zuschauern (darunter über 150 teils lautstarke Ulmer Fans) die Geister. Zumindest war der VfL dem Ex-Bundesligisten lange Zeit ebenbürtig. Mario Grimm und Co. störten den SSV immer wieder erfolgreich im Spielaufbau, ermöglichten den Ulmern nur magere vier Topgelegenheiten in 90 Minuten. Doch nicht nur das zerstörerische Element im Kirchheimer Agieren funktionierte, auch im eigenen Spielaufbau lief es teils recht ansehnlich.

Höhepunkt der VfL-Offensivaktionen: Ein atemberaubender Angriff in der 47. Minute, der um Haaresbreite zum 1:0 für die Gastgeber geführt hätte. Erst traf Mittelfeldspieler Michael Kutscher mit einem Schuss nur den Innenpfosten, den ins Feld zurückspringenden Ball holte SSV-Keeper Holger Betz nach einem Isci-Knaller Sekundenbruchteile später von der Linie und zum Abschluß traf Archontis Siopidis aus dem Gewühl heraus mit einem nicht minder wuchtigen Schuss die Unterkante der Latte. Der Aufreger schlechthin für die Kirchheimer und Beweis für den engagierten und erfolgsorientierten Auftritt des Außenseiters.

Nach dem durchaus ansehnlichen, weil immer flotten Pokalfights gab es für die Kirchheimer Lob von Gästeseite. "Der VfL hat sich als frecher Verbandsligist präsentiert", konstatierte SSV-Trainer Marcus Sorg in der Pressekonferenz, "mit so einer Leistung kann man positiv in die Verbandsligasaison schauen."

VfL-Spielertrainer Michael Rentschler warnte vor allzu großer Euphorie bezüglich des Auftritts. "Wir haben verloren, das allein zählt", sagte der gestern nicht spielende Übungsleiter, "der SSV hat gezeigt, wie man in einer entscheidenden Spielphase effizient mit Chancen umgeht." Rückkehrer Ferdi Er ("Ich bin froh, dass meine Verletzung überwunden ist") ärgerte sich zwar genauso über die Niederlage, sagte aber auch: "Wir haben gezeigt, dass wir mit einem Oberligisten mithalten können. Das gibt Selbstvertrauen."

VfL Kirchheim:

Volber Fuchs, Eisenhardt, Siopidis, Er (86. Kümmmerle) Isci, Grimm, Kutscher, Polat Singh (66. Klon), Erenler.SSV Ulm 1846:

Betz Skowranek, Meier, Sprengart, Sahin Mayer (88. Müller), Wünsche, Bagceci, Moughfire Barth (68. Tembo), Kohly (71. Maier). Tor:

0:1 Dominik Maier (80.).Gelbe Karten:

Eisenhardt, Grimm Moughfire.

Schiedsrichter:

David Paulat (Schönebürg) leitete die Partie sicher.Zuschauer:

350.