Lokalsport

Frenkie goes to Hollywood

Kirchheims Basketballer gastieren heute beim FC Bayern München

Rückkehr an die Stätte des größten Triumphs: Vor neun Monaten feierten die Knights in der bayerischen Landeshauptstadt in einem begeisternden Saisonfinale den Aufstieg in die Pro A – am heutigen Samstag wartet mit dem FC Bayern München wiederum ein attraktiver und gefährlicher Gegner auf die Schwaben. Die Begegnung um 19.30 Uhr in der Sporthalle an der Säbener Straße soll die tolle Vorrunde der Knights krönen.

Kirchheim. Die Basketballbegeisterung in Kirchheim hält unvermindert an: Zwei Busse mit knapp 100 Fans werden sich heute Nachmittag auf den Weg nach München machen, unterstützt von zahlreichen weiteren Knights-Anhängern, die den Trip mit einem Einkaufsbummel verbinden. Beste Voraussetzungen also, um in der Fremde auf Punktejagd zu gehen. Es ist allerdings nicht zu erwarten, dass es die Mannschaft des Münchner Traditionsvereins seinen Gästen allzu leicht machen wird: Das Team von Georg Kämpf ist gespickt mit hochkarätigen Spielern.

Ähnlich wie die Knights legten die Bayern nach eher mäßigem Start eine Erfolgsserie mit sechs Siegen aus den letzten neun Begegnungen hin, stehen nun mit ausgeglichenem Punktekonto nur zwei Punkte hinter den Schwaben auf Rang neun. Beim Jahresauftakt in der vergangenen Woche wurden sie nach langer Führung erst in den letzten Minuten durch die Gastgeber aus Chemnitz abgefangen und unterlagen mit 75:77.

Der FCB ist eine stark von den Außenspielern geprägte Mannschaft, die gerne durch Würfe und Drang zum Korb den Abschluss sucht. Durch die Verletzungsserie auf den großen Positionen verstärkt sich diese Spielweise noch: Mit Stuart Robbins und Michael Buse musste Bayern-Coach Kämpf beim letzten Spiel gleich auf zwei Center verzichten. Der Einsatz beider Spieler ist derzeit noch ungewiss. Auf den Außenpositionen sind die Bayern dagegen brandgefährlich: Mit Kelvin Parker und Cedric Brooks stehen ihnen gleich zwei Top-Point-Guards zur Verfügung, die im Schnitt 17,6 bzw. 15,9 Punkte pro Spiel erzielen. Die Münchner Stärke wird noch unterstrichen durch die Leistungen von Jamar Howard und Tim Morris mit 14,7 und 13,4 Punkten pro Match.

Keine einfache Aufgabe also für die Ritter, bei denen es darauf ankommen wird, freie Würfe der gefährlichen Guards zu unterbinden. Mit der Abwehrleistung aus dem Bayreuth-Spiel im Hinterkopf können die Kirchheimer mit der Gewissheit, jeden Gegner in Schach halten zu können, ins Spiel gehen.

„Mit der Leistung meiner Mannschaft in der Abwehr war ich schon sehr zufrieden“, lobte Coach Frenkie Ignjatovic (Bild) seine Spieler, fordert aber, dass sich „die Wurfquote noch deutlich im Vergleich zum letzten Samstag verbessert“. Ignjatovic, immer noch leicht verärgert über den „verschossenen Elfmeter“ in den letzten Spielsekunden des Bayreuth-Spiels, ist jedoch froh, dass er derzeit keine Verletzten beklagen muss und auf ein motiviertes und fittes Team zurückgreifen kann. „Wer solche Fans hat wie wir, der muss einfach alles geben. Es ist sensationell, wie groß die Begeisterung in Kirchheim ist“, so Frenkie Ignjatovic vor dem Trip zum FC Hollywood, wie der FC Bayern vor allem in Fußballerkreisen genannt wird.

Ein Kirchheimer Spieler wird besonders beflügelt ins Spiel gehen: Phillipp Heyden, 20-jähriger Kooperationsspieler, wurde von der Liga zum „P4two-Youngster“ des vergangenen Monats ausgezeichnet. Nach Ziyed Chennoufi und Adam Bauman werden die Knights nun schon zum dritten Mal in Folge berücksichtigt.

Auf die Zuschauer wartet ab 19.30 Uhr in der Halle an der Säbener Straße 49 neben dem sportlichen Highlight noch eine weitere Attraktion: Samba-Tänzerinnen aus der Dinnershow „Do Brazil“ des Ex-Fußballprofis Giovane Elber werden die Stimmung auf den Rängen zusätzlich anheizen. Elber, der erstmals ein Basketballspiel des FCB besuchen wird, spielte in der Vergangenheit ja nicht nur bei den Bayern, vielmehr war er Mitte der Neunzigerjahre gemeinsam mit Fredi Bobic und Kassimir Balakov Bestandteil des „magischen Dreiecks“ beim VfB Stuttgart.

Ob sein Herz heute Abend wohl noch immer für die Schwaben schlägt? bs

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