Lokalsport

Freude in Freudenstadt

Nach zwei Jahren ist das Gastspiel von Sprinttalent Valerie Hess in Kirchheim beendet. Im Dezember 2005 hoffnungsvoll als Staffelläuferin vom TSV Freudenstadt zum VfL gewechselt, zieht es die 20-Jährige jetzt wieder zu ihrem Heimatverein eine Trennung mit Ansage.

PETER EIDEMÜLLER

Anzeige

KIRCHHEIM Der Kreispressewart hat's als Erster gewusst: Bereits beim Köngener Abendsportfest Ende Juli erfuhr Leichtathletik-Urgestein Paul Kuppler von den Abwanderungsgedanken der Valerie Hess. "Ihr Vater hat da schon gesagt, dass sie wohl bald wieder nach Freudenstadt zurückkehren würde", erinnert sich Kuppler. Zu sehr wurmte die 20-jährige Studentin der Pädagogischen Hochschule Freiburg, dass sie aufgrund ihrer Leistungen keine Rolle mehr in der erfolgsverwöhnten 4 x 100-m-Staffel des VfL Kirchheim spielte. Den Part der Startläuferin hatte sich die immer stärker werdende Franziska Dobler gesichert, die erst im Januar dieses Jahres zum VfL kam. Zusammen mit Anja Wackershauser, Katja Holder und Ann-Kathrin Fischer sorgte in der abgelaufenenen Saison Dobler für Furore nicht Valerie Hess, der nur noch die Rolle der Zuschauerin blieb.

"Wir haben immer wieder Ausscheidungsläufe gemacht", erklärt VfL-Trainer Micky Corucle, "und immer war Franziska schneller als Valerie." Die Konsequenz war aus menschlicher Sicht zwar hart (Corucle: "Als sie aus der Staffel raus war, hat sie geweint"), aus sportlicher Sicht jedoch unvermeidlich. "In einer Staffel müssen nunmal die vier Schnellsten laufen", so Corucle. Der Erfolg gab ihm recht: Mit Franziska Dobler verbesserte die VfL-Staffel in dieser Saison drei Mal den Kreisrekord, wurde württembergischer und süddeutscher Meister und verpasste bei den deutschen Titelkämpfen auf Rang vier Edelmetall nur knapp.

Der Rolle als fünftes Rad am Wagen überdrüssig, entschloss sich Valerie Hess nun, wieder zu ihrem Heimatverein TSV Freudenstadt zurückzukehren. Dort sind die Verantwortlichen der Leichtathletikabteilung nicht traurig über ihre Rückkehr. "Wir freuen uns natürlich, dass sie wieder für uns starten wird", sagt Abteilungsleiterin Ursula Mast, deren Ehemann Helmut die Sprinterin weiterhin trainieren wird trotz ihres Wechsels vor zwei Jahren zum VfL hatte Hess unter der Woche meist in Freudenstadt trainiert, kam nur zum Üben der Staffelwechsel ins Kirchheimer Stadion.

Allen Vermutungen zum Trotz verlief die Trennung zwischen Valerie Hess und dem VfL ohne böses Blut. "Ich habe kein Problem mit ihr", sagt Micky Corucle, der nun erst mal ohne Ersatzläuferin für sein Sprint-Quartett dasteht. "Wir werden das intern schon regeln", will er im Hinblick auf potenzielle Hess-Nachfolgerinnen jedoch (noch) keine Namen nennen.