Lokalsport

Freudentänze nach dem 1:0

Wenige Stunden vor dem "Tag der Arbeit" belohnte sich Verbandsligist VfL Kirchheim für die Mühen der letzten Monate. Der Klassenerhalt ist nach dem verdienten 1:0 (0:0) über Oberliga-Aufstiegskandidat TSV Schwieberdingen zum Greifen nahe gerückt.

REIMUND ELBE

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KIRCHHEIM Es ist ein Geben und Nehmen in dieser Saison: Die mitleidenden VfL-Fans investieren jede Menge Nerven und nehmen Enttäuschungen in Kauf, die junge Kirchheimer Mannschaft hat für Ihre Getreuen dafür leistungsmäßig immer mal wieder Überraschendes in petto. So auch am Samstag: wer beim dritten Verbandsliga-Spiel binnen acht Tagen eine kraft- und ideenlose VfL-Mannschaft gegen das auf Grund der fehlenden Englischen Woche relativ ausgeruhte Spitzenteam erwartet hatte, wurde schnell eines Besseren belehrt: Der VfL bot gegen das mit ober- und regionalligaerprobten Routiniers nur so gespickten Gästeteam eines der besten Heimspiele der Saison.

Und wie es an solchen Tagen dann manchmal eben so kommt, verhalf auch ein wenig Glück den Kirchheimern zu den dringend benötigten drei Punkten. Doch an der Fortune lag es beileibe nicht allein, dass dem VfL ein Erfolg über das zuletzt acht Mal (!) hintereinander ungeschlagene Team von Spielertrainer Gianni Covelli gelang. Die Kirchheimer präsentierten sich nämlich siegeswillig, und zu keiner Sekunde war jene Lethargie im Spiel der Teckstädter zu spüren, die am vergangenen Mittwoch maßgeblich zur 1:2-Enttäuschung gegen die TSF Ditzingen geführt hatte.

Die partieentscheidende Szene spielte sich in der 65. Minute ab. Allein dieser Treffer war locker das Eintrittsgeld wert. Ex-Profi Torsten Raspe (biss sich trotz Achillessehnenschmerzen bis kurz vor dem Abpfiff durch) setzte in jener Aktion mit einem perfekt getimten Pass auf die linke Seite Mittelfeldkollege Coskun Isci in Szene. Jener sprintete noch einige Meter mit dem Ball und schloss die Aktion mit einem äußerst platzierten Schuss aus 14 Metern Entfernung ins rechte Eck ab. Der fußballerische Geniestreich erinnerte an Raspes Traumpass, der wenige Wochen zuvor zu einem Treffer in Schönaich geführt hatte Angreifer Cem Korkmaz vollendete damals.

Freudentänze gab's nach dem 1:0 beim VfL, der freilich bis zur Führung einige brenzlige Situationen zu überstehen hatte. Die Schwieberdinger zeigten mit schnellem Kurzpassspiel und blitzschnellen Aktionen nach Standardsituationen, warum sie zu den besseren Verbandsligateams in dieser Saison zählen. Einzig mit dem Toreerzielen haperte es. Ein Pfostenschuss (23., Markus Lang) und eine Glanztat von VfL-Torwart Jürgen Rechner, der nach einer scharfen Hereingabe mit einem Hechtsprung und anschließendem Fingerspitzeneinsatz vor einem einschussbereiten Schwieberdinger rettete (32.), waren zwei Aufreger vor der Pause.

Auch nach dem Wechsel mühte sich der TSVS vergeblich um einen Treffer: Angreifer Schurichin zielte wenige Sekunden nach dem Wiederanpfiff ebenso aus fünf Metern übers VfL-Tor, wie Offensivkollege Buck eine Viertelstunde später. Aber: Auch der VfL spielte munter mit, traf ebenfalls den Pfosten (27., Grimm) und tummelte sich zudem nicht selten an und im gegnerischen Strafraum.

Dabei hatte Michael Rentschler nach der Verletzung von Stefan Ziegler (wir berichteten) und dem erneuten Fehlen von Abwehrspieler Archontis Siopidis (Magenprobleme) einige Änderungen vornehmen müssen. Emrah Polat rückte vom Mittelfeld auf die linke Defensivposition und machte seine Sache ebenso gut, wie Christopher Eisenhardt, der die Ziegler-Position in der zentralen Verteidigung einnahm. Aber auch die Nachrücker Stefan Baumer (Mittelfeld) und Emrah Erenler (Angriff) fügten sich nahtlos in die kämpferisch und sogar phasenweise spielerisch überzeugende VfL-Mannschaft ein. Der Kirchheimer Erfolg hatte eben viele Väter.

VfL Kirchheim: Rechner Fuchs, Eisenhardt, Rentschler, Polat Isci, Grimm (90. Lambor), Raspe (84. Morisco), Baumer Korkmaz, Erenler (72. Singh)TSV Schwieberdingen: Kummer Beck, Tullius (68. Covelli), Dense (53. Bohn), Lechner Adamos, Marusic (11. Uckan), Lang, Kutnjak Buck, SchurichinTore: 1:0 Isci (65.)Gelbe Karten: Fuchs, Isci Lechner, Schurichin, Buck, UckanZuschauer:130Schiedsrichter: Josef Ringer (Leutkirch) war ein guter Leiter.