Lokalsport

Frickenhausen entwickelt sich zum Franken-Schreck

Der Deutsche Pokalmeister TTC Frickenhausen entwickelt sich zum Angstgegner für das Team Müller Würzburger Hofbräu. Wie schon im DTTB-Pokal ging das Team von Trainer Qiu auch im Halbfinale des ETTU-Pokals am Samstagabend vor heimischer Kulisse erfolgreich von der Platte. Mit dem neuerlichen 3:1-Sieg hat sich der TTC eine gute Ausgangsposition für das Rückspiel am 11. Februar in Würzburg geschaffen.

OLAF NÄGELE

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FRICKENHAUSEN "Wir sind motiviert bis in die Haarspitzen", beschrieb Frickenhausens Präsident Rolf Wohlhaupter-Hermann die Stimmung seiner Mannschaft vor dem Spiel und genau so präsentierte sich der Deutsche Pokalsieger. Die Franken wiederum versuchten mit einer neuen taktischen Variante den Schwaben-Riegel zu knacken, der ihnen in der Bundesliga und im Halbfinale des DTTB-Pokals empfindliche Niederlagen zugefügt hatte.

Würzburgs Trainer Rozsnyoi ließ den Tschechen Pavelka an zweiter und den Chinesen Leung an dritter Stelle antreten. Er versprach sich davon einen sicheren Punkt im dritten Spiel und hoffte, dass seine Spitze, Petr Korbel, ebenfalls mindestens einen Zähler beisteuern würde. Im ersten Spiel trat Tomasz Pavelka also gegen Ma Wenge an, der sich im DTTB-Pokal den Status des Unbezwingbaren erspielt hatte. Auch der Tscheche konnte daran nichts ändern. In allen drei Sätzen beherrschte Ma seinen Gegner klar, erzwang sich Chancen und profitierte auch von zahlreichen Fehlern seines Gegenübers. Sein 3:0-Sieg überraschte niemanden und ging auch in dieser Höhe voll in Ordnung.

Wesentlich mehr Feuer war in der Partie Lundquist gegen Korbel drin. Der Schwede hatte noch eine Rechnung aus dem DTTB-Halbfinale offen, das er unglücklich mit 1:3 verloren hatte. An diesem Abend machte er alles richtig und auch Fortuna war ihm hold. Kompromisslos punktete er, machte den aggressiveren und frischeren Eindruck und knüpfte nahtlos an die hervorragende Leistung an, die er zuletzt gezeigt hatte. Die rund 500 Zuschauer in der Halle dankten es ihm mit stehenden Ovationen und bejubelten sein klares 3:0. Eindrucksvoller hätte die Revanche nicht ausfallen können.

Das dritte Match sollte nun zeigen, ob die Taktik von Trainer Rozsnyoi aufgehen konnte. Zunächst sah es nicht danach aus. Torben Wosik parierte die Angriffe des Chinesen souverän, konnte sein Spiel aufziehen und ging in Führung. Doch Leung kam zurück ins Spiel. Nachdem er mit 2:1 in Führung gegangen war, glich Torben Wosik mit einem grandiosen 11:5 aus und lag im Entscheidungssatz sogar 9:6 vorn. Doch der Chinese behielt in dem Tischtennis-Krimi die Nerven, schob sich Punkt für Punkt an Wosik heran und erreichte nach zwei Matchbällen den Anschlusspunkt.

Trainer Qiu bewertete die Taktik seines Würzburger Kollegen mit Skepsis. "Das hätte auch ins Auge gehen können. Torben hat super gespielt und mit ein wenig Glück hätten wir 3:0 gewonnen." Es lag also an Frickenhausens Nummer eins, Ma Wenge, den Endstand gegen Petr Korbel herzustellen. Er begann aggressiv, dominierte die ersten beiden Sätze und es sah nach einer schnellen Entscheidung aus. Doch es wurde noch einmal richtig spannend, weil Korbel den dritten Satz gewinnen konnte und Ma es im vierten versäumte, die entscheidenden Punkte für sich zu verbuchen. Doch auch ein 8:10-Rückstand brachte ihn nicht aus der Fassung. Mit kontrollierten Angriffen erzwang er die Verlängerung und siegte am Ende mit 12:10.

Trainer Qiu war zufrieden: "Alle drei haben ihre hervorragende Leistung in der Vorbereitung bestätigt. Sie waren aktiver und aggressiver als die Würzburger und ich bin sicher, dass Ma sich im Rückspiel noch zwei, drei Punkte steigern kann." Und auch Präsident Wohlhaupter-Hermann gab sich optimistisch, was das Rückspiel angeht: "Dieses Ergebnis müsste eigentlich reichen, um ins Endspiel zu kommen." Das Halbfinal-Rückspiel in Würzburg beginnt am 11. Februar um 18.30.

Halbfinale ETTU-Pokal:

TTC Frickenhausen - Müller Würzburger Hofbräu 3:1

Ma - Pavelka 3:0 (11:6, 11:8, 11:4); Lundquist - Korbel 3:0 (12:10, 11:9, 11:9); Wosik - Leung 2:3 (11:9, 3:11, 10:12, 11:5, 12:14); Ma - Korbel 3:1 (11:7, 11:4, 6:11, 12:10).