Lokalsport

Frickenhausen steht im Halbfinale

Der TTC Frickenhausen hat sich nach einer spannenden Begegnung mit 6:3 gegen den amtierenden Meister TTF Ochsenhausen durchgesetzt und damit zum ersten Mal seit drei Jahren wieder das Halbfinale um die deutsche Tischtennis-Meisterschaft erreicht.

OLAF NÄGELE

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FRICKENHAUSEN Die Erleichterung stand allen Beteiligten ins Gesicht geschrieben. Der TTC steht seit drei Jahren wieder einmal im Halbfinale um die deutsche Tischtennismeisterschaft und hat so zumindest eines der Saisonziele erreicht. "Die Mannschaft hat sich gefunden, es herrscht die nötige Harmonie, um auch schwierige Spiele wie das heutige gegen Ochsenhausen zu bestehen", freute sich Manager Christoph Reuhl.

Gesucht und gefunden wurden die Doppelpaarungen. Jens Lundquist spielte an der Seite von Ma Wenge und Torben Wosik hatte Bojan Tokic als Partner. Die Neuformierungen gingen in beiden Fällen auf. "Vor allem Torben und Bojan haben eine sensationelle Partie gespielt", schwärmte Präsident Wohlhaupter-Hermann. In der Tat überzeugten die beiden durch eine konsequente Chancenauswertung und gute Abstimmung. Sie lieferten sich zur Freude der 1 200 Zuschauer mit Chuang/Crisan attraktive Ballwechsel und brachten mit einem deutlichen 3:0-Sieg ihre Mannschaft in Führung.

In der Nebenbox hatten Ma/Lundquist wesentlich mehr Mühe mit Mazunov/Cioti. Die rasche Führung wurde sofort egalisiert und in Satz drei hätte auch eine Entscheidung zu Gunsten der Oberschwaben fallen können. Diese versäumten es beim Stand von 12:11, den Satzball zu verwandeln und mussten sich mit 13:15 geschlagen geben. Damit war der Bann gebrochen. Den Schlusspunkt sicherten sich die Frickenhausener mit einem klaren 11:5.

Das Spiel blieb weiter hochklassig. An Tisch eins lieferten sich Lundquist und Chuang ein dramatisches Match. Der Taiwanese gehört nicht zu den Lieblingsgegnern des Schweden, doch Lundquist nahm die Herausforderung an und kämpfte. Drei Sätze lang tat er dies recht erfolgreich. Leider besiegte er sich im vierten und entscheidenden Satz durch nervöse Aktionen selbst. Mit 1:3 musste er sich geschlagen geben.

Dass Crisan gegen Ma Wenge seine Schwierigkeiten hat, bewies er bereits im Hinspiel. Der rumänische Nationalspieler blieb auch in Frickenhausen erfolglos. Er war dem solide spielenden Chinesen im TTC-Trikot an diesem Nachmittag einfach nicht gewachsen. Souverän gewann Ma mit 3:0.

Auch Torben Wosik ließ gegen Mazunov nichts anbrennen. Hatte er im ersten Satz noch Mühe und musste in die Verlängerung, so bekam er den Russen ab Satz zwei in den Griff und überrollte ihn im dritten Satz förmlich. Bojan Tokic wiederum scheint die Dramatik zu lieben. Zwei Sätze verlor er gegen den verbissen kämpfenden Kuzmin, dann drehte er die Partie um, musste jedoch im entscheidenden fünften Satz erst zwei Matchbälle abwehren, bevor er das Spiel doch noch zu seinen Gunsten entschied.

Die Pause nahm dem Team von Trainer Qiu offensichtlich den Schwung. Im Duell des Routiniers Ma gegen den jungen Chuang wirkte der TTC-Akteur oftmals zu unbeweglich. Ochsenhausens Nummer eins war wesentlich konzentrierter und auch konsequenter in seinem Handeln. Entsprechend deutlich fiel das Ergebnis aus 0:3 aus Sicht des TTC - Akteurs. Ähnlich erging es Jens Lundquist. Sein Gegner Crisan blieb jederzeit Herr der Partie und ließ sich auch nicht vom Siegeskurs abbringen, als der Schwede zwischenzeitlich auf 1:2 verkürzte.

Dann kam der zweite Auftritt Torben Wosiks. Gegen den Russen Kuzmin präsentierte er sich erneut in einer ausgezeichneten Spiellaune, ging ein hohes Risiko und wurde dafür belohnt: Ihm gelang fast alles. Kuzmin hatte an diesem Nachmittag gegen ihn keine Chance.

Mit diesem Sieg rückt der TTC nun auf Platz drei der Tabelle. "Diesen Platz wollen wir unbedingt halten", gibt Präsident Wohlhaupter-Hermann die Marschrichtung für das letzte Spiel gegen Plüderhausen vor. Denn aller Voraussicht nach treffen die Mannen aus dem Neuffener Tal dann im Halbfinale auf das Team aus Würzburg. "Die liegen uns ein bisschen mehr als zum Beispiel die Düsseldorfer." Manager Reuhl sieht es pragmatischer: "Wenn man Deutscher Meister werden will, muss man jede Mannschaft schlagen."