Lokalsport

Frickenhausen wird zum Enduro-Mekka

Freunde des gepflegten Motorsports kommen am Wochenende auf ihre Kosten, wenn mit dem Endurorennen in Frickenhausen das größtes Offroad-Event im Land stattfindet.

Uli Weissinger

Frickenhausen. Baumstämme und Betonklötze, Schlammfurten und Wassergräben, dazu knifflige Waldpassagen und schnelle Streckenstücke mit spektakulären Sprüngen – das alles gilt es am ersten Juniwochenende in Frickenhausen zu meistern und zwar mit dem Motorrad. Bereits zum 16. Mal veranstaltet der MSC Frickenhausen sein ADAC-4-Stunden-Enduro auf dem Ziege-leigelände. Mit rund 500 Teilnehmern ist es das größte Offroad-Event für Motorräder in Baden-Württemberg. Und weil Tradition verpflichtet, haben sich die Verantwortlichen dieses Jahr ganz besonders ins Zeug gelegt – schließlich gilt es einen Rekord zu knacken. 500 Teilnehmer strebt der neue Vereinsvorsitzende Markus Erb in diesem Jahr an, „mit einer zusätzlichen Starterklasse, die dieses Jahr ins Programm gekommen ist, könnten wir diese Marke knacken.“

Seit mehr als vier Wochen stehen deshalb rund 30 Helfer des MSC Frickenhausen jede freie Minute auf dem Gelände der alten Ziegelei. Sie wuchten Baumstämme, stecken Wassergräben ab und suchen die schönsten Auffahrten durch das Waldstück hinauf auf die Wiesen oberhalb des Ortes. Ihr Ziel: Bis zum 4. Juni, wenn abends die ersten Enduro-Piloten aus ganz Baden-Württemberg und darüber hinaus zur Besichtigung anreisen, muss die Strecke in einem Topzustand sein. Am Samstag um 11 Uhr gehen die ersten der rund 500 Teilnehmer, die „Einsteiger“, beim traditionellen Team-Enduro an den Start. Um 16 Uhr folgen dann die Einzelfahrer, die zwei Stunden ihre Runden drehen. Am Sonntag geht es dann zur Sache, wenn mit den Aufsteigern, Experts und Sportfahrern die Cracks der ADAC-Enduro-Serie starten.

Ein echter Höhepunkt soll wie jedes Jahr auf der großen Wiese der „Le Mans-Start“ sein, den die Zuschauer gut verfolgen können – der Eintritt ist frei. Über 100 Motorräder gehen dann gleichzeitig auf die 3,5 Kilometer lange Strecke. Alle Fahrer stellen sich bei dieser Startform gegenüber ihren Maschinen auf, spurten nach dem Startsignal zu ihrem Motorrad und müssen selbiges so schnell wie möglich starten. Wer seine Maschine zuerst anwirft, hat gut Karten, ohne „Stau“ durch die Startkurve zu kommen.

„Es gibt nirgendwo in Deutschland solch einen endurotypischen Parcours wie hier in Frickenhausen“, zitiert MSC-Sportleiter Frank Deusch­le nicht ohne Stolz einen begeisterten Teilnehmer aus dem Vorjahr. Wohl auch deshalb geben und gaben sich in Frickenhausen Endurogrößen und Legenden die Klinke in die Hand: 2009 zum Beispiel Lokalmatador und Schweizer Motocross-Meister Manuel Chittaro aus Zell, der mittlerweile 16-jährige Cross-Youngster Dennis Ullrich oder auch Paris-Dakar-Teilnehmer Jürgen Mayer aus Erkenbrechtsweiler. Einer der treuesten unter den Startern und gleichzeitig mit fast 80 auch der älteste: Herbert Schek, Rallye-Urgestein und Motorradkonstrukteur aus dem Allgäu.

Wo den ganzen Tag über gebruzelt und gekocht wird, steigt am Samstag ab 20 Uhr übrigens auch die After-Race-Party. Im Festzelt an der Strecke können dann alle Zuschauer Rennatmosphäre schnuppern.

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