Lokalsport

Frickenhausener Feiertage

Während der FC Frickenhausen per 2:1-Sieg in Eislingen bereits drei Spieltage vor Saisonschluss die Meisterschaft in der Landesliga perfekt gemacht hat, tritt der TSV Weilheim nach dem 2:2 in Eislingen im Tabellenkeller auf der Stelle. Bei den Personalplanungen beider Clubs für die neue Saison spielt auch der VfL Kirchheim eine Rolle.

Frickenhausen. Feucht-fröhliche Heimfahrt für die Landesligakicker des FC Frickenhausen. Mit der vorzeitigen Meisterschaft und der damit verbundenen Rückkehr in die Verbandsliga im Gepäck wurde die 128 Kilometer-Bustour von Dorfmerkingen, wo der FCF am Samstag 2:1 gewann, zurück ins Neuffener Tal zur rollenden Party. Mittendrin: Chris Eisenhardt, langjähriger Kapitän des VfL Kirchheim und seit dessen K.o. im vergangenen Jahr in der Frickenhausener Abwehrkette am Ball. „Wir haben noch lange in der Kabine in Dorfmerkingen gefeiert, dann auf der zweieinhalbstündigen Heimfahrt und noch bis Mitternacht im Vereinsheim in Frickenhausen“, so der 28-Jährige, der sich jedoch etwas zurückhalten musste. „Nächsten Mittwoch habe ich eine geschäftliche Prüfung, musste in den letzten Tagen viel lernen.“ Nachholen will Eisenhardt die Sause nach dem Höhepunkt der Frickenhausener Feiertage, dem Freundschaftsspiel gegen den VfB Stuttgart am 16. Mai.

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Bei aller Partystimmung hat FCF-Coach Martin Mayer die Personalplanungen für die kommende Verbandsligasaison bereits weitestgehend abgeschlossen. Einziger Abgang ist bis dato Benedikt Deigendesch (hört auf), den die Frickenhausener mit Chris Eisenhardt, Antonio Tunjic, Emrah Polat und Norman Volber vergangenes Jahr aus der Konkursmasse des VfL Kirchheim übernommen hatten.

Der designierte Coach der geplanten VfL-Verbandsligamannschaft, Stefan Haußmann, hat übrigens schon bei den Ex-Blauen im FCF-Dress zwecks Rückkehr an die Jesinger Allee angefragt. Zumindest Eisenhardt („Ich bleibe in Frickenhausen“) hat ihm abgesagt. Unklar ist noch die Zukunft von Antonio Tunjic, der in Dormerkingen vier Minuten vor Abpfiff das 2:1-Siegtor erzielte. Der 16-fache FCF-Torschütze ist bei weitem nicht der einzige Spieler, an dem Stefan Haußmann interessiert ist. Auch die Ex-Kirchheimer Michael Hofstetter (TV Echterdingen), André Kriks (Stuttgarter Kickers II) und Ferdi Er (SV Ebersbach) stehen beim 37-jährigen VfL-Coach angeblich auf der Wunschliste.

Dass dort unter anderem mit Marcel Mettang auch Spieler von Lokalrivale TSV Weilheim auftauchen, liegt nahe, schließlich will der VfL in der Verbandsliga konkurrenzfähig sein. Allerdings stößt den Weilheimern die Kirchheimer Vorgehensweise sauer auf. „Dass man Spieler anfragt, ist normal. Nicht in Ordnung ist aber die Art und Weise“, klagt TSVW-Trainer Alexander Hübbe, der in diesem Zusammenhang von „aggressivem Auftreten“ spricht. Stefan Haußmann kann die Aufregung nicht nachvollziehen: „Mit Marcel Mettang haben wir vor Wochen gesprochen, von meiner Seite aus war da aber nichts unkorrekt.“ So oder so haben die meisten Weilheimer Spieler laut Alexander Hübbe ohnehin signalisiert, dass sie unter der Limburg bleiben werden.

Die Zukunft des TSVW-Trainers selbst soll sich in den nächsten Tagen entscheiden. Nachdem zwei Gespräche zwischen Hübbe, seinem Co Danell Stumpe und den Weilheimer Verantwortlichen Martin Koch, Günther Friess und Manfred Herrmann aus zeitlichen Gründen verschoben werden mussten, sollen nun bald Nägel mit Köpfen gemacht werden. „Wir wollen ein paar Dinge ansprechen, die die Zukunft des Weilheimer Fußballs betreffen“, so Hübbe. Konkret geht‘s um eine noch bessere Verzahnung von Jugend- und Aktivenbereich, die offenbar (noch) nicht ganz im Sinne von Hübbe und Stumpe ist. Ob beide den TSVW andernfalls verlassen, wollte Hübbe weder bestätigen noch dementieren. „Ich will nichts hinauszögern, aber ich muss wissen, ob und welche Vision der Verein hat.“

In der Bezirksliga war‘s gestern indes kein Tag für Nachbarschaftshilfe. Der Tabellenzweite, VfL Kirchheim II, gewann mit Müh und Not sein Heimderby gegen die weiterhin abstiegsbedrohten SF Dettingen mit 2:1. „Die Mannschaft macht einen gefestigten Eindruck“, freute sich Trainer Stefan Haußmann vor allem darüber, dass sein Team einen 0:1-Rückstand noch drehte. „Das macht Lust und Appetit auf mehr“, so Haußmann, der bis Mitte Mai die Kaderplanungen für die erste und zweite VfL-Mannschaft abgeschlossen haben will.

Sein Dettinger Kollege Oliver Klingler trauerte derweil einem möglichen Punktgewinn nach. „Schade, das war eine unnötige Niederlage. Wir haben ein ordentliches Spiel gemacht, aber so wird es immer schwerer, wir geben natürlich weiterhin alles“, so Klingler. Der Aufwind nach dem zweiten Trainerwechsel scheint mit zuletzt drei verlorenen Spielen verpufft. Nichtsdestotrotz einigten sich die Verantwortlichen vergangenen Donnerstag mit Klingler auf ein weiteres Jahr der Zusammenarbeit – unabhängig von der Klassenzugehörigkeit.

Glück hatten die Sportfreunde, dass keiner der unmittelbaren Abstiegskonkurrenten gewann. Somit besteht im Heimduell gegen den direkten Kontrahenten FTSV Kuchen am Donnerstag die Gelegenheit, wertvolle Punkte gegen den Abstieg zu sammeln. Dieser wird sich mit hoher Wahrscheinlichkeit verschärfen, da mit Köngen, Eislingen und Nellingen aktuell drei Vertreter aus dem Bezirk Neckar-Fils die letzten Plätze in der Landesliga belegen, was vier direkte Absteiger aus der Bezirksliga zur Folge hätte. Der Zwölftplatzierte, momentan Wendlingen, würde in die Relegation müssen. Zittern muss daher auch noch der AC Catania Kirchheim, der beim FV 09 Nürtingen 1:2 unterlag und vier Spieltage vor Schluss nur fünf Zähler vor den Dettingern liegt.

Eine Woche zuvor hatten die Schützlinge von Guiseppe Forzano noch für den 2:1-Coup gegen Tabellenführer Heiningen gesorgt. Dieser zeigte sich davon und von der DFB-Sperre für den regionalligaerfahrenen Abwehrrecken Davor Kraljevic gut erholt, untermauerte seine Meisterambitionen mit einem 3:0 gegen RSK Esslingen. Kraljevic war am Mittwoch wegen der Bereitschaft zur Spielmanipulation für den professionellen Wettspieler und -vermittler Ante Sapina aus seiner Ulmer Regionalligazeit gesperrt worden.