Lokalsport

Früher Platzverweis hemmt die SG

Stark verbessert hat sich die SG Lenningen gegen den TSV Heiningen gezeigt. Dennoch reichte es nicht zur Wende. Die Gäste gewannen verdient mit 33:27. Auch deshalb, weil sie spieltechnisch ein klares Plus hatten.

LENNINGEN Bereits nach dreizehn Minuten wurde die SG-Spieltaktik über den Haufen geworfen: Jochen Renz griff Marco Gaballo beim Wurf in den Arm und sah zum Entsetzen der SG-Fans die Rote Karte. Eine sehr harte Entscheidung, wie auch Gästetrainer Tobias Hafner nach Spielende feststellte. Der Lenninger Abwehrchef war zuvor noch nicht einmal verwarnt worden.

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Diesen Schockzustand nutzte der TSV und zog von einem 5:3 auf 10:6 (18.) weg. Mit ihrem kombinationssicheren Laufspiel und einem cleveren Marc Gaballo am Kreis, der die SG-Abwehrmitte band, öffneten sich für die Gäste Lücken. Da wurde dem Linkshänder Michael Fattler hervorragend aufgelegt. Der TSV-Präzisionsschütze mit dem langen Armzug konnte nicht entscheidend gestört werden und traf nach Belieben. Diese Treffsicherheit zeichnete auch alle anderen Gästewerfer aus. Hier wurde Vorshooter Jochen Renz, der die Rückraumaktivitäten hätte eindämmen können

, stark vermisst. Denn außer Fattler trafen auch Thorsten Heinzelmann und Andreas Schaaf mehrmals außerhalb der Neun-Meter-Marke.

Lenningen musste sich seine Torchancen auf Umwegen erkämpfen und ließ es dann beim Abschluss an der nötigen Cleverness fehlen. Ausgenommen Jan Lamparter und Marc Segeritz. Beide zeigten sich durchsetzungsstark und hatten eine sehr gute Torquote. Erschwerend kam für SG-Coach Holger Kiedaisch hinzu, dass Daniel Brugger nach einer Fingerverletzung beim Trainingsspiel gegen Weilheim nicht eingesetzt werden konnte. Auch Mannschaftskapitän Steffen Kazmaier litt noch unter den Folgen einer Daumenverletzung. Absolut sicher, seine Strafwürfe. Er verkürzte zum 13:15-Halbzeitstand.

Nach dem Wechsel hatte Lenningen seine beste Phase. Jan Lamparter zog kraftvoll durch zum 14:15 (31.) und in der gleichen Minute strich Jens Kirschmanns Heber übers Quergebälk. Einen guten Einstand hatte Daniel Born, der in der zweiten Hälfte für Sven Lamparter ins Tor wechselte und in der 34. und 37. Minute die Strafwürfe von Andreas Schaaf und Marco Gaballo parierte. Jetzt war die SG auf Schlagdistanz. Eine Klasseaktion von Jan Lamparter, der sich blitzschnell in der TSV-Deckung drehte, wurde mit dem 18:19 (40.) belohnt. Einen drauf setzte Marc Segeritz, der in 60 Sekunden zwei Tore warf, das letzte zum 20:20 (45.).

Heiningen, im Stil einer Klassemannschaft, hatte die Antwort. Ex-Regionalligaspieler Gaballo am Kreis angespielt, war nicht zu halten. Nach wie vor zeigten Fattler und Schaaf keine Abschlussschwächen. Diese traten nun bei der SG vermehrt auf. Da fanden drei Risikoanspiele an den Kreis den falschen Adressaten und im Gegenzug lag der Ball im SG-Netz. Die Gäste waren beim 26:22 (51.) wieder eindeutig Chef im Ring. Auch Jochen Leitners Treffer zum 23:26 und 24:27 (53.) konnten den TSV nicht beeindrucken. Zumal in der Schlussphase Christoph Wiesinger und Jens Kirschmann mit zwei sehr guten Möglichkeiten an Yannick Pengl scheiterten. Jetzt knickte die SG doch etwas ein. Für den TSV wurde das Spiel zum Selbstläufer.

"Ich habe in der Schlussphase viel gewechselt und wir konnten nochmals richtig Gas geben", verriet Gästetrainer Tobias Hafner. SG-Hauptsponsor Roland Hartmann sah die Niederlage aus diesem Blickwinkel: "Wir haben zu wenig aus unseren Chancen gemacht. Heiningen war einfach ballsicherer."

döl

SG Lenningen:

S. Lamparter, Born; J. Lamparter (9), Segeritz (5), Austen (3), Kazmaier (3/3), Leitner (2), Braunwarth (1), Kirschmann (1), Renz (1/1), C. Wiesinger (1), J. Wiesinger (1), Schwohl.TSV Heiningen:

Frömel, Pengl; Fattler (8), Schaaf (6), Kleber (6/4), Gaballo (5/1), Heinzelmann (3), Koller (3), Bräunle (1), Wagner (1), Traub, Wohlang.Zuschauer: 300.

Schiedsrichter:

Kienle/Simmendinger, Dettingen/Albbuch.