Lokalsport

Frust in Frickenhausen

Weilheimer Landesliga-Fußballer unterliegen nach bravouröser Leistung 2:3

Was für ein Drama gestern Abend: Bis zur 67. Spielminute führte Fußball-Landesligist TSV Weilheim beim Titelfavoriten FC Frickenhausen mit 2:0 – und stand beim 2:3 am Ende doch mit leeren Händen da.

Frust in Frickenhausen
Frust in Frickenhausen

Frickenhausen. Eine gute Nachricht gab‘s für den FC Frickenhausen schon vor dem Spiel: Torjäger Antonio Tunjic kommt vom VfL Kirchheim als Neuzugang. „Ich habe dem FCF mein Wort gegeben und unterschreibe in den nächsten Tagen“, sagte Tunic, Augenzeuge der Partie. Die begann mit einer Überraschung: Nicht der hochgerüstete und mit Ex-Kirchheimer Oberliga-Spielern reichlich bestückte Titelmitfavorit, sondern Underdog TSV Weilheim dominierte mit aggressivem Forechecking das Spiel. Die Strategie des Nach-vorne-Verteidigens ging zunächst voll auf: Nach einem Dribbling besorgte Kai Hörsting schon in der achten Minute die 1:0-Führung, und die anschließenden Torchancen von Sebastian Cronauer (20.) und Mettang (41.) waren auch nicht von schlechten Eltern. Letztlich war Weilheims 1:0-Halbzeitführung auch deshalb verdient, weil die betont zurückhaltenden Frickenhausener lediglich Distanzschüsse von Isci (17.) und Polat (28./jeweils drüber) als Möglichkeiten verbuchten. Auf der Gegenseite ging Hörsting am (im?) Strafraum zu Boden – zum Leidwesen der TSV-Fans entschied Schiedsrichter Hieber aber auf Stürmerfoul (41.).

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Die zweite Halbzeit geriet zur Nervenschlacht. Nach dem Rückstand versuchten sich die Frickenhausener am Powerplay, doch nachdem Özkarahman (54.) und Gonzalves (55.) zwei Chancen hatten liegen lassen, hieß es plötzlich 0:2 – Weilheims Hörsting hatte nach einem Entlastungskonter getroffen (65.). Die Vorentscheidung? Mitnichten.

In dem aufregenden, jederzeit sehenswerten Landesliga-Spiel fighteten die Hausherren nochmals zurück, und das offensichtliche Kräfteschonen in Halbzeit eins zahlte sich aus. Fast im Gegenzug fiel durch den lauffreudigen Özkarahman das 1:2-Anschlusstor, als er einen Gabriel-Fehler ausnutzte (67.). Unglücklich aus Weilheimer Sicht der 2:2-Ausgleich 15 Minuten später: Unmittelbar vor dem Eisenhardt-Treffer hatte der Schiedsrichterassistent die Fahne gehoben, doch Hieber hob die Abseitsentscheidung nach Rücksprache mit seinem Linien-Mann auf. Jetzt waren die Weilheimer ziemlich bedient, denn nach dem Lattentreffer von Hörsting (70.) und dem viel diskutierten Gelb-Rot-Platzverweis für Edelmann (75.) hatten sie einen dritten Grund, mit dem Fußball-Schicksal zu hadern.

Es kam noch schlimmer, denn aller schlechten Dinge waren vier an diesem Abend für die Kicker aus der Limburgstadt: Kurz vor Toreschluss fiel noch das 2:3, als sich die Frickenhausener für ihre Aufholjagd mit einem insgesamt etwas glücklichen Siegtreffer belohnten. Nach dem Abpfiff regierte bei den Weilheimern naturgemäß der Frust. „Diese Niederlage ist bitter für uns“, befand Alexander Hübbe, „entscheidend heute war der Platzverweis für Edelmann.“ Zufrieden war der Trainer mit der Mannschaftsleistung dennoch – und überrascht, wie „stark“ seine Cracks gegen die Landesliga-Startruppe aus der Nachbarschaft phasenweise aufgespielt haben. So gesehen kommt der TV Echterdingen zum nächsten Heimspiel am Sonntag gerade recht.top/ms