Lokalsport

Fünf gute Nachrichten nach dem 87:47-Kantersieg

Rechtzeitig vor der heißen Saisonphase in der Basketball-Regionalliga scheinen die Kirchheim Knights langsam wieder in Form kommen. Gegen den SV Tübingen II gewann der VfL deutlich mit 87:47 (42:27).

TÜBINGEN Die Erleichterung war VfL-Coach Theo Leftakis deutlich anzumerken: "Das war ein sehr gutes Aufbauspiel für uns. Vor allem der Stimmung hat es sehr gut getan." Tatsächlich häufen sich nach dem deklassierenden 87:47-Sieg der Kirchheimer Regionalliga-Basketballer bei der Bundesliga-Reserve des SV 03 Tübingen die guten Nachrichten. Die wichtigste: Die Defensive, in der starken Phase der Vorrunde der Garant für den Erfolg der Knights, scheint wieder eine ähnliche Qualität zu bekommen. Das sieht sogar der gestrenge Leftakis so: "Das war eine sehr gute Verteidigung mit wenigen Fehlern. Endlich haben wir das, was wir trainieren, umgesetzt." Die Schlussfolgerung des griechischen Coaches hört sich sogar noch besser an: "Natürlich war der Gegner nicht stark. Aber gegen eine gute Mannschaft hätten wir heute statt mit 40 eben mit zehn gewonnen."

Anzeige

Die zweite gute Nachricht: Kai-Uwe Kranz hat seine Formkrise hinter sich. 22 Punkte, vier Dreier, ein persönlicher Saisonrekord, was die Effektivität betrifft, erstmals zwei starke Spiele nacheinander. Die dritte: Joe Hountondji ist zurück. Viel früher als erwartet konnte Leftakis den Ex-Göppinger wieder ins Geschehen werfen. 13 Minuten durfte Hountondji ran, wobei er zwar noch längst nicht die Form wie vor seinem Lungen-Kollaps zeigte, aber durchaus andeutete, dass er wieder ein Faktor im Spiel werden kann.

Das war erstmals auch Tomislav Martinovic gute Nachricht Nummer vier. So langsam arbeitet sich der Ex-Stuttgarter ins Team. Zehn Punkte in 17 Minuten Einsatzzeit, wenig Fehler, gute Verteidigung, immer besseres Verständnis der Offensiv-Systeme: Tendenz klar ansteigend. Nummer fünf: Die Stimmung ist wieder besser. Denn alle, vom Coach bis zum letzten Bankspieler, waren zuletzt eher gereizt denn gelassen, eher frustriert denn motiviert.

War das die "Wiedergeburt" der Knights? Im ersten Viertel allerdings noch nicht. Offenbar beeinflusst vom Beginn am frühen Sonntagmorgen, startete Kirchheim mit drei Dreiern von Ross Jorgusen, der wieder einmal der Beste war, und Kranz (9:4, 2.), um danach doch einige Fehlwürfe zu produzieren. Die Defensive stand allerdings auch da schon festungsmäßig. Doch im zweiten Viertel gelang auch offensiv viel, und zur Pause führte der VfL, obwohl Chuks Neboh (0:8) und James Hayden (0:5) noch gar nicht getroffen hatten, bereits mit 42:27.

Kurz nach der Pause führte ein durch nun noch bessere Abwehr initiierter Zwischenspurt vom 48:34 (25.) zum 60:34, was Leftakis die Gelegenheit gab, seinen Rekonvaleszenten Hountondji und kurz darauf sogar Dominik Eberle von der zweiten Mannschaft aufs Feld zu bringen. Was die Defensive betrifft, betrachtete dennoch keiner das letzte Viertel als "garbage-time" (US-Ausdruck für den Moment, in dem die zweite Garde spielt). Was neben dem guten Ergebnis ebenfalls positiv stimmt: Die Knights schafften 24 Assists und leisteten sich lediglich elf Ballverluste.

Jetzt kann der SSC Karlsruhe am Samstag ins Ausweichdomizil Walter-Jacob-Halle kommen. Karlsruhe verlor gestern nach Verlängerung zu Hause gegen Heidelberg-Kirchheim und ist mit sechs Niederlagen wohl endgültig aus dem Rennen um die Aufstiegsrunde.

mad

VfL Kirchheim:

Eberle (1), Goehrke (8), Hayden (2), Jaballah, Jorgusen (22/3), Hountondji (6), Kranz (22/4), Lenger (4), Martinovic (10/1), Neboh (5), Tsouknidis (7/1).SV Tübingen:

Weng (13/1), Eppler (2), Dieterle, Unger, Heckmann, Kochendörfer (16/3), Bouwmeester (8/1), Polunic, Klemm (2), Beck, Hörrmann (6).Dreier:

9 (VfL), 5 (SV).Fouls

: 19 (VfL), 16 (SV).Freiwürfe:

16:22/72,7 %, 13:19/68,4 % (SV).Viertel (SV VfL):

12:14, 15:28, 9:22, 11:23.Schiedsrichter:

Roman Nagy (Ulm) und Peter Reil (Nersingen) hatten überhaupt keine Probleme.Zuschauer:

80 (alle aus Kirchheim).