Lokalsport

Fünferpack im Einbollenstadion

Leicht und locker haben die Oberliga-Kicker des VfL Kirchheim am Samstag ihr Gastspiel beim FC Denzlingen gewonnen. 0:5 (0:3) stand es vor nur 150 Zuschauern und nach Toren von Söylemezgiller, Tunjic (2), Hofbauer und Altinsoy am Ende aus Sicht der Südbadener, die der Kirchheimer Klasse und Routine nichts entgegenzu­setzen hatten.

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HELGE WAIDER

Denzlingen. Als Selim Altinsoy in der Schlussminute mit einem fulminanten 25-Meter-Kracher den fünften Kirchheimer Treffer beigesteuert hatte, rissen die VfL-Spieler die Arme hoch. Es war sowohl die Freude über den jüngsten Torerfolg als auch über den klaren, nie gefährdeten Sieg, denn Schiedsrichter Thomas Münch pfiff nach dem Kirchheimer Schlusspunkt die Partie erst gar nicht mehr an.

Von Beginn an hatten die Teckstädter die Partie dominiert. Schon nach zwei Minuten lag dem VfL-Anhang der Torschrei auf der Zunge, als Kagan Söylemezgiller aus neun Metern hoch vor das Tor köpfte. Das Leder senkte sich gefährlich und FCD-Keeper Patrick Fekete musste sein ganzes Können aufbieten, um den Ball mit den Fingerspitzen zur Ecke zu lenken. Was folgte war ein kontrolliertes Spiel der Kirchheimer gegen wacker kämpfende aber ehrfürchtig wie das Kaninchen vor der Schlange agierende Denzlinger. Nur Torraumszenen waren zu diesem Zeitpunkt des Spiels Mangelware.

Das sollte sich nach einer knappen halben Stunde ändern: Maximilian Laible, der sich in seiner Rolle als „hängende“ Spitze immer wohler zu fühlen scheint, flankte von der rechten Seite und fand in Söylemezgiller einen dankbaren Adressaten. Der VfL-Mittelfeldakteur nahm aus 15 Metern Maß und versenkte das Leder halbhoch zum 0:1(27.). Elf Zeigerumdrehungen später war es erneut Laible, der sich im FCD-Strafraum als Unruhestifter betätigte – und prompt von den Beinen geholt wurde. Den fälligen Strafstoß verwandelte Antonio Tunjic mit dem Glück des Tüchtigen durch die Beine von Denzlingens Torhüter Fekete zum 0:2 (38.). Kurz darauf war es Innenverteidiger Ferdi Er, der mit einem Schuss aus zwölf Metern das 0:3 auf dem Fuß hatte, jedoch im FCD-Keeper seinen Meister fand (41.).

Als sich die ersten Zuschauer bereits dem in der Region üblichen Pausen-Schorle zugewandt hatten, schlug der VfL doch noch einmal zu: Nach einem genauen Zuspiel von Söylemezgiller, wirbelte wieder Laible durch den Denzlinger Strafraum, tanzte zwei Gegenspieler aus und schien schon am Torwart zu scheitern. Doch der ansonsten gute Fekete ließ den Ball durch die Hände gleiten. Laible spitzelte das Leder zum frei stehenden Tunjic, der aus fünf Metern keine Probleme hatte, das 0:3 zu markieren (43.).

Nach dem Seitenwechsel zeigten sich die Platzherren keineswegs geschockt. FCD-Trainer Michael Baumann hatte die Erklärung nach dem Spiel parat: „Bei einem 0:3 zur Halbzeit ist der große Druck weg und du kannst befreit aufspielen.“ Entsprechend engagiert legten die Denzlinger los, verdienten sich beim sprichwörtlichen „letzten Pass’“ aber nur das Prädikat harmlos. Die erste Denzlinger Chance des Spiels hatte FCD-Stürmer Tobias Ruf in der 52. Minute. Sein Schuss aus 16 Metern war kein Problem für VfL-Keeper Michael Stowers. Die Kirchheimer variierten in dieser Phase der Partie das Tempo nach Belieben. Als Denzlingens Mittelfeldrenner Daniel Ruf mit einem 18-Meter-Schuss an Stowers gescheitert war, hatte der VfL die entsprechende Antwort parat: Nach einem abgeblockten Söylemezgiller-Schuss war Marcel Hofbauer zur Stelle und sorgte mit dem 4:0 von der Strafraumgrenze für die endgültige Entscheidung (65.).

Der VfL schaltete anschließend einen Gang zurück und erlaubte sich in Folge auch einige Flüchtigkeitsfehler, die der FC jedoch nicht zu nutzen wusste und damit sein eigentliches Problem offenbarte: die Verwertung von Torchancen. Nach Altinsoys Schlusspunkt war Coach Rolf Baumann hoch zufrieden: „Das war heute die Fortsetzung der zielstrebigen Spielweise, die wir schon gegen Hoffenheim gezeigt haben.“ Und die macht Appetit auf mehr; am Samstag soll der Kehler FV davon überzeugt werden.

FC Denzlingen: Fekete – Roth (69. Bussmann), Ringhof, Margenfeld, Gerig – Hein, Bleier (69. Senftleber), Pinos, Daniel Ruf (69. Pfeiffer) – Maier, Tobias Ruf.

VfL Kirchheim: Stowers – Eisenhardt, Kauffmann Er, Altinsoy – Söylemezgiller, Laible, Ziegler (46. Polat), Otto (60. Helber), Hofbauer – Tunjic (65. Ohran).

Tore: 0:1 Söylemezgiller (27.), 0:2 Tunjic (38./Foulelfmeter), 0:3 Tunjic (43.), 0:4 Hofbauer (65.), 0:5 Altinsoy (90.).

Gelbe Karten: Gerig, Hein, Maier – Helber.

Zuschauer: 150.

Schiedsrichter: Thomas Münch (Rielasingen-Worblingen) leitete die sehr faire Partie. unauffällig und umsichtig.