Lokalsport

Für Stimmung sorgt allein das Ergebnis

Nur zehn Minuten Knights-Po­wer war den Zuschauern am Samstag gegönnt. Nachdem Kirchheims Basketballer im ersten Viertel den Tabellenvorletzten LTi Lich mit 27:10 dominierten, wurde der Sieg nur noch verwaltet. Die Fans mussten sich mit Basketball-Magerkost begnügen. Lediglich Tomasevic, Heyden und Baumann überzeugten. Lohn für den 77:63-Erfolg ist Tabellenplatz vier, nachdem Karlsruhe gegen Bayreuth das Nachsehen hatte.

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Kirchheim. „Das einzig Positive an diesem Spiel ist die Leistung von Phillipp Heyden. Seine Entwicklung und Einstellung, seine Bewegungen und seine Effektivität sind vorbildhaft“, zog Knights-Geschäftsführer Stefan Schmauder seine Schlüsse aus dem Match gegen die Hessen und lobte damit den Topscorer des Abends. Was die Leistung des Teams anbelangte, sah Schmauder jedoch „Gesprächsbedarf.“

Dabei begann der Basketballabend am Faschingssamstag sehr vielversprechend: der neue Hallensprecher der Knights, Daniel Zirn, begrüßte die 900 Zuschauer in der Sporthalle Stadtmitte und setzte durch sein Interview mit dem gesperrten Andreas Hornig vor Spielbeginn gleich neue Akzente. Nach gewonnenem Sprungball zeigten sich Tomasevic, Baumann, Crawford, Scott und Heyden konzentriert und hellwach. Heyden legte den Grundstock dafür, dass sein Team nach fünf Minuten mit 10:2 in Front lag. Die Gäste aus der Bierstadt kamen dagegen nur langsam ins Spiel: Fehlpässe und Unsicherheiten in der Ballkontrolle waren Resultat der aggressiven Abwehr der Kirchheimer. Adam Baumann fischte einen nach dem anderen Rebound ab. Mit einem Traumwert von insgesamt 16 Rebounds erreichte der Amerikaner das Double-Double und unterstrich damit, dass er an diesem Abend einer der engagierteren unter den Rittern war. Gute Spielzüge, ein erfolgreicher Dreier von Radi Tomasevic, schöne Einzelaktionen und eine Freiwurfquote von 100 Prozent sorgten dafür, dass der Vorsprung weiter wuchs. Der Viertelstand von 27:10 spiegelte den Leistungsunterschied der beiden Mannschaften wider und die Zuschauer freuten sich auf die Fortsetzung des munteren Auftritts ihrer Knights.

Doch weit gefehlt: Benjamin Lisch­ka erzielte aus der Mitteldistanz die ersten Punkte für sein Team, die Knights hielten kurzfristig dagegen und stellten nach drei Minuten im zweiten Viertel mit 32:14 den alten Vorsprung wieder her. Doch dann vollzog sich ein spürbarer Riss im Spiel der Gastgeber. Fast schien es, als wollten die Ritter das Spiel völlig einstellen. Ganze acht Punkte im zweiten Viertel waren das Resultat, die aggressivere Deckung der Gäste, Fehl­pässe und eigensinnige Aktionen der Grund dafür, dass Ignjatovic mit der Leistung seiner Spieler haderte. Beim Zwischenstand von 35:26 gingen beide Mannschaften in die Kabine. Dort versuchte Ignjatovic zu seinen Spielern durchzudringen. „Nicht alle haben heute vollen Einsatz gebracht. Es war deutlich zu erkennen, dass nach den ersten Fünf momentan eine große Leistungslücke klafft.“

Etwas besser aufgelegt starteten seine Jungs dann in die zweite Halbzeit. Vor allem in der Abwehr agierten die Spieler wieder engagierter und aggressiver – Ballgewinne und Fehler der Licher waren das Resultat, das Spiel wurde wieder schneller, Crawford und Tomasevic wurden ein ums andere Mal zum Fastbreak nach vorne geschickt und rissen nun auch die Zuschauer wieder aus ihrer Lethargie. Mit 25:17 ging das dritte Viertel klar an die Gastgeber.

Ins letzte Viertel starteten die Knights erneut indisponiert. Zu diesem Abend passte eine Aktion von Tomasevic, der, im Kampf um den Ball vor der Auswechselbank der Gäste gegen die Bande krachte. Spieler und Bande flogen auf Pascal Ruth, der sich dabei am Knie verletzte. „Wir wünschen Pascal Ruth, alles Gute und hoffen, dass die Blessur sich nicht als schwerwiegend herausstellt“, richtete Teammanager Oesterle Genesungswünsche nach Hessen. Den Lichern gelang es vier Minuten vor Schluss nochmals, den Abstand auf zehn Punkte zu verkürzen (63:53), doch die Knights besannen sich in dieser Phase auf ihre individuelle Klasse: Dank Tomasevic in der Rolle des Aufbauspielers und der Sicherheit von Crawford und Klemm an der Freiwurflinie, sicherten sich die Kirchheimer den Sieg. Den Lichern stehen nach der erneuten Niederlage nun harte Wochen im Abstiegskampf bevor.

Bis lange nach dem Spiel blieben die Türen der Kirchheimer Kabine geschlossen – Gesprächsbedarf war ausreichend vorhanden. Nun gilt es, den Blick nach vorne zu richten: am kommenden Samstag steht das schwe­re Auswärtsspiel gegen die BG Karlsruhe auf dem Programm. Karten aus dem EnBW-Angebot gibt es ab Dienstag in der Geschäftsstelle. bs

VfL Kirchheim Knights: Tomasevic 14 (1/8 Dreier, 5 Reb.), Chennoufi 3 (0/3), Baumann 15 (1/3, 16 Reb.), Crawford 17 (1/3), Scott 1 (0/4, 5 Reb.), P. Klemm 1, T. Klemm 7 (0/1), Heyden 19 (4 Reb.).

LTi Lich: Scholz, Klassen 4, Perl 4, Reed 16, Ruth n.e., Lischka 19, Bunkley 12, Tarver 4, Michalowicz 4.