Lokalsport

Fumic mit viel Dampf am Berg



EDGAR VELOCI

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SANKT MÄRGEN Bis zur Hälfte des Rennens hatte das Bundesliga-Rennen im Schwarzwald ein fast schon fremdes Gesicht. An der Spitze lag der Weltcup-Zweite Roel Paulissen (Belgien) mit einem Fumic in Magenta. Aber der hieß mit Vornamen Manuel. 40 Sekunden trennten die Beiden von den Verfolgern. Europameister Jose Hermida und sein Vize Lado Fumic hatten das Duo ziehen lassen. Lado Fumic hatte seinem Bruder durch ein kleines taktisches Manöver Gelegenheit gegeben, die Lücke zu reißen. Hermida kam in einer der zahlreichen technischen Passagen nicht am deutschen Meister vorbei, und das Loch war da. Zur Freude tausender Zuschauer machte der jüngere Fumic die Pace.



Das war bis zur Hälfte des Rennens, das für Manuel Fumic plötzlich zu Ende war. Ihm war die Luft ausgegangen so oder so. "Ich war am Anschlag und manchmal auch drüber. Dadurch habe ich mir Fahrfehler geleistet, die zu einem Platten führten", meinte er nach dem Rennen. Lado Fumic gelang es nicht mehr, die Lücke zu Paulissen zu schließen. "Auf dem winkligen Kurs kannst du nur sehr wenig Druck entfalten", ärgerte er sich ein wenig. "Ich bin zwar noch nicht komplett erholt, aber am Berg hatte ich unheimlich viel Dampf." Von Fumics Stärke war selbst der Sieger beeindruckt: "Ich konnte zwar ein hohes Dauertempo fahren, doch als Lado am Anfang attackierte, hatte ich keine Chance", meinte Paulissen. Jose Hermida konnte Fumic auf dem letzten Kilometer noch abhängen. Mit 27 Sekunden Rückstand auf Paulissen und neun Sekunden vor dem Spanier wurde er Zweiter.



Paulissen und Hermida zählen in Athen zu den Medaillenkandidaten. Deshalb war Fumics zweiter Platz eine wichtige Standortbestimmung vor Olympia. Carsten Bresser (Neustadt/W.), der dritte deutsche Olympiastarter, hatte sich erkältet und musste aufgeben. Der Bissinger Stefan Sahm lag nach zwei von sechs Runden in der Spitzengruppe, als auch er mit einem Platten passen musste. Sahms Daumen zeigte himmelwärts, das Gesicht dazu war eher verkniffen: "Schade, meine Beine wären heute gut gewesen", zeigte er sich enttäuscht. Der Weilheimer Marc Gölz musste wegen eines Infekts auf den Start verzichten. Beim Swisspowercup in zwei Wochen kann Gölz seine Form noch bestätigen und damit die WM-Chance wahren. Das Damen-Rennen gewann Ivonne Kraft (Gaggenau). Die Olympionikin hielt Nina Göhl (Argenbühl) in Schach und zeigte sich gut gerüstet für Athen. Weltmeisterin Sabine Spitz (Murg) entschied sich für einen Start beim Swisspowercup in La Chaux de Fonds. Sie gewann dort vor Vize-Weltmeisterin Alison Sydor (Kanada) und der Schweizerin Petra Henzi.

Die harte Olympia-Vorbereitung beginnt sich auszuzahlen: Lado Fumic (rechts außen) zeigte sich in Sankt Märgen am Berg enorm stark.