Lokalsport

Fumic: Nachholbedarf

Auf einige Weltklassepiloten trifft Lado Fumic am Sonntag beim Bundesliga-Finale in Bad Salzdetfurth. Die Chancen auf den dritten Gesamtsieg des Kirchheimer Mountainbikeprofis sind gering.

EDGAR VELOCI

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KIRCHHEIM Lado Fumic hat sich für die letzten Rennen der Saison noch einmal viel vorgenommen: "Die Form wird komischerweise immer besser. Früher hatte ich im Herbst gar keine Lust mehr, aber jetzt geht es mir richtig gut. Ich habe noch sehr viel Spaß am Trainieren." Früher habe er immer gedacht, er hätte kein Pech aber das hat ihn 2006 eingeholt. Defekte und Stürze, so Fumic, haben ihm die Saison verhagelt. In Bad Salzdetfurth will er am Sonntag ein wenig das nachholen, was ihm beim Weltcup in Schladming eben auf diese Weise entgangen ist: ein vorzeigbares Resultat.

In Niedersachsen hat er morgen Kontrahenten, die Weltklasse verkörpern und deshalb auch einen entsprechenden Maßstab. Die Aussichten, nach 2000 und 2003 zum dritten Mal die Bundesliga-Gesamtwertung zu gewinnen, sind indes gering. Dem vor dem letzten Lauf führenden Fredrik Kessiakoff (Schweden) reicht ein siebter Platz bei gleichzeitigem Fumic-Erfolg zum Gesamtsieg, dem ersten eines Ausländers. Andererseits kann Fumic seinen zweiten Platz nur noch verlieren, wenn der Österreicher Christoph Soukup gewinnt und er selbst nicht Zweiter wird.

In der Praxis werden diese Rechenspiele kaum zur Anwendung kommen, schließlich sind mit Ralph Näf (Schweiz) und José Antonio Hermida weitere absolute Weltklassepiloten im Rennen. Der Spanier ist übrigens vom Vorwurf der Verwicklung in die Operacion Puerto um den Dopingarzt Emiliano Fuentes entlastet. Ein Fax des spanischen Verbands bestätigte dem Multivan-Merida-Team, dass keinerlei Untersuchungen gegen den Silbermedaillengewinner von Athen laufen.

Manuel Fumic fährt nicht nach Niedersachsen. Er wird als letztes Saison-Rennen eine Woche später die Marathon-DM in Oberammergau bestreiten. Dort will dann sein Bruder seinen Titel verteidigen. Bad Salzdetfurth ist zum ersten Mal Gastgeber eines Bundesliga-Laufs. Die Solestadt am Harzrand scheint gut vorbereitet, um den Bikern ein schönes Finale bieten zu können. Der Kurs führt durch die Altstadt und ist auf 4,2 Kilometern mit 150 Höhenmetern gespickt.

Für Teckbiker Alex Speisekorn (Giant/Nolte-Küchen) ist das letzte Bundesliga-Rennen wichtig: Er benötigt noch einen Punkt, um die A-Klasse zu erhalten. Dazu ist mindestens Rang 30 notwendig. Sein Teamkollege Kai Kautz fährt am Sonntagmorgen das B-Rennen. Er hat den Aufstieg bereits sicher, genauso wie Vero Lüscher vom RKV Kirchheim. Dessen Kross-Racing-Teamkollegen Benjamin Vogel und Wolfgang Fink haben das gleiche Ziel vor Augen wie Speisekorn: einen Bundesliga-Punkt.

Im Damen-Rennen will RKV-Pilotin Hanna Klein ihre augenscheinlich gute Form noch einmal für eine Top-Platzierung nutzen. Sie hat sich allerdings auch mit hochkarätiger Konkurrenz auseinanderzusetzen. Die WM-Zweite Irina Kalentieva (Russland) zum Beispiel, die Weltcup-Siegerin Nina Göhl (Freiburg) und die Weltcup-Gesamtdritte Sabine Spitz (Murg-Niederhof) gehören dazu.