Lokalsport

Fumic-Karawane zieht weiter

Mountainbiker starten nach Absage in Kroatien nun für Slowenien

Das Kroatien-Abenteuer der Fumic-Brüder ist beendet, noch ehe es begonnen hat. Das kroatische Staatsrecht hat den einbürgerungswilligen Kirchheimern offenbar einen Strich durch die Rechnung gemacht. Die Lösung des Problems liegt im Nachbarland Slowenien: Dort haben die beiden eine Lizenz beantragt und inzwischen auch bekommen.

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Bernd köble

Kirchheim. Klinkenputzen auf dem Balkan: Bei ihrer Suche nach einem Lizenzgeber für die neue Saison sind Lado und Manuel Fumic inzwischen in Slowenien angekommen. „Die beiden haben ihr Team in Slowenien registriert und ihre Lizenz für 2009 bereits erhalten“, bestätigte Milan Kniz, stellvertretender Generalsekretär des slowenischen Radsportverbandes in Ljubljana gestern am Telefon. Die Nachricht kommt überraschend. Vor drei Wochen erst hatten die Kirchheimer ihren bevorstehenden Wechsel zum kroatischen Verband verkündet, nachdem sie für sich und ihr Team keine sportliche Zukunft mehr unter dem Dach des Bundes Deutscher Radfahrer (BDR) sahen. Inzwischen scheint es auch im Land ihrer Vorfahren zum Zerwürfnis mit Verband und Behörden gekommen zu sein. „Auch in Kroatien gibt es klare Regeln für eine Aufenthaltsgenehmigung und eine mögliche Einbürgerung“, meint Ivo Rilovic, Generalsekretär des kroatischen Radsportverbandes HBS. Zudem gibt es den Weltverband UCI, der vorschreibt, dass jeder Sportler in dem Land, für das er startet, einen ständigen Wohnsitz vorweisen muss. Einen solchen gibt es im Fall Fummic jedoch nicht und „auch der Erwerb der kroatischen Staatsbürgerschaft auf Kosten der deutschen war für die beiden nie ein Thema“, sagt Rilovic.

Der Verbandswechsel auf dem kleinen Dienstweg, wie ihn sich die Kirchheimer offenbar erhofft hatten, blieb ein Wunschtraum. Zum ersten und bisher einzigen Treffen mit den kroatischen Verbandsvertretern schon im Dezember vergangenen Jahres jedenfalls erschienen die Fumic-Brüder mit einem für 90 Tage geltenden Visum für das Land, das noch kein Mitglied der EU ist. „Eine Aufenthaltsgenehmigung, wie sie jeder Tourist erhält“, meint Ivo Rilovic. Die effektvoll in Szene gesetzte Vertragsunterzeichnung, wie sie zu Jahresbeginn in der Online-Ausgabe eines kroatischen Bike-Magazins bildlich festgehalten war, ist längst hinfällig.

Im Nachbarland Slowenien, seit 2004 Mitglied der Europäischen Union, sind die Hürden niedriger. Zudem bestehen auch in den nördlichsten der Balkanstaaten persönliche Bindungen der Familie Fumic. Aus sportlicher Sicht ändert der Ortswechsel wenig: Kroatiens derzeit stärkster Biker, Pavao Roset, rangiert auf Platz 199 der UCI-Weltrangliste. Sein Pendant, der amtierende slowenische Meister Matej Lovse, auf Platz 186.