Lokalsport

Fußballerinnen auf dem Vormarsch

Zur kommenden Saison vier neue Frauenteams im Bezirk – VfL Kirchheim vor Premiere

Es tut sich was im Frauenfußball: Zur neuen Saison werden im Bezirk Neckar/Fils 19 statt 15 aktive Teams mitmischen. Eine davon stellt der VfL Kirchheim, der sich nach dem TSV Weilheim und dem TSV Schlierbach als dritter Teckverein etablieren will – kein leichtes Unterfangen, zumal die „Blauen“ noch dringend Verstärkung brauchen.

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Peter Eidemüller

Kirchheim. Die Entwicklung stimmt durchaus optimistisch: Nachdem die Zahl der aktiven Frauenfußballteams im Bezirk Neckar/Fils in den vergangenen Jahren zwischen zwölf und 15 pendelte, werden mit Beginn der Saison 2010/11 gleich vier neue Teams dem Ball nachjagen. Der SC Altbach, FV 09 Nürtingen II, TSV Neckartailfingen und VfL Kirchheim schrauben die Zahl dann auf immerhin 19 Frauen-Mannschaften. Damit liegt der Bezirk Neckar/Fils im Mittelfeld des 16 Bezirke starken württembergischen Fußballverbands, in dem insgesamt 318 Frauenteams gemeldet sind. Auch wenn man von einer Teamdichte wie die Spitzenreiter-Bezirke Bodensee (34) und Hohenlohe (33) nur träumen kann – erfolgreich sind die Frauen zwischen Neckar und Fils durchaus: der FV Faurndau ist eine feste Größe in der vierthöchsten deutsche Spielklasse, der Oberliga. FV 09 Nürtingen und TB Neckarhausen mischen in der fünftklassigen Verbandsliga mit.

So weit oben zu spielen, ist auch das langfristige Ziel des VfL Kirchheim, der zur neuen Saison erstmals in seiner Geschichte eine aktive Frauentruppe ins Rennen schicken wird. „Eines Tages wollen wir die Nummer eins in Sachen Frauenfußball in der Region sein“, sagt Geschäftsführer Walter Rau. Bevor es so weit ist, muss das neu angemeldete VfL-Frauenteam erstmal über den Status der Nummer drei in der Teckregion hi­nauskommen. In der untersten aktiven Frauenklasse, der Bezirksliga, mischen mit dem TSV Weilheim und dem TSV Schlierbach bereits zwei hiesige Mannschaften mit.

Dass im aktiven Bereich ein rauerer Wind weht als in den Jugend- oder Hobbyligen, aus denen die kickenden Frauen meist den Sprung wagen, haben vor allem die Weilheimerinnen erfahren. In ihrer ersten Saison 2005/06 war die Mannschaft Kanonenfutter, verlor Partien zum Teil zweistellig. Seitdem verbesserten sich die TSVW-Girls von Saison zu Saison sowohl spielerisch als auch organisatorisch, durchliefen den notwendigen Reifeprozess, um mit den arrivierten Clubs mithalten zu können. Lohn der Mühe: In der jüngst abgelaufenen Runde wurden Weilheims Fußballfrauen Vizemeister der Bezirksliga.

Just hier wagt nun also auch der VfL den Einstieg. Aus der eigenen A-Jugendtruppe, immerhin amtierender Vizemeister der Bezirksstaffel, kommen elf Spielerinnen ins Aktivenalter – damit der Mannschaft aufgrund dieser dünnen Personaldecke nicht mitten in der Saison die Luft ausgeht, rühren sie an der Jesinger Allee kräftig die Werbetrommel. „Wir brauchen noch Verstärkung“, weiß Walter Rau. Neben Spielerinnen fürs Aktiventeam, das der ehemalige Boller Frauencoach Jürgen Drexlmaier betreuen wird, werden auch interessierte Spielerinnen für die vier VfL-Jugendmannschaften gesucht.

Dass die „Blauen“ ihren Frauen- und Mädchenbereich aufmotzen wollen, hat gute Gründe: Schließlich kommt anlässlich des 100. Geburtstags der Fußballabteilung im Sommer nächsten Jahres niemand geringerer als Frauenbundesligist Turbine Potsdam zu einem Freundschaftsspiel nach Kirchheim. Wenn der amtierende Champions-League-Sieger und Deutsche Meister im Juli 2011 gegen eine WFV-Auswahl antritt, soll dort nach dem Wunsch der VfL-Verantwortlichen um die Mädchenbeauftragten Christine Schrempp und Petra Edelmann-Weber auch die eine oder andere Kirchheimer Kickerin mitmischen.

Anfängerinnen, Wiedereinsteigerinnen oder Wechselwillige – wer Interesse hat, beim VfL im Mädchen- oder Frauenfußball mitzumischen, kann sich telefonisch unter 0 70 21/8 21 83, fussball@vfl-kirchheim.de oder www.vfl-jugend-fussball.de informieren