Lokalsport

Fußball-Schmankerln fürs Auge und fürs Herz



HELGE WAIDER

Anzeige

NEIDLINGEN Bei hochsommerlichen Temperaturen kam dann aber doch der eine oder andere Akteur ganz schön ins Schwitzen. Roland Hirsch beispielsweise, einstiger Oberliga-Goalgetter mit einjähriger Vetragsamateur-Erfahrung beim Hamburger SV, war am Ende froh, den Schlusspfiff gehört zu haben: "Noch eine Viertelstunde mehr und ich hätte meine Grenze erreicht gehabt," gestand der Inhaber eines eigenen Sanitärgeschäfts seinem Trainer Helmut Groß. Der einstige VfL-Erfolgscoach, der in seiner Trainerlaufbahn neben dem VfL nur zwei weitere Engagements (SC Geislingen, FV Faurndau) hatte und mittlerweile Scout beim Bundesligisten Hertha BSC ist, freute sich über die gute Leistung seiner größtenteils noch topfitten Truppe, deren Durchschnittsalter satte 45 Jahre betrug: "Unser letztes gemeinsames Spiel war 1997. Wir wollen künftig im zweijährigen Turnus zusammenkommen, um eine solche Partie zu bestreiten", meinte Groß.



Herausragend im VfL-Nostalgietrikot des Jahres 1986, das heute noch von der Betriebsmannschaft des damaligen Hauptsponsors AMK benutzt wird, war Rolf Baumann. Einst Bundesliga-Co-Trainer unter Ralf Rangnick beim SSV Ulm und mit Türkgücü Ulm gerade in die Landesliga aufgestiegen, leistete der Bruder von Olympiasieger Dieter Baumann ein unglaubliches Laufpensum und war auch für das 2:0 in der 27. Minute verantwortlich. Zuvor hatte bereits Norbert Müller das 1:0 beigesteuert. Den frühen Schlusspunkt in der vom jungen Jesinger Schiedsrichter Peter Martsch gut geleiteten Partie setzte Jochen Köber für die Nostalgie-Elf mit seinem Treffer zum 3:0 bereits kurz vor der Halbzeitpause. Auf Neidlinger Seite ragten die "Jungsenioren" Oliver Sekan und Stefan Munz und der heute als Co-Trainer beim Landesligisten TSV Köngen tätige Rainer Schopp heraus. Positiv fielen auch die jeweils zwei eingesetzten Torhüter auf: auf Neidlinger Seite kamen Stefan Hitzer und Thomas Böhm zum Einsatz. Letzterer brachte in Halbzeit zwei die VfL-Stürmer mit tollen Paraden fast zur Verzweiflung.



Auf Kirchheimer Seite stand zunächst Chris Bieber, mittlerweile Stadionwirt beim SV Bonlanden und Norbert Bielke zwischen den Pfosten. Aktiv im Trainergeschäft sind in Reihen der Kirchheimer noch Giuseppe "Bippo" Forzano (Co-Trainer der B1-Jugend beim VfB Stuttgart), Uwe Heth (Trainer der B2-Jugend beim VfB Stuttgart) und Claus Maier (TSGuV Großbettlingen), denen man die Fitness anmerkte. Letzterer war allerdings gehandicapt durch eine gerade erst überstandene Meniskusoperation. Dennoch brachte Maier bei seinem Kurzeinsatz die nötige Ruhe ins Spiel und trug damit auch seinen Teil dazu bei, dass die Nostalgieelf, bei der Andreas Buck, Ralph Bany und Peter Starzmann fehlten, am Ende verdient gewannen. Verletzt passen mussten auch der damalige VfL-Kapitän Dieter Stadler und der einstige Benjamin des Teams, Thomas Kärcher. Beide laborieren an Verletzungen.



Fürs Auge boten beide Teams einige fußballerische Schmankerln. "Didi" Weil startete mit immer noch wehender Mähne in alter Manier seine Läufe über den linken Flügel und bediente den mit lichter werdendem Haar glänzenden Hirsch, dem freilich ein Treffer nicht vergönnt war. Am Ende lagen sich die Spieler beider Teams in den Armen, hatten glänzende Augen und waren sich einig, dass solch ein Event nach Wiederholung geradezu schreit. Das nächste Pokalturnier findet bekanntlich in Jesingen statt...

TV Neidlingen:

Stefan Hitzer (Thomas Böhm) - Roland Stickel - Ralph Hitzer (Uli Hepperle), Klaus Moll (Jochen Hepperle) - Rainer Schopp, Michael Fauser, Peter Schumann (Bernd Ruoß), Oliver Sekan (Rainer Drexler), Axel Büttner (Erich Kälberer) - Rolf Mühlhäuser (Thomas Althaus), Stefan Munz.

VfL Kirchheim-Nostalgieelf:

Chris Bieber (Norbert Bielke) - Uwe Skultety, Manfred Lang (Uwe Deininger), Herbert Bucher (Jochen Köber), Uwe Köber (Andreas Ruml) - Giuseppe Forzano, Uwe Heth (Claus Maier), Rolf Baumann (Josef Eder), Dietmar Weil - Norbert Müller, Roland Hirsch.

Tore:

0:1 Norbert Müller (10.), 0:2 Rolf Baumann (27.), 0:3 Jochen Köber (29.).

Schiedsrichter:

Peter Martsch (Jesingen).

Er kann's noch: VfL-Oldie Uwe Heth (im weißen Trikot) beim Kopfball aufs Neidlinger Gehäuse.