Lokalsport

Galaauftritt folgt Kantersieg

Kirchheims Basketballer überrollen Jena mit 101:67 und bleiben Pro-A-Erster

Dem Galaauftritt gegen Nördlingen am zweiten Spieltag haben die Kirchheim Knights das nächste Ausrufezeichen folgen lassen: Die Teckstädter besiegten Science City Jena deutlich mit 101:67 (45:36). Dabei zeigte die Mannschaft von Coach Frenkie Ignjatovic vor allem in der zweiten Halbzeit eine überragende Leistung und ließ den Gastgebern mit Tempobasketball vom Feinsten nicht den Hauch einer Chance.

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Timo Probst

Jena. Wie schon in den ersten beiden Saisonspielen gegen Langen und Nördlingen kamen die Kirchheimer auch beim Gastspiel in Jena zunächst nur schwer in die Gänge. Trotz des überzeugenden Heimauftritts am vergangenen Wochenende zeigten sich die Ritter in den Anfangsminuten nervös. Da aber auch die Hausherren, die auf den verletzten Michael Lake verzichten mussten und ohne Doppellizenzspieler Nikita Khartchenkov an den Start gingen, nur langsam zu ihrem Rhythmus fanden, sorgte Gordon Scott mit seinem ersten erfolgreichen Dreier nach sechs Minuten für eine 11:7-Führung der Gäste. Durch vier Punkte von Benjamin Lischka sowie einem weiteren Distanztreffer von Scott konnte der Vorsprung (18:11) weiter ausgebaut werden, ehe es beim Stand von 18:14 aus den ersten zehn Minuten ging.

Im zweiten Viertel legten die Knights dann so richtig los und schafften es immer wieder durch Tempobasketball zu einfachen Punkten zu kommen. Scott Freymond machte den Anfang, Nils Menck und Radi Tomasevic legten von der Dreierlinie nach und schließlich komplettierte Gordon Scott einen Zwischenspurt der Gäste, um sich beim 34:20 nach fünf Minuten erstmals abzusetzen. Die Mannschaft von Coach Frenkie Ignjatovic überzeugte in dieser Phase mit Teambasketball, schaltete anschließend jedoch einen Gang zurück und stand sich durch Unkonzentriertheiten selbst im Weg. Zwar spielte man sich weiterhin gute Wurfmöglichkeiten heraus, im Abschluss haperte es jedoch, sodass die Thüringer angeführt vom angeschlagenen Simon Schmitz ins Spiel zurückfanden und nach einem 10:0-Lauf Morgenluft witterten. Die beiden US-Boys Gary Tucker und Jeremyl Jackson-Wilson führten ihr Team bis auf 38:32 heran, ehe David Michalczyk die Serie der Hausherren per Dreier stoppte und Kirchheim mit einer 45:36-Führung in die Halbzeitpause ging.

Der trotz des Neun-Punktevorsprungs unzufriedene Ignjatovic schien in der Kabine die richtigen Worte an sein Team gefunden zu haben: Die Knights erwischten im dritten Viertel einen Start nach Maß. Der nun stark aufspielende Scott Freymond führte seine Mannschaft zu sieben Zählern in Serie, die sich innerhalb von zwei Minuten auf 52:36 absetzte. Jena ließ sich zunächst nicht abschütteln, blieb durch fünf Punkte von Tucker in Schlagdistanz (60:49), doch Kirchheim um Topscorer Ryan De Michael wurde nun immer stärker. Der Ritter-Express nahm so richtig Fahrt auf und zog durch einen 10:2-Zwischenspurt, den Phillipp Heyden per Dreier zum 70:51 komplettierte, weiter davon, ehe Scott Freymond mit einem weiteren Distanztreffer zum 73:53-Zwischenstand nach dem dritten Viertel erhöhte.

Jena hatte dem Tempo der Gäste nun nichts mehr entgegen zusetzen, die Knights dominierten das Geschehen nach Belieben. Egal, wen Ignjatovic aufs Feld schickte, die Kirchheimer gingen hoch konzentriert und mit reichlich Spielfreude zu Werke und so konnte der Vorsprung kontinuierlich ausgebaut werden. Tim Koch sorgte mit seinen ersten Punkten im Dress der Knights für den 89:60-Zwischenstand und das Heimpublikum schien völlig konsterniert, während die vier mitgereisten Kirchheimer Schlachtenbummler der Freude über die Leistung ihrer Mannschaft lautstark Ausdruck verliehen. Am Ende traf David Michalczyk noch einen Dreier, ehe Chris Gilliam die mit seinen Zählern zum 101:67-Endstand sogar noch die magische Hundertpunktemarke knackte.

Mit diesem Kantersieg knüpften die Kirchheim Knights nahtlos an den Galaauftritt gegen Nördlingen an und stehen auch nach dem dritten Spieltag ungeschlagen an der Tabellenspitze der Pro A. Der nahezu perfekte Saisonauftakt der Ritter ist für alle Beteiligten genauso erfreulich wie überraschend. Coach Ignjatovic warnt jedoch vor allzu großer Euphorie. Die Saison ist noch lang und schon am nächsten Samstag wartet mit der BG Karlsruhe ein ebenfalls noch ungeschlagenes Team auf die Knights.

Das baden-württembergische Derby wird also zu einer echten Standortbestimmung für die Ignjatovic-Truppe, die ihrem Trainer mit dem Sieg in Jena ein nachträgliches Geburtstagsgeschenk machte, nachdem der Kirchheimer Übungsleiter am Freitag seinen 43. Geburtstag gefeiert hatte.

Jena – Kirchheim 67:101 (14:18/ 22:27/17:28/14:28)

Kirchheim: Scott (16), De Michael (16, 10 Rebounds), Freymond (15, 5 Assists), Heyden (11), Tomasevic (10), Menck (9), Michalczyk (8), Lischka (6), Chennoufi (4), Gilliam (4), Koch (2)

Jena: Tucker (19), Distelhorst (12), Jackson-Wilson (11, 10 Rebounds), Jost (8), Shabazz (8), Schmitz (4), Reyes-Napoles (3), Blossey (2), Zlotowski (0), Pätz (0).