Lokalsport

Gastgeber mit Spielwitz und Durchschlagskraft

Lenningen entwickelt sich zum Angstgegner des TSV Owen. In der restlos ausverkauften Lenninger Sporthalle sahen 600 Zuschauer einen Lokalkampf auf hohem Niveau und eine Heimmannschaft, die beim 27:24 als Sieger den Platz verließ.

LENNINGEN Länderspiel-Atmos-phäre herrschte am Samstagabend in Lenningen. "Das war ganz großer Sport", lobte Bruno Rieke. Der vermeintliche Außenseiter Lenningen, bei Derbys gegen den Nachbarn eher gehemmt, wuchs über sich hinaus und gewann verdient. Den Ausschlag für den SG-Sieg gab die größere Kampfmoral vor allem in der Abwehr. Und noch eines war bemerkenswert: Die Fairness mit je drei Zeitstrafen auf beiden Seiten. Selbst auf der Tribüne kam keine "Lagermentalität" auf, weil vielfach sogar verwandschaftliche Bande mit im Spiel waren. So beim "Vetterntreffen" zwischen Steffen und Benjamin Kazmaier oder bei Jochen Renz, der seinem Neffen Steffen Klett gegenüberstand.

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Beide Mannschaften legten ein hohes Tempo vor. Einen 4:2- Vorsprung der SG egalisierten Manuel Dunkel und Markus Güntner zum 4:4-Ausgleich nach zehn Minuten. Owen setzte nach: Zwei schlecht platzierte SG-Würfe wurden von Owen blitzschnell durch Christoph Hoyler und Benjamin Kazmaier in Kontertore umgemünzt. Die 8:5-Führung ließ die TSV-Fans jubeln. In der vergangenen Saison wäre bei diesem Rückstand Lenningen noch in Schieflage geraten Doch diesmal nicht. Mit Spielwitz, Durchsetzungsvermögen und guter Übersicht kam die SG zurück.

Da war ein vor Spielfreude strotzender Steffen Kazmaier, dessen Ideen von Jan Lamparter, Marc Segeritz und "Tiffi" Wiesinger nahtlos umgesetzt wurden. Letzterer trumpfte groß auf. Ob von ganz links oder halblinks einlaufend Instinkt-Handballer Wiesinger machte alles richtig. Er sorgte für die schnellen Tore. Aber das Spiel blieb offen. Der TSV nutzte zweimal den "Sekundenschlaf" auf der halblinken SG-Deckungsseite. Christoph Hoyler und Markus Güntner glichen zum 12:12 aus. Rico Wackershauser nahm eine Auszeit und wollte unbedingt mit einem Vorsprung in die Halbzeitpause gehen. Doch Tobias Schmid und Benjamin Kazmaier scheiterten an Sven Lamparter. Statt dessen schlug ein Braunwarth-Kracher drei Sekunden vor dem Halbzeitpfiff im linken Toreck zum 14:13 ein.

Während im zweiten Abschnitt Lenningen weiterhin den direkten Weg zum Tor suchte, versuchte es Owen oftmals mit komplizierten Kreisanspielen. Im Defensivbereich fehlte die eindeutige Zuordnung. Daraus zog die SG Vorteile, erzwang Ballgewinne und legte 17:14 vor (34.). Steffen Kazmaier brillierte auf Lenninger Seite nicht nur als Spielmacher, sondern zeigte auch Torjägerqualitäten. So sein knallharter Wurf unter die Lattenunterkante zum 21:17. Dies war eine Vorentscheidung. Auch eine TSV-Auszeit konnte keine Impulse mehr setzen. Die Gastgeber hielten einen zwei bis Drei-Tore-Vorsprung.

Zusätzlichen Auftrieb gab ein gehaltener Strafwurf von Jörg Tombrägel. Wiesingers Tore zum 24:21 und 25:22 (53.) waren eine Augenweide. Aber Owen kam noch einmal zurück. Benjamin Kazmaier hatte trotz grippaler Nachwirkungen noch Kraft und traf zweimal aus dem Rückraum zum 24:25. Jetzt zog Hans Hahn den grünen Karton. Lenningen wankte, fiel aber nicht, zumal Sven Lamparter gegen Tobias Schmid rettete. Im Gegenzug dann erneut Wiesinger, dessen Wurf zwei Minuten vor Schluss aus spitzem Winkel im lange Eck zum 26:24 einschlug. Die letzte SG-Chance nutzte Segeritz zum 27:24. Dass Owen auch mental Probleme hatte, zeigte sich bei der zweiten Strafwurf-Fahrkarte: Tombrägel hielt gegen Güntner kurz vor dem Ende.

döl

SG Lenningen:

S. Lamparter, Tombrägel; Wiesinger (6), J. Lamparter (5), Segeritz (5), S. Kazmaier (4), Braunwarth (3), Kirschmann (2), Renz (2/1), Gökeler, Diez, Schwohl.TSV Owen:

Reckziegel, Fazekas; Güntner (6/2), B. Kazmaier (5), C. Hoyler (4), Blumauer (3), Dunkel (2), H. Hoyler (2), Wahl (2), Kirchner, Klett, Schmid.Zuschauer:

600Schiedsrichter:

Bürkle/Gronwald, Echterdingen, leiteten sicher mit klarer Linie.