Lokalsport

Geglücktes Comeback der Torjäger

Die Notzinger sind Spätzünder in der neuen Bezirksliga-Saison. Vergangene Woche spielfrei, gewannen die Eichert-Jungs die gestern erst abends angepfiffene Partie beim SSV Göppingen durch ein Tor in letzter Sekunde.

REIMUND ELBE

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KIRCHHEIM Es war bereits 18.46 Uhr, als Notzingens Marcel Mettang den umjubelten 3:2-Siegtreffer an der Fils erzielte. Die Partie begann erst um 17 Uhr. Grund: Spielertrainer Claus Maier konnte aus beruflichen Gründen nicht früher anwesend sein. Die Notzinger hatten deshalb schon beim Bezirksliga-Staffeltag eine spätere Anstoßzeit beantragt. Dem wurde stattgegegeben.

Weniger glücklich kehrte der TSV Jesingen aus Geislingen zurück. Nach dem geglückten Rundenauftakt (2:1 gegen den TSG Zell) folgte nun eine Pleite an der Steige. "Zwei Abwehrschnitzer und viele vergebenen Torchancen", machte Jesingens Abteilungsleiter Steffen Mauz als ursächlich für die unerwartete Niederlage aus. "Dass wir beim TKSV immer auf dem Kunstrasenplatz bei der Michelberghalle spielen müssen, ist keine Entschuldigung für die Niederlage."

Vor knapp drei Monaten lagen sie nach dem Abstieg aus der Bezirksliga noch enttäuscht und ausgebrannt auf dem Rasen des Sportplatzes in Boll. Jetzt wirken die Fußballer der SGEH wie revitalisiert. Drei Spiele drei Siege: Die Spielgemeinschaft thront an der Tabellenspitze in der Kreisliga A. Und das, obwohl Toptorjäger und Spielertrainer Antonio Portale derzeit verletzt ist. "Wir profitieren von unserem großen Kader", analysiert Portales Trainer-Kompagnon Danell Stumpe, gestern zweifacher Torschütze beim 6:2 in Wolfschlugen. Sein spezieller Dank gilt auch Neuzugang Darko Kadoic, ebenfalls zweifach erfolgreich. "Er kam zu uns, obwohl wir abgestiegen waren eigentlich galt seine Zusage nur für die Bezirksliga." Der Ex-Sirnauer scheint sich zu etablieren.

Er ist plötzlich wieder da: Naberns Toptorjäger der vergangenen Spielzeiten, Markus Prettner, meldete sich gestern nach einer schöpferischen Pause eindrucksvoll auf der lokalen Fußballbühne zurück. Exakt zehn Minuten dauerte es, ehe der Schrecken der gegnerischen Torhüter beim gestrigen 2:0 gegen den TSV Neckartenzlingen mit dem Führungstreffer die Weichen für den zweiten Naberner Saisonsieg stellte. Der Gutenberger kassierte ein dickes Lob von seinem Abteilungsleiter. "Markus hält sich immer fit, auch wenn er nicht Fußball spielt", so Rainer Kneile, "deshalb hat er sich wieder nahtlos in die Mannschaft eingefunden." Kneile hegt nun die Hoffnung, dass es nicht der einzige Auftritt Prettners in dieser Runde bleibt.

Den Spruch des Tages bezüglich des Themas Fitness lieferte Catania-Spielleiter Pasquale Martinelli nach dem überraschend klaren 4:1 der Kirchheimer über den TV Neidlingen ab. "Ich dachte eigentlich, dass wir das konditionsschwächste Team der Liga sind, aber dem ist offenbar nicht so."

Markus Prettner spielt wieder und auch in der Kreisliga B gab es ein überraschendes Comeback. Bei der TG Kirchheim wurde bei der Partie gegen den TV Unterboihingen II der langjährige Angreifer der ersten Mannschaft, Christof Gola, eingewechselt. Der von der TG-AH "geleaste" Fußballer schoss binnen siebzehn Minuten drei Treffer. "Wenn ihr wollt, helfe ich gerne wieder aus", sagte Gola nach dem Abpfiff lachend zu TG-Abteilungsleiter Wolfgang Kretzschmar.

Stress gab es während der vergangenen Woche für zwei ehemalige VfL-Fußballer. Semih Narin und Ali Yücel gehörten einst als Stammkräfte jener glorreichen Mannschaft an, der in der Saison 1996/1997 der Aufstieg in die Regionalliga gelang. Nun sind die beiden Trainer des Landesligisten FC Nürtingen 73. Dort warf Spielleiter und Pressewart Uli Eberle von heftigen Wortwechseln begleitet die Brocken hin und wechselte in beiden Funktionen zum Ligakonkurrenten TV Nellingen. Die Wogen scheinen sich aber schon wieder zu glätten: Gestern holte der FC mit einem 2:1 beim TV Echterdingen die ersten Punkte. Erfolg ist nicht nur im Fußball häufig ein probates Mittel, um Probleme zu bewältigen.