Lokalsport

Gegner hat wieder Hoffnung

Kirchheimer Oberliga-Fußballer am Sonntag um 17 Uhr gegen den VfR Mannheim

Fußball-Oberligist VfL Kirchheim bekommt es am Sonntag (17 Uhr) an der Jesinger Allee mit einem Club zu tun, der nach dem letzten Strohhalm im Kampf um den Klassenerhalt greift.

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REIMUND ELBE

Kirchheim. Eigentlich war der VfR Mannheim schon so gut wie abgestiegen, doch am vergangenen Wochenende überschlugen sich beim Regionalligisten Viktoria Aschaffenburg die Ereignisse. Präsident Michael Schuch gab vor den perplexen Anhängern und der Presse bekannt, dass sich der Club aus der Regionalliga zurückzieht und in der kommenden Runde in der Oberliga Hessen antreten wird. Die Folge für die Oberliga Baden-Württemberg ist frappierend: Kein Zuwachs aus der Regionalliga.

Mit dem TSV Großbardorf und SpVgg Unterhaching II (beide in die Bayernliga) standen die beiden anderen Absteiger bereits fest. Gerettet sind somit unter anderem der SSV Reutlingen, der SC Freiburg II und der Karlsruher SC II.

In Mannheim keimt nun das zarte Pflänzchen Hoffnung. Für den deutschen Fußballmeister des Jahres 1949 geht es nun darum, den Kehler FV abzuhängen und Platz 15 zu erobern – angesichts von drei Punkten Rückstand (und der deutlich schlechteren Tordifferenz) ein äußerst schwieriges Unterfangen. Die Mannheimer dürfen sich unter der Teck keine Blöße geben.

„Die Entscheidung fällt erst am letzten Spieltag“, ist sich Mannheims sportlicher Leiter Bernd Dobiasch trotzdem sicher. Mittelfeldspieler Dominik Dobiasch sieht die Situation nüchtern: „Wir brauchen nicht auf andere Mannschaften zu schauen. Wir müssen selbst erst einmal punkten. In Kirchheim zählt für uns am Sonntag nichts anderes als ein Sieg.“ Derweil setzen sich die Kirchheimer nach dem gesicherten Ligaverbleib ein Ziel, das in Wahrheit ein altes ist – den einstelligen Tabellenplatz. Nach der „fast schon unheimlichen Serie“ (VfL-Geschäftsführer Walter Rau) erscheint sogar noch der Sprung auf Platz acht machbar. Es wäre die beste Oberliga-Platzierung für die Teckstädter seit dem Jahr 2000. Damals waren sie ebenfalls Achter.

Kirchheims Erfolgstrainer Rolf Baumann sieht die Sache jedenfalls unverkrampft. „Es geht darum, dass wir weiterhin den Spaß haben, den wir in den vergangenen Wochen hatten und wir wollen uns dem Publikum gut präsentieren – alles Weitere ergibt sich.“

In Sachen Mannschaftsaufstellung hat er eine große Auswahl, noch nicht ganz sicher ist der Einsatz von Ferdi Er, der beim 2:1-Erfolg in Freiberg einen Schlag gegen die Nase bekam. Unterdessen steht der erste Aufsteiger in die Oberliga bereits fest: Der FC Denzlingen ist Meister der Verbandsliga Südbaden. In Nordbaden macht sich noch ein Trio (SV Spielberg, TSG Weinheim, FC Zuzenhausen) Hoffnung auf den direkten Aufstieg, ebenso wie in Württemberg mit dem Verbandsliga-Spitzenreiter FSV 08 Bissingen sowie den Verfolgern SV Bonlanden und FSV Hollenbach.

Letztgenannter Verein will es offenbar wissen. Für die neue Saison hat der Club aus dem Hohenlohischen „VfL-Schreck“ Joseph Fameyeh vom Kirchheimer Oberliga-Konkurrenten TSV Crailsheim verpflichtet.

Neues gibt es auch von Ex-Keeper Patrick Gühring, dessen Spielervertrag mit dem VfL vor wenigen Wochen aufgelöst worden war. Der ehemalige Stammtorwart will wieder angreifen. „Von der Bezirksliga bis Regionalliga, alles ist denkbar“, erklärt der 28-Jährige, „ich würde auf jeden Fall wieder sehr gerne spielen.“ Als Torwarttrainer beim VfL (aktuell isver bei den C-Junioren) möchte er zudem am Ball bleiben.

VfL: Stowers – Thies, Kauffmann, Er, Eisenhardt – Polat, Beran (Ohran), Otto, Altinsoy (Kadrija) – Laible, Tunjic