Lokalsport

Gelbes Störfeuer im Konzert der Großen

Annette Frik aus Ötlingen hat beim Inline-Weltcuprennen in Zürich Platz 17 belegt. Das Zepto Skate-Team bewies dabei trotz fehlender Top-Platzierungen mannschaftliche Geschlossenheit. Beste im Team war Jana Gegner als 15. Michaela Heinz-Gerten und Jenny Berndt kamen auf die Plätze 19 und 20. Bester Zepto-Fahrer bei den Männern war der Neuseeländer Wayne Begg als 24.

ZÜRICH Bei Temperaturen von über 30 Grad gingen die Skater auf die vier Runden über 35 Kilometer im Herzen von Zürich. Der winklige Kurs durch die Innenstadt und am Zürichsee entlang erwies sich als tückisch und besonders sturzgefährdet, da durch die hohen Temperaturen an einigen Stellen der Asphalt so weich geworden war, dass die schmalen Inlinerollen stoppten. Das Zepto-Team um Mannschaftsführerin Jana Gegner und die Ötlingerin Annette Frik ging das Rennen mutig an und setzte sich vom Start weg an die Spitze. Durch die hohen Temperaturen und den leichten Wind auf der langen Zielgeraden gab es keine ernsthaften Ausreißversuche. Jana Gegner holte einige Male einzelne Ausreißer zurück. Annette Frik nutze den Anstieg auf die Brücke mehrfach, um sich im Feld an die Spitze zu setzten. Zepto fuhr geschlossen und demonstrierte erstmals bei einem Weltcup-Auftritt mannschaftliche Stärke. "Die prominenten Teams gewöhnen sich so langsam an die gelben Rennanzüge da vorne", freute sich Teamleiter Jörg Dietrich.

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In der letzten Runde formierten sich die Teams dann für den Schlusssprint. Bis einen Kilometer vor dem Ziel hatte das Zepto-Team eine glänzende Ausgangssituation direkt hinter den hohen Favoritinnen des Teams Rollerblade. Als auf der langen Zielgeraden rechts außen die Teams von Salomon und Athleticum das Tempo erhöhten, konnte Rollerblade etwas überraschend nicht mitgehen. Dadurch war der Weg für Zepto versperrt und mehr als Platz 15 für Jana Gegner im Zielsprint nicht mehr drin. Die war nach dem Rennen dann auch sichtlich enttäuscht. Nach zwei siebten Plätzen hatte sie sich in Zürich mehr ausgerechnet. Die Formkurve von Annette Frik hingegen zeigt steil nach oben. Sie konnte sich in den vergangenen Wochen weiter steigern und reist am Wochenende nun mit viel Selbstvertrauen zum Weltcup nach St. Moritz. Den Männern des Zepto-Teams gelang im Massensprint keine vordere Platzierung. Der Neuseeländer Wayne Begg erreichte als 24. noch die beste Platzierung.

Auf dem Weg nach Zürich hatte das Team zuvor Station beim Ba-Wü-Cup in Friedrichshafen gemacht. Nach lehrbuchmäßiger Teamarbeit holten die Damen dort die ersten drei Plätze. Michaela Heinz-Gerten siegte vor Ihren Teamkolleginnen Annette Frik und Jenny Berndt. Das Männerteam war nicht weniger erfolgreich und belegte mit Jan van Loon und Nico Wieduwilt die ersten beiden Plätze. Auf dem 2,5 Kilometer langen Rundkurs durchs Messegelände in Friedrichshafen kontrollierten die Damen in Gelb das Renngeschehen. Michaela Heinz-Gerten erhöhte in jeder Runde das Tempo am kleinen Anstieg hinauf zum Ziel. Es folgten einige Angriffe der jungen Französin Anne-Claire Mainhard die aber sofort von Sarah Stangl oder Jenny Berndt gekontert wurden. Das Rennen wurde zum Ausscheidungsrennen, denn nach jeder weiteren Tempoverschärfung durch Zepto wurde das Feld dezimiert. Auch Annette Frik aus Kirchheim zeigte sich immer wieder ganz vorne im Feld und sorgte für ein hohes Tempo. Die Gesamtsiegerin des BaWü-Cup 2005, Sabrina Rossow und Mayke Exterkate vom Experts-Team hatten alle Hände voll zu tun, den ständigen Attacken zu folgen.

In der letzten Runde, als einige Teams versuchten, das Tempo zu verschleppen, spannte sich Sarah Stangl vors Feld und hielt das Tempo bis zur letzten Kurve hoch. Die ehemalige Spitzenläuferin Melanie Bayerhof aus Kempten, die nach langer Verletzung zurück im Renngeschehen ist, versuchte früh, den Sprint zu eröffnen, wurde aber auf der ansteigenden Zielgeraden von Michaela Heinz-Gerten, Annette Frik und Jenny Berndt übersprintet. Stark zeigte sich auch Vanessa Durlach von TSUGV Großbettlingen, die sich als einzige Juniorin in der zehnköpfigen Spitzengruppe behaupten konnte.

jd