Lokalsport

Gelbhemden drücken Turnier den Stempel auf

Spannende Spiele, faire Gesten auf dem Platz und überraschend starke Owener Teams erlebten die Zuschauer beim traditionellen Lenninger Winterpreis am gestrigen Dreikönigstag.

RUDI DÖLFEL

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LENNINGEN Ohne Überraschungen verlief das Frauenturnier am Donnerstagabend. Die Favoriten TV Holzheim (Regionalliga) und FSG Donzdorf-Geislingen (Württembergliga) setzten sich unangefochten in ihren Gruppenspielen durch. Im Endspiel gewann Holzheim souverän mit 14:8 (7:4). Für Enttäuschung sorgte die gastgebende SG Lenningen (Verbandsliga), die Zeitlupen-Handball mit einer Vielzahl technischer Fehler bot und am Ende Gruppenletzter wurde. Eine Bereicherung waren die unterklassigen Vereine TSV Owen, TSV Weilheim und TB Neuffen. Mit ihrer Unbekümmertheit und Spielfreude verblüfften sie die zweihundert Zuschauer an diesem Abend.

Im Spiel um Platz fünf konnte sich Lenningen einigermaßen rehabilitieren und gewann gegen Neuffen 10:4. Spannend verlief das kleine Finale zwischen Weilheim und Owen. Nach hohem Tempo auf beiden Seiten nahm Weilheim eine 7:6-Führung in die Pause. Nachdem TSVW-Torfrau Isabell Holl zweimal super gerettet hatte, glich Corinna Klett zum 9:9/25. aus. Es roch nach einer Verlängerung. Die überragenden Pöchmann und Schneider ließen Weilheim jubeln. Beide trafen in der 28. Minute zum 11:9. Simone Klein konnte nur noch zum 10:11-Endstand verkürzen.

Im Endspiel bot Donzdorf dem TV Holzheim dann lange Zeit Paroli und ging mit einem 4:7-Rückstand in die Halbzeit. Aber dann fanden die Konterspezialistinnen der FSG ihren Meister. Marilene Costanzo, Sabrina Schmid und Antje Kazmaier überrannten in den Schlussminuten den Württembergligisten und trafen zum 14:8-Endstand.

Zwei Mannschaften dominierten am Dreikönigstag das Männerturnier: Der TSV Owen und der TSV Heiningen. Beide trafen auch im Endspiel aufeinander und setzten mit herrlichem Tempohandball Zeichen. Landesligist Owen hatte in der Schlussphase die größeren Reserven und vor allem die Übersicht, um 17:14 zu siegen. Im kleinen Finale gewann Verbandsligist Lenningen schließlich gegen Owen 2 mit 16:11. Das Spiel um Platz fünf, Weilheim gegen Kirchheim, ging mit einem 17:15 an die Wühle-Sieben.

SG-Trainer Bruno Rieke experimentierte in den Vorrundenspielen und tauschte zur Halbzeit seinen gesamten Kader aus. Im Eröffnungsspiel gegen Owen 2 gab es noch keine "Schnittstellenprobleme." Die SG gewann 18:9. Gegen Weilheim, ohne Tempo, waren die Abstimmungsschwierigkeiten dann unübersehbar. Zuvor bewies Owen gegen Heiningen seine gute Frühform. Glänzend von Steffen Klett und Christoph Winkler dirigiert, gewann der TSV 17:15. Engen Torkontakt pflegte der VfL Kirchheim im Spiel gegen den TSV Heiningen. Mittelmann Roman Keller brachte seine "Kanoniere" Benjamin Banzhaf und Simon Latzel in gute Wurfpositionen. Diese zeigten sich abschlusssicher und verhinderten beim 13:15 einen zu großen Heininger Vorsprung.

Wie gut sich der TSV Owen in Lenningen präsentierte, unterstrich Kreisligist Owen 2 gegen Weilheim. Keine Spur von einem Drei-Klassen-Unterschied war zu sehen. Sascha Faustmann führte geschickt Regie und setzte beim Rückhandwurf zum 8:8 das Sahnehäubchen. Hervorragend wurde er "assistiert" von Tobias Ritter, Sven Carrle und Tim Hybl. Der Underdog gewann mit 20:17. Chancenlos war Kirchheim beim 12:21 im letzten Vorrundenspiel gegen die Ballzauberer von Owen 1. Konnten Keller und Co. bis zur Pause noch einigermaßen mithalten, brach es in den zweiten Hälfte über sie herein. Die Owener Nachwuchskräfte Steffen Klett und Heiko Hoyler wirbelten die VfL-Abwehr durcheinander. Aus dem Rückraum traf Benjamin Kazmaier nach Belieben.

In der Zwischenrunde trafen die Verbandsligisten Lenningen und Heiningen aufeinander. Bis zur Halbzeit hielt die SG einen 8:6-Vorsprung, der hauptsächlich durch gekonnte Kreisanspiele zu Stande kam. Dreimal nacheinander patzten Jens Kirschmann und Andreas Schaaf. Die "Staren" führten 10:8/22. Diesen Vorsprung konnte Lenningen bis zum 13:16-Endstand nicht mehr wettmachen. Die gute Owener Vorstellung gipfelte im zweiten Halbfinale, bei dem die Erste auf ihre Zweite traf. Da zeigte sich Flügelflitzer Frank Baisch in Höchstform und Sascha Faustmann düpierte Torhüter Dennis Schwaab mit Weitwürfen. Klar, dass die Faustmann-Sieben dem Tempohandball der Ersten Tribut zollen musste und in den letzten Minuten etwas einbrach, was der Winkler-Sieben zum ungefährdeten 26:18-Sieg verhalf. Damit standen die Paarungen für die Finals fest. Um Platz fünf spielten Kirchheim und Weilheim. Beide Mannschaften hielten sich nicht lange mit Mittelfeldgeplänkel auf. Die meisten Tore beim 17:15 fielen nach schnellen Ballstaffetten. Im kleinen Finale um Platz drei erwies sich Owen 2 als hartnäckiger "Wadlbeißer." Die Kreisliga-Handballer hielten bis zum 9:9 nach 20 Minuten mit dem Verbandsligisten mit. Das einzige Plus konnte die SG mit der Abwehrarbeit verbuchen. Jörg Tombrägel hielt einige Male glänzend und sorgte dafür, dass der 16:11-Sieg nicht in Gefahr kam.

Keine Spur von Müdigkeit zeigten im Endspiel der TSV Owen 1 und der TSV Heiningen. Mit dreißig Minuten Tempohandball wurden die 300 Zuschauer verwöhnt. Nach vier Minuten führte Owen 4:1. Doch ohne hektisch zu werden spielte der Verbandsligist seine Chancen aus und glich zum 4:4 aus. Ins rasante Owener Tempospiel schlichen sich jetzt auch Fehler ein. Thorsten Heinzelmann, Alexander Weber und Dennis Bräunle nutzten dies eiskalt aus. Mit einem 10:9 für Heiningen ging es in die Pause. Gegen den Spielwitz eines Steffen Klett und die Durchschlagskraft eines Heiko Hoyler war Heiningen dann machtlos. Owen gewann verdient mit 17:14. Kleiner Trost: Bei der anschließenden Siegerehrung durften sich beide Finalisten dann über Siegerchecks der Kreissparkasse und der Volksbank freuen.