Lokalsport

Gemeinsam an die Tür zur zweiten Liga geklopft

KIRCHHEIM Vor dem morgigen Lokalderby an der Jesinger Allee zwischen dem VfL Kirchheim und dem

Anzeige

REIMUND ELBE

FC Frickenhausen werden zahlreiche Erinnerungen wach auch

bei VfL-Spielertrainer Michael

Rentschler und dessen samstäg-

lichem Gegenüber Klaus Fischer vom FC Frickenhausen. Denn die beiden morgigen Kontrahenten standen Anfang der neunziger Jahre beim damaligen Oberligisten FC Pforzheim für zwei Spielzeiten im selben Team. Rentschler, nach eigenen Worten damals "ein echter Jung-spund und noch eher in der zweiten Reihe" sowie der acht Jahre ältere Fischer, feierten zusammen in der Goldstadt wahrhaft goldene Zeiten: 1991 wurden sie mit dem FCP nicht nur Oberligameister, sondern klopften bei den anschließenden Aufstiegspielen sogar an die Tür zur zweiten Liga.

Danach verloren sich die beiden allerdings aus den Augen. Rentschler spielte unter anderem für Wacker Burghausen und den VfR Heilbronn, während es Fischer, der zuvor auch für den SSV Reutlingen kickte, nach siebeneinhalb Jahren in Pforzheim, zurück in seinen Heimatort Frickenhausen zog.

Der Respekt voreinander ist freilich geblieben. "Für mich war Klaus immer ein Spieler, zu dem ich aufgeblickt habe", bekennt der jüngere Rentschler. "Michael war schon damals ein hervorragender Abwehrspieler", lobt Fischer. Fast wäre der heutige Frickenhausener Trainer übrigens beim VfL Kirchheim gelandet. "Ich stand in den achtziger und neunziger Jahren des Öfteren in Kontakt mit dem Club", erinnert sich Fischer, "aber letztendlich hat es nie hingehauen.VfL-Ex-Abteilungsleiter Hans Köber ist sicherlich heute noch auf mich sauer, weil es mit der Verpflichtung nicht geklappt hat."

Morgen kommt Fischer also mit dem FCF zu jenem Verein, für den er nicht nur fast gespielt hätte, sondern der ihm vor anderthalb Jahren auch eine Offerte als Tainer gemacht hat. Fischer lehnte damals ab, der VfL verpflichtete schließlich Alexander Gavranovic. Für den 41-Jährigen ist es also kein Spiel, wie jedes andere. "Wenn mir jemand 1995, als ich beim FCF als Trainer anfing, gesagt hätte, dass wir ein paar Jahre später in der Verbandsliga gegen den VfL Kirchheim spielen", so Fischer, "hätte ich ihn glatt für verrückt erklärt."

In der Tat war der Weg der beiden Derby-Kontrahenten in der jüngeren Vergangenheit ein völlig unterschiedlicher. Nach einem einjährigen Landesliga-Intermezzo Ende der achtziger Jahre, wurden die Frickenhausener 1993 bis in die Kreisliga A durchgereicht. Zu jenem Zeitpunkt war der VfL Kirchheim, gespickt mit überdurchschnittlichen Spielern wie Claus Maier oder Thomas Endler, fester Bestandteil der Oberliga. Vor den "Blauen" lagen noch ebenso glorreiche wie tragische Zeiten: Dem Aufstieg in die Regionalliga folgten der Abstieg in die Ober- und Verbandsliga. Der FCF hingegen vollzog einen Durchmarsch von der Kreisliga A bis in die Landesliga

Jener Klasse gehörte der FC Frickenhausen acht Jahre an, ehe im vergangenen Juni mit einem 4:1 in Ellwangen am letzten Spieltag der Aufstieg in die höchste württembergische Klasse perfekt gemacht wurde. Im kommenden Mai feiert der FC Frickenhausen, der aus der Fußball-Abteilung des TSV Frickenhausen hervorging, sein 50-jähriges Vereinsjubiläum. Der Abstieg wäre zweifellos ein Stimmungskiller im Neuffener Tal.