Lokalsport

Geschichtslektüre als Mutmacher

Vor dem vorletzten Heimspiel des Jahres sind die Oberliga-Fußballer des VfL Kirchheim gewarnt: Der morgige Gegner ASV Durlach strotzt derzeit geradezu vor Selbstvertrauen.

REIMUND ELBE

Kirchheim. Wenn am morgigen Samstag um 14.30 Uhr Schiedsrichter Jens Neuffer aus Rutesheim die Partie an der Jesinger Allee anpfeift, wartet auf die Kirchheimer Spieler eigentlich nichts Außergewöhnliches. Nervenaufreibende Minuten auf dem Fußballplatz haben die VfL-Akteure in jüngster Zeit bereits in Hülle und Fülle erlebt. Kaum anzunehmen, dass die Gastgeber gegen den Aufsteiger aus dem mit knapp 30 000 Einwohnern bevölkerungsreichsten Stadtteil Karlsruhes eine ruhige Kugel schieben können. Für das Team von Trainer Rolf Baumann (Vorletzter mit zwölf Punkten) gilt es, nicht nur den jüngsten Aufwärtstrend zu bestätigen, sondern auch den Abstand zu den Durlachern zu verkürzen.

Der Aufsteiger war zwar nicht so katastrophal wie der VfL in die Runde gestartet, stand allerdings bis vor Kurzem auf einem Abstiegsplatz. Mit drei Siegen in Folge hat sich die Lage für den ADV inzwischen grundlegend geändert. Mit 18 Punkten liegen die Badener aktuell auf Platz zwölf. Kurios: Die Durlacher gewannen die vergangenen drei Partien nicht nur allesamt mit 1:0, auch der Schütze des goldenen Tores war mit Alexander Zimmermann stets derselbe. Kirchheimer und Durlacher duellierten sich bisher in der Oberliga insgesamt acht Mal. Die Statistik macht den Teckstädtern Mut: Fünf Siegen stehen drei Niederlagen gegenüber. Ein Remis gab es noch nie, wenn sich die Teams aus Teck- und Turmbergregion gegenüber standen. Und noch einen Mutmacher gibt die Historie her: Der VfL hat alle vier Heimpartien gegen den ASV gewonnen. Letztmals siegten die Kirchheimer auf heimischem Gelände am 26. September 1996 mit 2:1, die Tore für den VfL erzielten Ingo Tallafuß und Marc Schurr. Im Rückspiel lief es damals noch besser. Dem VfL gelang im Turmbergstadion ein glattes 4:0, zu dem Nihat Güler (2), Harald Huber und erneut Marc Schurr ihren Beitrag leisteten. Die Bilanz: die ist einerseits zwar kalter Kaffee, andererseits für den VfL durchaus motivierend.

Auf Kirchheimer Seite bastelt Torwart Patrick Gühring bereits an seinem Comeback. Vergangenen Freitag in Neuhausen/Filder erst am lädierten Knie operiert, macht der 28-jährige Schlussmann bereits erste Kräftigungsübungen. Ziel: Am 28. Februar (Auftakt nach der Winterpause bei Normannia Gmünd) will er wieder zwischen den Pfosten stehen. Bis dahin ist Philipp Uttikal die Nummer eins, auf der Ersatzbank wird der wieder einsatzbereite Edgar Porada Platz nehmen. Neben den Langzeitverletzten Uwe Beran und Sabri Gürol wird gegen den ASV Durlach auch Benny Dihl (Rote Karte in Mannheim) fehlen. Kaum zu den Anfangsaufläufern dürfte zudem Ex-Kapitän Mario Grimm zählen. Der in den vergangenen Jahren gesetzte Defensivakteur hat seinem Stammplatz verloren. Ein Fakt, den der Vollblutfußballer mit grimmiger Miene zur Kenntnis nimmt.

Uttikal – Koch, Kauffmann, Er, Eisenhardt – Polat, Otto, Ohran, Altinsoy – Spina, Laible.

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