Lokalsport

Gipfeltreffen an der Jesinger Allee

Oberliga-Spitzenreiter VfL trifft morgen auf Topfavorit TSG Hoffenheim

15 Grad und Sonnenschein: Die Wetterprognosen für den morgigen Oberliga-Hit zwischen Spitzenreiter VfL Kirchheim und Verfolger 1899 Hoffenheim II (Anpfiff: 15.30 Uhr) sind glänzend. Nun müssen lediglich noch die VfL-Fußballer ihren Part dazu beitragen, dass es für die Fans ein Traumtag wird.

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REIMUNd ELBE

Kirchheim. Wenn es eines Beweises bedarf, wie schnelllebig Fußball sein kann und wie flott sich Situationen in einem Club verändern, ist der VfL Kirchheim ein Musterbeispiel dafür. Noch vor einem Jahr Abstiegskandidat Nummer eins und vor fast leeren Rängen kickend, dürfen sich Spieler, Fans und Funktionäre nun auf einen echten Knüller freuen. Der Erstplatzierte gegen den Liga-Zweiten, oder auch der Sensationstabellenführer gegen den Titel-Topfavoriten. Wenn morgen 1899 Hoffenheim II mit dem ehemaligen VfL-Spieler Dominik Kaiser im Kader anrückt, dürfte die Atmosphäre im Stadion an der Jesinger Allee so gut sein, wie schon lange nicht mehr. Nicht unwahrscheinlich, dass zum Schlager sogar die 1000-Zuschauer-Marke geknackt wird. Jene fiel letztmals in einem Punktspielduell des VfL gegen den SV Waldhof Mannheim am 24. August 2007 (1100 Besucher).

Rechtzeitig vor dem Hit haben die VfL-Kicker wieder den Weg in die Erfolgsspur gefunden. Das souverän herausgespielte 3:1 in Durlach beruhigte all diejenigen Gemüter im VfL-Umfeld, die ein jähes Ende des Kirchheimer Gipfelglücks befürchtet hatten. Doch die Tabellenführung wackelt. Siegen die Hoffenheimer (mit 25 Punkten nur einen Zähler weniger auf dem Konto als die Teckstädter), wäre der VfL erstmals seit dem zweiten Spieltag die Führungsrolle los. Kirchheims Trainer Rolf Baumann („wir wollen so lange wie möglich ganz oben bleiben“) mahnt im kleinen Kreis vor überzogenen Erwartungen und hofft trotzdem insgeheim, dass aus dem Sommermärchen nun eines im Herbst wird.

Mit ­ sei­­ner Methode, nahezu allen Spielern des Kaders eine Chance im Oberligaalltag zu geben, ist der Kirchheimer Cheftrainer bislang gut gefahren. Das Problem der Kirchheimer Fußballer aus früheren Jahren – eine zu schwach besetzte Bank – ist aktuell nicht mehr vorhanden. In Sachen Aufstellung ist vor allem interessant, ob Baumann gegen die zweite Garde des Bundesligisten aus Sinsheim eher eine offensive, oder doch eine defensiv orientierte Variante wählt. Torjäger Antonio Tunjic gilt als gesetzt, auch wenn er in Durlach – für ihn mehr als ungewöhnlich – einen Elfmeter verschoss. Kollege Maximilian Laible (Foto) brennt darauf, nach zwei Toren in Folge (traf gegen die Stuttgarter Kickers II und auch in Durlach) weitere Erfolgserlebnisse hinzuzufügen. Gut denkbar, dass Baumann den Ex-Heidenheimer ins Mittelfeld zurückbeordert.

Die Stimmung im Training war augenscheinlich gut. In Sachen Motivation muss sich Coach Baumann sowieso keine Gedanken machen: Gewinnt der VfL, würde der Vorsprung auf die Hoffenheimer vier Punkte betragen. Die Kirchheimer wären endgültig ein ernst zu nehmender Meisterschaftskandidat.

Die Hoffenheimer Auswärtsbilanz ist übrigens im Gegensatz zu jener im heimischen Dietmar-Hopp-Stadion (alle sechs Spiele gewonnen) nur durchschnittlich: Zwei Siege, ein Remis und zwei Niederlagen. Die TSG Weinheim und Normannia Gmünd (beide 1:0) sowie der Kehler FV (0:0) haben es den Kirchheimern in dieser Saison schon mal vorgemacht, wie man den Hoffenheimern erfolgreich Paroli bietet.