Lokalsport

Glück und Pech in Laguna Seca

Erneuter Doppelstart für den Nürtinger Motorsportler Wolf Henzler in den USA erneut tauchte er sich in ein Wechselbad der Gefühle: Erst beendete er im Porsche 911 GT 3 tief gefrustet als 22. den zehnten und letzten Lauf zur Speedworld GT Challenge, anderntags erklomm er im Rennen der American LeMans Serie (ALMS) zusammen mit Copilot Mike Rockenfeller als Dritter in der GT 2-Kategorie das Siegerpodest.

EBERHARD STRÄHLE

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LAGUNA SECA Freud und Leid für den Motorsportler mit MCKT-Lizenz in Kalifornien: In der Speedworld GT Challenge brannte er im Qualifying mit 1.30,387 Minuten die Spitzenzeit in den Asphalt. Poleposition, beste Aussichten fürs 20 Runden lange Rennen. "Doch schon nach zwei Runden gab es einen Unfall", rekapitulierte Henzler, "als Lou Gigliotti nach dem Restart plötzlich rechts neben mir auftauchte." Der Corvettepilot hatte viel zu früh Gas gegeben und passierte Henzler. "Dies war ein Nachteil, der sich wie ein roter Faden durchs ganze Rennen zog."

In Runde 14 presste sich dann auch noch Max Papis in einem unsauberen Manöver am Schwaben und Gigliotti vorbei und führte mit seinem Cadillac nun das Feld an. Henzler ging jetzt aufs Ganze, wollte "für Porsche die Markenwertung gewinnen. Ich musste nur vor dem Cadillac ins Ziel kommen." Während Gigliotti nun seine Stop-and-Go-Strafe wegen Frühstarts absitzen musste, machte Tommy Archer dem Henzler-Vorhaben einen Strich durch die Rechnung: In Turn zwei drängte er den Nürtinger nach außen und beschädigte am Farnbacher- Porsche den Reifen. Folge: Henzler landete, tatenlos in der Box, auf Platz 22. Und Cadillac holte sich die Markenwertung. Offizielle Proteste von Porsche-Verantwortlichen wurden abgewiesen und die spätere Siegerehrung boykottiert.

Besser lief es für den Nürtinger beim Vier-Stunden-Rennen der ALMS auf demselben Kurs. Hierbei teilte sich Henzler das Cockpit des 911 GT3 RSR des BAM!-Teams erneut mit Mike Rockenfeller. Im Qualifying schaffte das Team Platz drei, "alles lief nach Programm. Die Reifen machten ebenfalls mit." Rockenfeller fuhr als Erster und übergab nach 45 Rennminuten das Auto an den Nürtinger, der stressfrei blieb: "Der Porsche lief fantastisch, ich hatte keinerlei Probleme." Doch dann kam die erste Safety-Car-Phase, die für das schwäbisch/rheinische Duo etwas unglücklich verlief. Henzler: "Ich wurde dabei zum Tanken und Räderwechsel in die Box gerufen." Denn die Boxencrew rechnete mit einer längeren Pause . . . ein Trugschluss.

Als Henzler das Rennen wieder aufnahm, war die Konkurrenz schon längst wieder unterwegs. "Ich musste den dritten Platz wieder hart erkämpfen", sagte Henzler, der den Sportwagen in dieser zweistündigen Phase äußerst souverän bewegte.

In den letzten 75 Rennminuten saß wieder Mike Rockenfeller am Volant. Der hielt Platz drei bis zum Überqueren der Ziellinie beide hatten den anvisierten Treppchenplatz in der Tasche.

Nun ist für Wolf Henzler die Rennsaison in den Vereinigten Staaten vorbei, mit den Gesamträngen vier (GT Challenge) und fünf (ALMS). Seine persönliche Bilanz zieht er so: "Es hat Höhen und Tiefen gegeben. Aber ich habe es auf keinen Fall bereut, in Amerika zu fahren. Ich werde dies auch wohl im kommenden Jahr tun."