Lokalsport

Glückseligkeit in Oberschwaben

Heiße Freudentänze im kalten Wind: Der VfL Kirchheim bekräftigte mit einem allerdings nicht problemlos zu- stande gekommenen 3:1 (1:0) in Laupheim seine Ansprüche im Verbandsliga-Titelkampf.

REIMUND ELBE

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LAUPHEIM Manchmal kommt aufgrund äußerer Bedingungen nur wenig Frohsinn auf wenn sich, wie gestern in Laupheim, der Platz in einem jämmerlichen Zustand befindet, zudem noch ein starker Wind manche Aktionen zum Lotteriespiel macht und zudem auch noch das Thermometer fast auf null Grad fällt.

Doch um 16.17 Uhr war dieser ganze Unbill binnen Sekunden vergessen. Wie von Taranteln gestochen, stürmten VfL-Kicker und Funktionsträger nach dem Abpfiff aufeinander zu, lagen sich in den Armen und stimmten Freudengesänge an. Die Gründe für diese ausgeprägte Glückseligkeit: Zum einen natürlich die nackte Tatsache, dass sich der VfL mit diesem Erfolg in eine noch bessere Ausgangslage an der Tabellenspitze gebracht hat aber es war auch eine große Portion Erleichterung dabei, denn der VfL sicherte sich den Erfolg trotz Unterzahlspiel ab der 66. Minute.

Zu diesem Zeitpunkt hatte VfL-Abwehrakteur Andreas Mayer beim Stande von 1:1 wegen eines Fouls an der eigenen Strafraumgrenze (zurecht) Gelb-Rot gesehen. Die Kirchheimer, auf dem von Löchern übersäten Platz über weite Strecken die bessere Mannschaft, waren urplötzlich am Rande einer Niederlage. Dabei hatte der VfL nach Santo Araujos Kopfballtor in der 14. Minute (nach einer mustergültigen Flanke von Christopher Eisenhardt) die Partie beherrscht. Doch Schlafmützigkeit in der hochgelobten Kirchheimer Abwehr ermöglichte dem ehemaligen Ulmer Fußballprofi Udo Schrötter nach einer Ecke, ebenfalls per Kopf, den Ausgleich (50.).

Aber: Der VfL zeigte beachtliche Nehmerqualitäten und knockte die Laupheimer auf sehenswerte Weise aus. Alban Meha schloss zwei VfL-Konter mit technischer Finesse ab. In der 75. Minute umspielte er mehrere "Olympioniken" und schob die Kugel ins Netz, kurz vor dem Abpfiff traf er mit einem platzierten Schuss von der Strafraumgrenze ins linke, untere Toreck. Mehas ersten Treffer hatte der eingewechselte Emrah Polat (kam für den enttäuschenden Michael Heilemann) mit einem Musterpass vorbereitet. Vor dem 3:1 übertölpelte schließlich VfL-Defensivspieler Archontis Siopidis die FV-Abwehr mit einer hohen Hereingabe.

VfL-Trainer Michael Rentschler in der Pressekonferenz: "Die Mannschaft hat bei diesen schwierigen Bedingungen gezeigt, dass sie funktioniert. Alle haben sich einen Applaus verdient, ein Sonderlob geht zudem an Alban Meha und Coskun Isci, die unermüdlich gearbeitet haben." Übermorgen wartet bereits der nächste Auswärtsjob auf den VfL: In Ludwigsburg.

Olympia Laupheim: Steeb Hiller, Schrötter, Boscher Koc, Unsöld, Zweifel (44. Kanik), German (67. Nikqi), Sopic

Linder (67. Klingenstein), Honold.VfL Kirchheim: Gühring Eisenhardt, Mayer, Grimm, Siopidis Alban Meha (88. Akdag), Raspe, Heilemann (64. Polat), Er, Isci Santos Araujo (71. Ferenz). Tore: 0:1 Santos Araujo (14.), 1:1 Schrötter (50.), 1:2, 1:3 Meha (75./86.).Gelbe Karten: Zweifel, Hiller, Linder, Honold Gühring, Siopidis, Grimm.Gelb-Rote Karte: Mayer (66., VfL).Zuschauer: 400.Schiedsrichter: Carsten Jugel (Silheim) lag in allen kniffligen Situationen mit seinen Entscheidungen richtig.