Lokalsport

Grandiose Wende

Wie der Bus, so das Team: sicher ins Ziel

Kaum zu glauben: Die Kirchheimer Kicker sind nun endgültig vom Totenbett aufgestanden. Nach der 0:4-Schlappe am 28. Februar beim 1. FC Normannia Gmünd war der VfL Kirchheim noch als wahrscheinlicher Absteiger gehandelt worden. Ein Irrglauben, wie sich heraus stellte: Mit dem 2:0-Sieg in Offenburg hat der VfL Kirchheim das Abstiegsgespenst endgültig verscheucht.

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Offenburg. Kaum jemand hatte nach der desolaten Vorstellung der Kirchheimer damals in Gmünd noch einen Pfifferling auf sie gewettet. „Die sind nicht mehr zu retten“, meinte denn auch das langjährige VfL-Mitglied Karl Magg (36), der so gut wie kein VfL-Spiel auslässt. Bei den VfL-Spielern sah dies allerdings schon damals anders aus – sagen sie. Mannschaftskapitän Chris­topher Eisenhardt: „Wir haben immer an uns geglaubt.“ Vor allem die günstige Spielkonstellation (vier Heimspiele in Folge) machte mehr als Hoffnung. „Wir wollten beweisen, dass wir es besser können“, sah der Kirchheimer Spielführer die Mannschaft in dieser Hinsicht in der Pflicht. Dass alle vier Heimspiele gewonnen wurden, damit konnte noch nicht einmal der kühnste Optimist rechnen.

Jetzt, gut zwei Monate später und vier Spieltage vor Schluss, haben die Teckstädter den Klassenerhalt in der Tasche. Des Weiteren zählen die „Blauen“ zumindest in der Rückrunde von der Punktausbeute her, zu den derzeitigen Spitzenteams der Fußball-Oberliga. Trotz des Erfolges könnten mit Kagan Söylemezgiller und Uwe Beran gleich zwei Spieler den VfL Kirchheim verlassen. „Ich will zumindest in der Regionalliga spielen“, macht Söylemezgiller keinen Hehl daraus, bei einem attraktiven Angebot den VfL Kirchheim zu verlassen. Der 21-Jährige räumt allerdings ein: „Entschieden ist noch nichts.“ In den nächsten zwei Wochen will das Mittelfeldtalent Klarheit über seine Zukunft haben. „Ich setze mich zuerst mit den VfL-Verantwortlichen an einen Tisch“, sagt er.

Auch der Abgang von Uwe Beran, der in Offenburg einen Kurzeinsatz hatte, ist absehbar. „Zu mehr reicht es im Moment einfach noch nicht“, meinte Beran völlig erschöpft nach der Partie. Seit vier Monaten hat der 19-Jährige kein regelmäßiges Training wegen eines Meniskusschadens absolvieren können. Beran ist sich auch noch nicht schlüssig, ob er doch noch ein weiteres Jahr beim VfL Kirchheim Spielpraxis sammeln soll. Großes Interesse für Beran zeigt vor allem dessen Heimatclub: Regionalligist SSV Ulm 1846.

Großen Anteil am Kirchheimer Erfolg hatte auch Torwart Michael Stowers. Seit 385 Spielminuten ist der VfL-Keeper ohne Gegentor. Was auch Eisenhardt beeindruckte: „Wenn es darauf ankommt, können wir uns auf Michael verlassen.“ Dass beim VfL ein Rädchen ins andere greift, zeigt die Tatsache, dass der kurzfristige Ausfall von Routinier Oliver Otto ohne größere Probleme kompensiert werden konnte. Dazu kam, dass der Kirchheimer Mannschaftsbus 50 Meter vor dem Offenburger Karl-Heitz-Stadion umdrehen musste. Wegen einer Bahnunterführung, die nur 2,80 Meter hoch war – der Omnibus hat 80 Zentimeter mehr – musste ein zehnminütiger Umweg in Kauf genommen werden. Die damit verbundene kürzere Aufwärmzeit brachte den VfL nicht aus dem Konzept. kdl